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Neue Zielstrukturen gegen Pilzinfektionen entdeckt

Neue Zielstrukturen gegen Pilzinfektionen entdeckt

Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Christos Gatsogiannis der Universität Münster hat neue Erkenntnisse über die Funktion eines zellulären Transportproteins gewonnen, das für das Überleben krankheitserregender Pilze von zentraler Bedeutung ist. Spezielle Proteine, sogenannte Transporter, steuern selektiv, welche Stoffe in eine Zelle hineingelangen und welche nicht. Forschende der Universität Münster und der Universität der Nationalen und Kapodistrias-Universität Athen haben diese Transporter in einem speziellen Fall untersucht: den sogenannten UapA-Transporter des Modellpilzes Aspergillus nidulans. Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in die Biologie der Erreger, sind nicht nur für die Zellbiologie relevant und könnten langfristig die Entwicklung neuer Therapien sowie neue Ansätze für Behandlungen von Pilzinfektionen unterstützen.
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NLRP3-Inflammasom als Schlüssel zur frühzeitigen Schlaganfalltherapie

NLRP3-Inflammasom als Schlüssel zur frühzeitigen Schlaganfalltherapie

Wird ein Blutgefäß im Gehirn plötzlich verschlossen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Mit jeder Minute, in der das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, sterben Millionen Nervenzellen unwiederbringlich ab. Zwar kann das Blutgerinnsel heute häufig medikamentös aufgelöst oder mechanisch mittels Katheter entfernt werden, sodass der Blutfluss wiederhergestellt wird. Dennoch kommt es trotz erfolgreicher Behandlung häufig zu schweren bleibenden Schäden oder zum Tod. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Fortschreiten des Infarkts bereits während des Gefäßverschlusses. Um die Behandlungsergebnisse zu verbessern, sind daher zusätzliche Therapieansätze erforderlich, die bereits vor der Wiedereröffnung des Gefäßes wirksam werden.
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Niedrige Impfquoten bei Influenza und COVID-19 bei Menschen ab 60 Jahren

Niedrige Impfquoten bei Influenza und COVID-19 bei Menschen ab 60 Jahren

Die Impfquoten bei Influenza und COVID-19 bleiben in Deutschland deutlich hinter den Empfehlungen für Risikogruppen zurück [1-4]. Besonders bei Menschen ab 60 Jahren sowie bei Personen mit Grunderkrankungen besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf, um schwere Krankheitsverläufe und Folgeerkrankungen besser zu verhindern [3, 5]. In der Influenzasaison 2024/25 lag die Impfquote bei Menschen ab 60 Jahren mit 34% deutlich unter dem von WHO und EU angestrebten Zielwert von 75% [1,2]. Für COVID-19 lag die Impfquote bei Menschen ab 60 Jahren laut Robert Koch-Institut zuletzt bei lediglich rund 13% [1]. Gleichzeitig verursachen beide Erkrankungen insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit Grunderkrankungen weiterhin schwere Krankheitsverläufe, Hospitalisierungen und Folgeerkrankungen [3, 5]. Im Rahmen des Pressegesprächs „Impfprävention im Fokus" diskutierten Expert:innen aus Wissenschaft und Medizin aktuelle Herausforderungen der Impfprävention und die Rolle von Ärzt:innen bei der Verbesserung des Impfschutzes.
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Darmmikrobiom: Menge der Bakterien könnte wichtiger sein als ihre Zusammensetzung

Das Darmmikrobiom gilt als wichtiger Schlüssel für Gesundheit und Krankheit. Dennoch haben bisher nur wenige Erkenntnisse aus der Mikrobiomforschung den Weg in die klinische Anwendung gefunden. Forschende der Universität Hohenheim in Stuttgart zeigen nun, dass ein grundlegender Perspektivwechsel nötig sein könnte: Nicht nur die Zusammensetzung des Mikrobioms, sondern auch die absolute Menge an Darmbakterien könnte entscheidend sein. Dies würde erklären, warum eine ballaststoffreiche Ernährung eine vergleichbar gesundheitsfördernde Wirkung entfaltet, wie das sogenannte Intervall-Fasten, obwohl sie unterschiedliche Effekte auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms haben. Quantitative Mikrobiomparameter könnten somit künftig neue Ansätze für Diagnostik und Therapie eröffnen. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift Cell Reports veröffentlicht [1].
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Morbus Crohn: Wie Candida-spezifische Immunzellen zur Entzündung beitragen

Morbus Crohn: Wie Candida-spezifische Immunzellen zur Entzündung beitragen

Fast jeder Mensch trägt Candida albicans in sich. Der Hefepilz besiedelt menschliche Schleimhäute wie beispielsweise im Mund oder im Darm – und das meist still und meist ohne Beschwerden. Das Immunsystem lernt früh, mit ihm umzugehen. Es bildet spezialisierte Abwehrzellen, sogenannte Th17-Zellen, die den Pilz in Schach halten. Was diese Zellen im gesunden Körper genau tun, wo sie entstehen und warum sie bei Morbus Crohn gefährlich werden können, hat ein Forschungsteam des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation" (PMI) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel nun erstmals systematisch aufgedeckt [1].
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GNP-Kongress

Rett-Syndrom: Frühe Diagnose als Grundlage für Kommunikation und Teilhabe

Im Rahmen des Kongresses der Gesellschaft für Neuropädiatrie (GNP) in Linz, Österreich, diskutierten Expert:innen den Stellenwert einer frühen Diagnose beim Rett-Syndrom, die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Betreuung der Patient:innen und die Relevanz standardisierter Bewertungsinstrumente durch die Eltern bzw. Angehörige oder betreuende Personen.
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Oxalsäure als unterschätzter Treiber von Nieren- und Herzschäden

Oxalsäure als unterschätzter Treiber von Nieren- und Herzschäden

Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung (Chronic Kidney Disease, CKD) haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Außerdem leiden sie unter einer chronischen Entzündungsreaktion, deren Ursachen bislang nur teilweise verstanden sind. Oxalsäure (Oxalat) ist bisher vor allem durch seine Rolle bei der Entstehung von Nierensteinen bekannt. Das Molekül ist ein natürlicher Stoffwechselbestandteil des Körpers, kommt in bestimmten Lebensmitteln vor und wird normalerweise über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion reichert sich Oxalat jedoch im Körper an und kann Entzündungsprozesse vorantreiben. Die Experimentelle Biomedizin II am Uniklinikum Würzburg (UKW) untersuchte gemeinsam mit dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer Kooperation von Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max Delbrück Center in Berlin, die immunologischen Mechanismen, die eine oxalatbedingte Nierenschädigung mit systemischer Entzündung sowie Herz-Kreislauf-Schäden verbinden.
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Hepatitis-E-Viren verändern sich früh im Infektionsverlauf

Hepatitis-E-Viren verändern sich früh im Infektionsverlauf

Wie sich Viren in den ersten Wochen einer Infektion verändern, kann wichtige Hinweise auf ihre Anpassungsfähigkeit liefern. Forschende der Abteilungen für Molekulare und Medizinische Virologie sowie für Translationale und Computergestützte Infektionsforschung der Ruhr-Universität Bochum haben die frühe Phase von Hepatitis-E-Infektionen genauer untersucht. Dabei arbeiteten sie eng zusammen mit dem Blutspendedienst des Herz- und Diabeteszentrums NRW in Bad Oeynhausen, einer Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum. Das Team analysierte Proben von 80 Blutspendenden, bei denen eine HEV-Infektion im Rahmen des routinemäßigen Screenings entdeckt worden war [1].
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Neue Leitlinie zum Allan-Herndon-Dudley-Syndrom

Das Allan-Herndon-Dudley-Syndrom ist eine seltene angeborene Erkrankung des Schilddrüsenstoffwechsels. Sie tritt bei ungefähr einem von 70.000 männlichen Neugeborenen auf und hat katastrophale Folgen für die Betroffenen. Seit Anfang 2025 ist in Europa ein Medikament zugelassen, das Symptome lindern und die Lebensdauer verlängern kann. Die Dosierung ist allerdings kompliziert. Ein Spezialistenteam hat eine Leitlinie zur Behandlung der Erkrankung veröffentlicht [1].
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Long-COVID-Fatigue: Selen und Autoantikörper im Fokus

Long-COVID-Fatigue: Selen und Autoantikörper im Fokus

Warum empfinden manche Menschen noch lange nach einer COVID-19-Erkrankung starke Erschöpfung? Eine bevölkerungsbasierte Beobachtungsstudie mit 750 Erwachsenen zeigt, dass ein kleiner Teil der Betroffenen (ca. 2–3%) eine Kombination aus Selenmangel oder niedrigen Spiegeln des Selen-Transportproteins Selenoprotein P (SELENOP) und zusätzlich Autoantikörpern gegen SELENOP zeigt. Diese Kombinationen waren mit einem etwa doppelt so häufigen Auftreten anhaltender Fatigue verbunden. Die Ergebnisse wurden kürzlich von Forschenden der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und der Charité Universitätsmedizin Berlin in Redox Biology veröffentlicht.
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Studie liefert neue Hinweise zur Knochenheilung

Studie liefert neue Hinweise zur Knochenheilung

Knochenbrüche, Osteoporose oder große Knochendefekte stellen die Medizin bis heute vor große Herausforderungen. Eine aktuelle Publikation in der renommierten Fachzeitschrift Cells liefert nun neue Erkenntnisse darüber, wie die Bildung von Knochengewebe gezielt unterstützt werden könnte. Erstautorin der Studie ist Anna Stierschneider (König), die die Forschung im Rahmen ihres Forschungsprojekts am IMC Krems durchgeführt hat. Beteiligt waren Forschende des Instituts für Biotechnologie sowie des Institute Krems Bioanalytics [1].
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Morbus Addison: Seltene Nebennierenerkrankung mit unspezifischen Symptomen

Morbus Addison ist selten, kommt häufig mit unspezifischen Symptomen daher und wird gerade deshalb oft nicht entdeckt: Auf 1 Million Menschen kommen etwa 126 Fälle. Bei der Autoimmunerkrankung bilden die Nebennieren zu wenig lebenswichtige Hormone. Besonders in Belastungssituationen kann das gefährlich werden und unbehandelt zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) machten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz auf das wenig bekannte Krankheitsbild aufmerksam.
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Polyomaviren: Neue Ansatzpunkte für Schutz und Therapie

Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem kann das JC-Polyomavirus eine bisher nicht behandelbare, meist tödlich verlaufende Gehirnerkrankung auslösen. Nun hat ein internationales Forschungsteam Bindungsstellen für neutralisierende Antikörper auf der Virushülle identifiziert, über die eine Infektion mit JC-Polyomaviren gestoppt werden könnte. Unter der Leitung von Professor Thilo Stehle vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen waren außerdem Forscher:innen von der Brown University, USA, und dem Universitätsspital Zürich beteiligt. Die neuen Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen JC-Polyomaviren und dem menschlichen Immunsystem legen den Grundstein für die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht [1].
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Ideen zur Verbesserung der Versorgungssituation mit SGLT2-Inhibitoren

Typ-2-Diabetes, chronische Herzinsuffizienz und chronische Nierenkrankheit beeinflussen sich wechselseitig und erfordern ein intergiertes Behandlungskonzept. Obwohl Leitlinien der entsprechenden Fachgesellschaften unisono den frühen Einsatz von SGLT2 (sodium-dependent glucose co-transporter 2)-Inhibitoren wie Empagliflozin empfehlen, werden sie in der Praxis häufig erst spät verschrieben [1-3]. Wie verschiedene Daten belegen, klafft zwischen Leitlinienempfehlungen und klinischer Praxis eine erhebliche Lücke [4-8]. Gründe dafür und mögliche Lösungsansätze diskutierten Dr. Dieter Burchert, Dipl.-Med. Ingrid Dänschel, Prof. Sabine Genth-Zotz sowie Prof. Jörg Latus unter der Moderation von Dr. Petra Sandow im Rahmen eines Roundtables im Juni in Frankfurt.
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