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Gesundheitspolitik

„Machtmissbrauch zu erkennen ist der erste Schritt. Ihn durch konkrete Veränderungen zu verhindern, ist unsere Verantwortung.“ Unter diesem Leitgedanken stellt der DÄB in seiner Erklärung klar, dass Machtmissbrauch nicht als isoliertes individuelles Fehlverhalten betrachtet werden darf. Überholte Hierarchien, persönliche Abhängigkeiten in der medizinischen Weiterbildung sowie intransparente Entscheidungs- und Beschwerdewege schaffen Bedingungen, unter denen Grenzverletzungen stattfinden und häufig folgenlos bleiben.

Machtmissbrauch: kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem

„Wir müssen aufhören, Machtmissbrauch als Problem einzelner Personen zu betrachten. Solange Abhängigkeiten bestehen, Beschwerden nicht ernst genommen werden und Grenzüberschreitungen ohne Konsequenzen bleiben, tragen unsere Strukturen dazu bei, dass sich solche Vorfälle wiederholen“, betont Jana Pannenbäcker, Co-Präsidentin des DÄB. „Ein Kulturwandel beginnt dort, wo wir bereit sind, diese Strukturen kritisch zu hinterfragen und Verantwortung für ihre Veränderung zu übernehmen.

Die Folgen von Machtmissbrauch reichen nach Auffassung des DÄB weit über das individuelle Leid der Betroffenen hinaus: Er behindert die berufliche Entwicklung, begünstigt Karriereabbrüche hochqualifizierter Ärztinnen, verschärft den Fachkräftemangel und gefährdet die Qualität von Forschung, Wissenschaft und letztlich auch der Patientenversorgung.

Verantwortung übernehmen statt wegsehen

Mit der Erklärung fordert der DÄB Ärzteschaft, medizinische Einrichtungen, Standesorganisationen und Politik auf, bestehende Machtgefälle kritisch zu hinterfragen und verbindliche strukturelle Konsequenzen einzuleiten. „Wer in der Medizin Führungsverantwortung übernimmt, trägt auch Verantwortung für die Menschen, die ihm anvertraut sind. Eine Kultur, in der Grenzüberschreitungen verharmlost oder aus falsch verstandener Kollegialität verschwiegen werden, darf es nicht länger geben“, erklärt Prof. Dr. med. Barbara Puhahn-Schmeiser, Co-Präsidentin des DÄB. „Wir brauchen eine Medizin, in der Respekt, psychologische Sicherheit und Gleichberechtigung nicht nur eingefordert, sondern im beruflichen Alltag selbstverständlich gelebt werden.“

Mit der einstimmig verabschiedeten Erklärung bekräftigt der DÄB seinen Anspruch, den erforderlichen Kulturwandel aktiv mitzugestalten und die Verantwortlichen in Medizin und Gesundheitspolitik zum Handeln aufzufordern. Denn eines macht der Verband unmissverständlich deutlich: Lippenbekenntnisse reichen nicht aus.

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Quelle:

Deutsche Ärztinnenbund e. V. (DÄB)

Literatur:

(1)

Erklärung des Deutschen Ärztinnenbundes e.V. (DÄB) „Machtmissbrauch zu erkennen ist der erste Schritt. Ihn durch konkrete Veränderungen zu verhindern, ist unsere Verantwortung.“ (2026), abrufbar unter: https://www.aerztinnenbund.de/downloads/1/20261016_Erklaerung-des-Deutschen-Aerztinnenbundes_Machtmissbrauch-in-der-Medizin.pdf

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