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Medizin

05. März 2020 Morbus Pompe: Gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Avalglucosidase alfa in Phase-II-Studie

Neue Phase-II-Daten lieferten Sicherheits- und vorläufige Wirksamkeitsergebnisse aus 2 verschiedenen klinischen Studien zur Behandlung mit Avalglucosidase alfa, einer noch in der klinischen Prüfung befindlichen Enzymersatztherapie (ERT) sowohl bei Patienten mit late-onset (LOPD) als auch  infantilem (IOPD) Morbus Pompe.
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In beiden Patientengruppen wurde Avalglucosidase alfa gut vertragen und zeigte positive Trends hinsichtlich der explorativ erhobenen Parameter zur Wirksamkeit. Diese Daten wurden am 10. und 11. Februar beim 16. Annual WORLDSymposium vorgestellt.

Phase-II-Daten bei Patienten mit late-onset Morbus Pompe (1)
 
NEO-EXT ist eine noch laufende Verlängerungsstudie der NEO1-Studie, in der die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik, Pharmakodynamik und explorative Wirksamkeit von Avalglucosidase alfa bei 24 Patienten mit LOPD untersucht wurde. Bis Juli 2019 wurden 17 Patienten in der NEO-EXT-Studie weiter beobachtet und erhielten zweiwöchentlich einmal pro Woche 20 mg/kg Avalglucosidase alfa.
 
Nach 5,5 Jahren zeigte Avalglucosidase alfa ein Sicherheitsprofil, das mit den Ergebnissen der sechsmonatigen NEO1-Studie übereinstimmte. Ein therapienaiver Patient brach seine Teilnahme an NEO1 aufgrund eines mit dem Studienmedikament zusammenhängenden schwerwiegenden unerwünschten Ereignisses (SAE; Atembeschwerden/Beschwerden im Brustkorb) ab. Die häufigsten therapieassoziierten unerwünschten Ereignisse waren Fatigue, Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautausschlag (jeweils 3 Patienten), Schwindel, Atemnot (Dyspnoe), Hautrötung (Erythem), Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen (Myalgie) und Juckreiz (jeweils 2 Patienten). In NEO-EXT traten keine therapieassoziierten lebensbedrohlichen unerwünschten Ereignisse oder Todesfälle auf. Bei therapienaiven Patienten und Patienten aus der Switch-Gruppe* zeigten die vorläufigen Wirksamkeitsergebnisse eine Stabilisierung der Lungenfunktion und motorischen Funktion, gemessen anhand der forcierten Vitalkapazität (FVC) und des 6-Minuten-Gehtests (6MWT), im Vergleich zur erwarteten natürlichen Abnahme dieser Funktionen bei den Patienten aufgrund der Erkrankung und/oder des Alters. Die durchschnittliche vorhergesagte prozentuale Veränderung der FVC pro Jahr gegenüber dem Ausgangswert betrug -0,331% bei Patienten aus der Switch-Gruppe und +0,396% bei therapienaiven Patienten. Die durchschnittliche vorhergesagte prozentuale Veränderung des 6MWT pro Jahr gegenüber dem Ausgangswert, betrug -1,216% bei Patienten aus der Switch-Gruppe und -0,965% bei therapienaiven Patienten.
 
„Die Ergebnisse der NEO-EXT-Studie stimmen mit den Sicherheits- und vorläufigen Wirksamkeitsdaten der NEO1-Studie mit Avalglucosidase alfa zur Behandlung des late-onset Morbus Pompe überein“, erklärte Dr. Mazen M. Dimachkie, leitender Prüfarzt der NEO-EXT-Studie. „Es ist sehr wichtig, die Forschung zur Therapie von Morbus Pompe voranzutreiben, da diese seltene genetische Erkrankung verschiedene Organe betreffen kann und ihre Behandlung eine Herausforderung darstellt.“
 
Phase-II-Daten bei Patienten mit infantilem Morbus Pompe (2)
 

Mini-COMET ist eine noch laufende, offene 3-Kohorten-Studie der Phase II mit ansteigenden Dosierungen zur Untersuchung der Therapie mit Avalglucosidase alfa bei 22 IOPD-Patienten unter 18 Jahren, die zuvor mit Alglucosidase alfa behandelt worden waren und in präspezifizierten klinischen Outcomes ein unvollständiges Therapieansprechen gezeigt hatten. Die Patienten in Kohorte 1 erhalten alle 2 Wochen 20 mg/kg Avalglucosidase alfa, die Patienten in Kohorte 2 alle 2 Wochen 40 mg/kg Avalglucosidase alfa, und die Patienten in Kohorte 3 erhalten randomisiert 40 mg/kg Avalglucosidase alfa alle 2 Wochen oder Alglucosidase alfa in ihrer derzeitigen stabilen Dosis (innerhalb eines Bereichs von 20 mg/kg alle 2 Wochen bis 40 mg/kg jede Woche).
 
Nach 6 Monaten zeigen die Ergebnisse nun, dass Avalglucosidase alfa in einer Dosierung von 20 mg/kg und 40 mg/kg alle 2 Wochen gut vertragen wurde. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse in dieser Studie waren leicht bis mittelschwer ausgeprägt, darunter Erbrechen und Fieber (jeweils sechs Patienten), Infektionen der oberen Atemwege (fünf Patienten) sowie Husten und Hautausschlag (jeweils vier Patienten). Es traten keine schwerwiegenden oder schweren therapieassoziierten unerwünschten Ereignisse auf; und es waren auch keine unerwünschten Ereignisse zu beobachten, die zu einem dauerhaften Abbruch der Behandlung oder zum Tod führten. Die Biomarker für die Krankheitsaktivität nahmen in allen Kohorten vom Ausgangswert bis Woche 25 ab oder stabilisierten sich (siehe Tabelle unten, Veränderung der Biomarker für die Krankheitslast).

„Diese Sicherheits- und Verträglichkeitsergebnisse sind vielversprechend für die zukünftige Entwicklung von Avalglucosidase alfa als Therapie für Patienten mit infantilem Morbus Pompe“, sagte Dr. David Kronn, leitender Prüfarzt. „Die explorativen Daten zeigten bei den meisten Patienten nach 6-monatiger Behandlung einen Trend zur Abnahme oder Stabilisierung der Biomarker, was sehr ermutigend ist. Außerdem hat kein Patient Avalglucosidase alfa während der Studie abgesetzt.“

* Patienten, die von der zugelassenen ERT auf das Studienmedikament eingestellt wurden.

Quelle: Sanofi

Literatur:

(1) ClinicalTrials.gov Identifier: NCT02032524.
(2) ClinicalTrials.gov Identifier: NCT03019406.


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