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Medizin
22. Juni 2021

TNF-Inhibitoren in der Rheumatologie – aktueller Forschungsstand

TNF-Inhibitoren in der Rheumatologie – aktueller Forschungsstand
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Insgesamt 8 Beiträge stellte Prof. Dr. Frank Buttgereit von der Charité Universitätsmedizin Berlin im virtuellen Posterwalk vor. Den Anfang bildete der Abstract „COVID-19 Vaccine Safety in Patients with Rheumatic and Musculoskeletal Disease”, demzufolge Impfstoffe von Pfizer/BioNTech, AstraZeneca sowie Moderna bei RMD-Patienten ein gutes Sicherheitsprofil besitzen. Etwa ein Drittel der Geimpften, so das Studienergebnis, litt unter Nebenwirkungen; Krankheitsschübe sowie schwere Nebenwirkungen waren jedoch selten beziehungsweise sehr selten. Effektivität und Verträglichkeit unterschieden sich nicht von der Bevölkerung.
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TNF-I-Behandelte: Niedrigere Hospitalisierungsrate und Mortalität

Ebenfalls COVID-19 zum Thema hatte der anschließende Beitrag, für den die COVID-19-Verläufe von Patienten untersucht worden waren, die TNF-I (Tumor Necrosis Factor-inhibitor) oder andere Immunmodulatoren erhalten hatten. Dabei stellten die Autoren eine Assoziation zwischen einer hohen/moderaten Krankheitsaktivität und dem Schweregrad der COVID-19-Erkrankung fest. Zudem war unter den TNF-I-Behandelten die Hospitalisierungsrate sowie die Mortalität niedriger.
Vermindert TNF-Inhibition das Risiko eines schweren COVID-19-Verlaufs bei Rheumapatienten?
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Eine Studie untersuchte den Nutzen von Tumornekrosefaktor-Inhibitoren (TNF-I) bei Rheumapatienten mit COVID-19 und kam zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von TNF-I (v.a. Adalimumab und Etanercept) Todesfälle verhinderte und zu einer niedrigeren Hospitalisierungsrate führte. Der Einsatz von Glukokortikoiden und eine hohe Krankheitsaktivität wirkten der schützenden TNF-I-Wirkung entgegen.
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RMD-Patienten mit COVID-19

Mit dem Risiko für schwere Verlaufsformen bei älteren RMD-Patienten (rheumatische und muskuloskelettalen Erkrankungen) befasste sich der dritte Abstract. Die Auswertung von mehr als 2.200 Daten zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe mit dem Vorhandensein von Komorbiditäten, der Glukokortikoid-Einnahme sowie einer hohen Krankheitsaktivität stieg. Eine Behandlung mit biologischen DMARDs (Disease-modifying Antirheumatic Drug) oder JAK-Inhibitoren (Januskinase) beeinflusste das Risiko nicht. Anschließend leitete Buttgereit zu dem von ihm veröffentlichten Beitrag über, der ein neues Antikörper-Wirkstoff-Konjugat bestehend aus Adalimumab und einem hochwirksamen Glukokortikoidrezeptor-Modulator vorstellte. In Studien konnte dessen klinische Wirksamkeit und ein dem Adalimumab ähnliches Sicherheitsprofil gezeigt werden.

Mono- / Multiswitching-Szenarien bei Biosimilars 

Die nächsten 3 Beiträge widmeten sich dem Thema Biosimilars. Buttgereit stellte zunächst eine erste größere Stichprobe von Patientendaten mit juveniler idiopathischer Arthritis unter Adalimumab-Therapie vor, der zufolge sich Wirksamkeit und Sicherheitsprofil bei Biosimilar und Referenzprodukt nicht unterschieden. Ziel des zweiten Beitrags war es, geeignete Prädiktoren für die Persistenz der Therapie mit Adalimumab zu identifizieren, wobei sich nach einem SWITCH kein Unterschied in der Krankheitsaktivität und der Dosierung finden ließ. Der dritte Abstract befasste sich schließlich mit dem Kenntnisstand und der Patientenzufriedenheit nach Mono- bzw. Multiswitching-Szenarien bei Biosimilars. Es zeigte sich, dass auch häufiger durchgeführte Wechsel sich nicht negativ auf die Zufriedenheit auswirkten. Mono- und Multiswitcher wiesen dabei nahezu den gleichen, jedoch relativ niedrigen Kenntnisstand zu Biosimilars auf.
Risikofaktoren für schwere COVID-19-Verläufe bei Patienten mit Rheuma: DGRh veröffentlicht Daten aus dem Deutschen COVID-19 Register
© cassis - stock.adobe.com

Sind Rheumapatienten bei einer SARS-CoV-2-Infektion besonderen Risiken ausgesetzt und welchen Einfluss hat die Rheumamedikation? Um diese Fragen zu klären, hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) gemeinsam mit Experten der Universität Gießen bereits wenige Wochen nach dem Auftreten der ersten COVID-19 Fälle in Deutschland ein online-Register ins Leben gerufen. In diesem werden...
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Thema des letzten Beitrags war der zur Behandlung der Osteoporose eingesetzte, monoklonale Antikörper Romosozumab. Die Daten aus dem vorgelegten Abstract demonstrieren, dass dieser auch eine hohe klinische Wirksamkeit bei Osteoporose-Patientinnen mit rheumatoider Arthritis zeigt.

Dr. Silke Kerscher-Hack

Quelle: Virtueller Posterwalk im Nachgang des EULAR „TNF-Inhibitoren in der Rheumatologie: Einordnung neuer Studiendaten und des aktuellen Forschungsstands“, 09.06.2021


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