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Medizin

GLP-1 Rezeptoragonisten und SGLT-2 Inhibitoren: Einsatz bei Typ-2-Diabetes

GLP-1 Rezeptoragonisten und SGLT-2 Inhibitoren: Einsatz bei Typ-2-Diabetes
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Das kardiovaskuläre Risikomanagement hat inzwischen Einzug in die Therapiestrategien des Typ 2 Diabetes gehalten. Das spiegelt sich klar in den internationalen und nationalen Leitlinienempfehlungen wider (1-4). Allen voran der ADA/EASD Consensus Report aus dem Jahr 2018 macht den kardiovaskulären Status zu einem wichtigen Entscheidungskriterium für die weitere Therapieeskalierung bei Typ 2 Diabetes. Doch welchen konkreten Einfluss hat die Leitlinie auf die Verordnungspraxis ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte in Deutschland?
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Wie häufig werden GLP-1 Rezeptoragonisten und SGLT2 Inhibitoren bei Typ-2-Diabetes verordnet?

Das war die zentrale Frage einer retrospektiven Datenbankanalyse (IQVIA Disease Analyzer), deren Ergebnisse jetzt auf der Frühjahrstagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vorgestellt wurden (5). Sie geben Aufschluss darüber, wie sich die Verordnungshäufigkeit von Diabetesmedikamenten mit nachgewiesenen kardio-protektiven Effekten, wie GLP-1 Rezeptoragonisten (RA) und SGLT2 Inhibitoren (SGLT2i), nach dem ADA/EASD Consensus Report von 2018 in deutschen Praxen verändert hat. Außerdem zeigt die Studie auf, welche Faktoren für die Therapieentscheidung ausschlaggebend sind. Sie schließt Daten bis zum Jahr 2020 ein.
 
 

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GLP-1 Rezeptoragonisten und SGLT2 Inhibitoren bei Typ-2-Diabetes frühzeitig einsetzen

Der ADA/EASD Consensus Report von 2018 gibt eine klare Richtung vor: Danach sollen Antidiabetika mit nachgewiesenen kardio-protektiven Effekten, wie GLP-1RA und SGLT2i, bei Menschen mit Diabetes und atherosklerotischen Gefäßerkrankungen (atherosclerotic cardiovascular disease; ASCVD) oder chronischer Nierenerkrankung (chronic kidney disease; CKD) frühzeitig eingesetzt werden (3). „Für die Prognose von Menschen mit Typ 2 Diabetes ist es entscheidend, kardiovaskuläre Risiken so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Rathmann, Diabetes-Epidemiologe und stellvertretender Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am DDZ.

Leitlinienempfehlungen zu GLP-1 Rezeptoragonisten und SGLT2 Inhibitoren bei Typ-2-Diabetes noch nicht vollends im Praxisalltag angekommen

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Verordnungshäufigkeit von Diabetesmedikamenten mit nachgewiesenen kardio-protektiven Effekten bei Typ 2 Diabetes nach dem ADA/EASD Consensus Report von 2018 in deutschen Praxen zugenommen hat. Der Verordnungsanteil stieg im Falle einer kardiovaskulären Vorerkrankung allerdings nur unwesentlich stärker an als ohne. Insgesamt hatten Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur einen geringen Einfluss auf die Verordnung von Medikamenten zur Behandlung des Typ 2 Diabetes, die auch eine kardio-protektive Wirkung haben: Beispielsweise wurde die Verordnung von GLP-1RA am stärksten durch die Vorerkrankung Adipositas beeinflusst. Bluthochdruck vergrößerte ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, mit GLP-1RA behandelt zu werden, wohingegen erhöhte HbA1c-Werte die Wahrscheinlichkeit eher senkten.

Versorgungsanstieg bei GLP-1 Rezeptoragonisten und SGLT2 Inhibitoren auf Marktwachstum zurückzuführen

„Unsere Untersuchung macht sehr deutlich, welchen hohen Stellenwert neue Glukosesenker wie GLP-1RA und SGLT2i inzwischen für die Behandlung des Typ 2 Diabetes haben“, betont Rathmann. „Allerdings lassen die Ergebnisse auch den Schluss zu, dass der Verordnungsanstieg von GLP-1 RA und SGLT2i seit 2018 zum Großteil eher auf ihr anhaltendes Marktwachstum und weniger auf den gezielten Einsatz bei kardiovaskulären Vorerkrankungen zurückzuführen ist.“
 
 

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Noch immer Aufklärungsbedarf bei GLP-1 Rezeptoragonisten und SGLT2 Inhibitoren

Um das volle therapeutische Potenzial auszuschöpfen, sei es daher wichtig, dass die Ärzt:innen im Praxisalltag umsetzen, dass diese neuen Substanzen neben ihren glukosesenkenden Eigenschaften einen positiven Effekt auf das kardiovaskuläre Risiko haben. Hier habe sich in den letzten Jahren schon viel getan, so Rathmann. Allerdings zeichne die Studie ein sehr gutes Bild vom tatsächlichen Versorgungsalltag und zeige eindeutig, dass es noch Nachholbedarf in Sachen Information und Aufklärung gäbe. „Ein solches Umdenken kann nicht von heute auf morgen passieren“, so Rathmann. Die Verordnenden müssten künftig bei ihren Therapieentscheidungen noch besser hinsichtlich der kardiovaskulären Risikofaktoren differenzieren. Das sei auch das Ziel relevanter internationaler und nationaler Leitlinien zur glukosesenkenden Therapie bei Typ 2 Diabetes.

Quelle: NovoNordisk

Literatur:

(1) Davies MJ et al. Diabetes Care 2018;41:2669–2701
(2) Das SR et al. J Am Coll Cardiol 2018;72:3200-3223
(3)American Diabetes Association (ADA). Diabetes Care 2019;42(Suppl. 1):S103-123
(4) Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes.
(5) Barth SD. Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Poster-Session P 145, 27. Mai 2022.


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