Montag, 23. September 2019
Navigation öffnen

Medizin

11. September 2019 Schmerztherapie: Weniger unerwünschte Ereignisse unter Tapentadol

Eine erfolgreiche Schmerztherapie zeichnet sich nicht nur durch ihre Wirksamkeit, sondern auch durch ein überzeugendes Verträglichkeitsprofil aus (1). Wie sich beide Aspekte verbinden lassen, erläuterten Dr. Axel Ruetz, Koblenz, und Dr. Jessica Münchmeyer, Nürnberg, anhand ihrer Erfahrungen mit Tapentadol retard (Palexia® retard) sowohl in der Klinik als auch in der Allgemeinarztpraxis.
Anzeige:
Weniger Nebenwirkungen und höhere Adhärenz

Aus Sicht von Dr. Axel Ruetz, Koblenz·Montabaur, sollen Notfall-Patienten eine schnell wirksame und vor allem eine sichere Therapie erhalten. Auch müsse die Therapie nachhaltig und daher immer die Wiederherstellung der motorischen Funktionalität das Ziel sein. Im Vergleich zu klassischen Opioiden zeigt Tapentadol retard hier Vorteile: Tapentadol-Patienten hatten im Vergleich zu mit Oxycodon Behandelten weniger unerwünschte Ereignisse (2). Bei leichter bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion ist Tapentadol ohne Dosisanpassung einsetzbar und verfügt zudem über ein geringes Interaktionspotenzial (3). „Vigilanzstörungen, die wir beispielsweise unter Hydromorphongabe bei älteren Patienten beobachten, oder gastrointestinale Nebenwirkungen wie Obstipation scheinen unter Tapentadol nicht so ausgeprägt“, ergänzte Ruetz. Gegenüber Oxycodon/Naloxon ist die Obstipation unter Tapentadol retard signifikant reduziert (1). Tapentadol entwickelt seine analgetische Wirkung direkt, also ohne pharmakologisch aktive Metabolite, und weist zudem ein günstiges Interaktionsprofil auf (3, 4). CYP-abhängige Metabolisierungen sind somit für Tapentadol nicht klinisch relevant, wohingegen Schmerzmedikamente wie Tilidin, Codein, Tramadol, Oxycodon, Methadon und Fentanyl diesbezüglich einer erhöhten Aufmerksamkeit bedürfen (5-8). Die gute Verträglichkeit und das günstige Interaktionsprofil bei gleichzeitiger Wirksamkeit wirken sich, so Ruetz, auch positiv auf die Adhärenz der Patienten und den Behandlungserfolg aus. Unter der Therapie mit Tapentadol retard blieben 77% mehr Patienten der Therapie treu als unter der Therapie mit Oxycodon/Naloxon (1).

Verbesserte Lebensqualität

Auch Dr. Jessica Münchmeyer, Fachärztin für Allgemeinmedizin, schätzt die Zuverlässigkeit der Substanz. Vor allem bei multimorbiden polymedizierten Patienten könne das Analgetikum aufgrund des geringen Interaktionspotenzials Vorteile haben. Als Hausärztin und manuelle Therapeutin setzt sie auf einen umfassenden Behandlungsansatz. Um beispielsweise eine Physiotherapie überhaupt zu ermöglichen, braucht es zuerst eine erfolgreiche Schmerzreduktion. Auf lange Sicht soll eine weitere Chronifizierung vermieden und der Patient dauerhaft mobil und somit arbeitsfähig gehalten werden. Ihren Erfahrungen nach ist dies mit Tapentadol retard möglich. Die Lebensqualität könne genauso wie die Mobilität eines berufstätigen multimorbiden und polymedizierten Patienten mit chronischen Rückenschmerzen unter der Therapie mit Tapentadol nachhaltig verbessert werden.

Gode Chlond

Quelle: Pressegespräch „Mit Palexia® retard auf der sicheren Seite?“, 06.09.2019, Hamburg; Veranstalter: Grünenthal

Literatur:

(1) Baron R. et al. Pain Practice 2016; 16 (5): 580-599 / 600-619.
(2) Buynak R et al. Expert Opin. Pharmacother. 2010; 11 (11): 1787-1804.
(3) Fachinformation Palexia® retard, Stand August 2017.
(4) Fachinformation Palexia® retard, Stand November 2018.
(5) Collart L, Luthy S, Favario-Constantin C, Dayer P. Duality of the analgesic effect of tramadol in humans. Schweiz Med Wochenschr. 1993; 123 (47): 2241-3.
(6) Desmeules J et al. Eur J Clin Pharmacol 1991; 41 (1): 23-6.
(7) Flockhart DA. Interactions: Cytochrom P450 Drug Interaction Table. Indiana University School of Medicine, 2007 8 Grün B et al. Br. J Clin Pharmacol 2012; 74 (5): 854-63.
(8) Grün B et al. Br. J Clin Pharmacol 2012; 74 .(5): 854-63.


Das könnte Sie auch interessieren

Myome – Eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch

Myome – Eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch
© Sandra Thiele / fotolia.com

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane: Es wird geschätzt, dass zwischen 20 und 40 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Jörg B. Engel und Dr. med. Eva Velten bietet das Myomzentrum am Krankenhaus Nordwest Betroffenen kompetente Beratung, modernste Diagnostik und zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten. Patientinnen, bei denen ein Myom der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch ist, erhalten Unterstützung und Hilfestellungen.

Blasenentzündung: Erstmal ohne Antibiotikum behandeln

Blasenentzündung: Erstmal ohne Antibiotikum behandeln
© absolutimages - stock.adobe.com

Blasenentzündungen sind kein Phänomen der kalten Jahreszeit, auch in den Sommermonaten tritt die Infektion häufig auf. Denn wenn nasse Badekleidung nicht rasch genug ausgezogen oder die abendliche Kühle unterschätzt wird, macht man es Bakterien unfreiwillig leicht. Harnwegsinfektionen werden oft sofort mit einem Antibiotikum behandelt. Noch immer zu wenig bekannt ist: Antibiotika sind bei diesem Krankheitsbild in vielen Fällen unnötig. Ihr unkritischer Einsatz trägt zudem zur Entstehung von Antibiotikaresistenzen bei. Darauf weist die Deutsche...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Schmerztherapie: Weniger unerwünschte Ereignisse unter Tapentadol"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.