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Medizin | Beiträge ab Seite 88

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EU-Zulassungserweiterung für Finerenon bei frühen Stadien der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Typ-2-Diabetes

Die Europäische Kommission hat für Finerenon die Zulassung für eine Indikationserweiterung auf frühe Stadien der chronischen Nierenerkrankung (CKD) in Verbindung mit Typ-2-Diabetes (T2D) erteilt und Erkenntnisse aus den kardiovaskulären (CV) Ergebnissen der Phase-III-Studie FIGARO-DKD einbezogen. FIGARO-DKD umfasste etwa 7.400 Patient:innen über ein breites Spektrum an Schweregraden der Erkrankung, einschließlich der CKD Stadien 1–4 mit Albuminurie in Verbindung mit T2D, und zeigte, dass Finerenon im Vergleich zu Placebo das Risiko von kardiovaskulären Ereignissen bei erwachsenen Patient:innen mit CKD und T2D signifikant senkte. Die Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie FIGARO-DKD wurden auf dem ESC (European Society of Cardiology)-Kongress 2021 vorgestellt und gleichzeitig im New England Journal of Medicine veröffentlicht.
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Lasso-Peptid Cloacaenodin tötet Antibiotika-resistente Bakterien

Mit dem Lasso-Peptid Cloacaenodin konnten Forschende der Princeton University School of Engineering Bakterien abtöten, die gegen herkömmliche Antibiotika resistent sind (1). Das Peptid zielt auf eine Gruppe von Krankheitserregern der Gattung Enterobacter, die von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) als Hauptursache für die sich beschleunigende globale Krise der Antibiotikaresistenz identifiziert wurde.
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COPD: Dyspnoe reduzieren mit LAMA/LABA-Fixkombinationen

Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) reduzieren häufig ihre Alltagsaktivität, u. a. abhängig von ihrer Krankheitsschwere und Atemnot (1). Die internationalen GOLD-Empfehlungen (2) und nationale Leitlinien, wie von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) (3), sprechen sich dabei für Bewegung als ergänzende, nicht-pharmakologische Maßnahme bei COPD aus. Die LAMA (langwirksame Anticholinergika)/LABA (langwirksame Beta-2-Agonisten)-Fixkombination Aclidinium/Formoterol kann die Bronchien erweitern und somit Luftnot reduzieren (4).
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Diagnostischer Test zur Unterscheidung zwischen bakteriellen und viralen Infektionen

Die Symptome von bakteriellen und viralen Infektionen sind klinisch oft nicht voneinander zu unterscheiden, was Ärzt:innen vor die Herausforderung stellt zu entscheiden, ob sie Patient:innen mit Antibiotika behandeln sollen oder nicht. Diese Unklarheit kann bedauerlicherweise zu einem zu geringen oder übermäßigen Einsatz von Antibiotika führen. Das Immunantwort-Diagnostikum MeMed BV ist in der Lage, zwischen bakteriellen und viralen Infektionen zu unterscheiden.
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Knochenbrüche sicher mit Ultraschall diagnostizieren – Neue S2e-Leitlinie zur Fraktursonografie

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) hat Anfang Februar 2023 in Zusammenarbeit mit 8 weiteren Fachgesellschaften eine neue S2e-Leitlinie zur Fraktursonografie veröffentlicht. Sie gibt einen Überblick, bei welchen Knochenbrüchen der Ultraschall eine Alternative oder Ergänzung zur Röntgenuntersuchung darstellt. Insbesondere bei Kindern eignet sich die Sonografie zur Diagnose, da sie schnell einsetzbar, schmerzarm in der Durchführung und gänzlich frei von ionisierender Strahlung ist. Im Wachstumsalter sieht die DEGUM es als lohnendes Ziel an, Strahlenbelastung möglichst weit zu reduzieren.
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Stress erhöht das Schlaganfallrisiko um bis zu 30%

Zu viel Stress ist ungesund – das ist allgemein bekannt. Wie sehr dieser das Schlaganfallrisiko erhöhen kann, belegt nun eine aktuelle Studie: In der internationalen, retrospektiven Fallstudie mit 26.812 Personen aus 32 Ländern wiesen Wissenschaftler:innen der Universität Galway (Irland) einen deutlichen Zusammenhang zwischen einem Hirninfarkt und einem erhöhten Stresslevel nach (1). Das Ergebnis: Aus der Gruppe der Schlaganfall-Betroffenen berichteten rund 21% von einem erhöhten Maß an Stress, während es in der Kontrollgruppe, die sich aus Personen ohne einen Hirninfarkt zusammensetzte, nur 14% waren. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) weist auf dieses Risiko hin und rät dringend zur Stressprävention. Sie ruft weiter dazu auf, bei Schlaganfallsymptomen – Sprachstörungen oder Lähmungen – unverzüglich medizinische Hilfe zu suchen, um Langzeitschäden zu verhindern.
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Dupilumab als 1. zielgerichtete Biologika-Therapie bei Eosinophiler Ösophagitis zugelassen

Die Europäische Kommission hat die Zulassung von Dupilumab in der EU auf die Behandlung von Eosinophiler Ösophagitis (EoE) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einem Mindestgewicht von 40 kg, die mit einer konventionellen medikamentösen Therapie unzureichend therapiert sind, diese nicht vertragen oder für die eine solche Therapie nicht in Betracht kommt, erweitert. Die EoE ist eine progrediente chronisch-entzündliche Erkrankung, die den Ösophagus schädigt und in der Funktion beeinträchtigt (1-4). Mit der Zulassung ist Dupilumab in der EU die erste und einzige zielgerichtete Biologika-Therapie für EoE. In den USA ist Dupilumab seit Mai 2022 zur Behandlung der EoE zugelassen.
 
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Zulassungsempfehlung für Dupilumab zur Behandlung von Kindern ab 6 Monaten mit schwerer atopischer Dermatitis

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat eine positive Stellungnahme zu Dupilumab abgegeben und empfiehlt die Zulassung in der Europäischen Union (EU) um die Behandlung der schweren atopischen Dermatitis (AD) bei Kindern im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren, die für eine systemische Therapie in Betracht kommen, zu erweitern. Die endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission über die Zulassung von Dupilumab wird in den kommenden Monaten erwartet. Dupilumab wurde im Juni 2022 von der Food and Drug Administration der USA für Kinder dieser Altersgruppe zugelassen.
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Künstliche Befruchtung ohne Folgen für das Kind

Eine groß angelegte Studie unter der Leitung der Universität Bristol über die Auswirkungen von Fruchtbarkeitsbehandlungen hat in Bezug auf Blutdruck, Herzfrequenz, Blutfettwerte und Glukosewerte keine soliden Unterschiede zwischen Kindern, die auf natürlichem Wege gezeugt wurden, und Kindern, die mit Hilfe assistierter Reproduktionstechniken (ART) gezeugt wurden, festgestellt (1). Die Wissenschaftler:innen wollten herausfinden, ob die ART zu Nachteilen für die Herz-Kreislauf-Gesundheit der Kinder führt. Die Stichprobe umfasste auch 8.600 Kinder, die an der Studie „Children of the 90s“ (2) teilgenommen hatten. In dieser Studie wurden schwangere Frauen und ihre Kinder seit 1991 beobachtet.
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Erhöhtes Risiko durch JAK-Inhibitoren bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen?

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat Empfehlungen zur Verringerung des Risikos schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SUE), die mit Januskinase-Inhibitoren (JAKi) assoziiert sind, ausgesprochen (1). Das Bewertungsverfahren der EMA ist noch nicht abgeschlossen, und die Entscheidung durch die Europäische Kommission steht noch aus. Das Bewertungsverfahren betrifft alle JAKi, die zur Behandlung verschiedener chronisch-entzündlicher Erkrankungen indiziert sind. Der JAKi Tofacitinib ist in 4 rheumatologischen Indikationen sowie zur Therapie der Colitis ulcerosa (CU) zugelassen. Welche Konsequenzen die Empfehlungen bzw. das laufende Bewertungsverfahren auf den Praxisalltag haben könnten, erläuterten der Rheumatologe PD Dr. Philipp Sewerin, Herne, und der Gastroenterologe Prof. Dr. Axel Dignaß, Frankfurt am Main. Einig waren sich die Experten, dass Tofacitinib bei Berücksichtigung des entsprechenden Risikoprofils nach wie vor eine sehr wichtige Therapieoption darstellt, von der viele Patient:innen profitieren könnten.
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Optimierter Schutz gegen die Asiatische Tigermücke

Forschende der Universität Florenz haben ein Mückenschutzmittel entwickelt, das sich als länger wirksam und effektiver als DEET (Diethyltoluamid), eines der aktuell wichtigsten synthetischen Insektenabwehrmittel in kommerziellen Formulierungen, erwiesen hat. Die Wissenschaftler:innen testeten mehrere zyklische Hydroxyacetale gegen die Stechmücke Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke), die Krankheiten wie Enzephalitis und Dengue-Fieber überträgt. Im Zuge des Klimawandels breitet sich dieses gefährliche Insekt zunehmend auch in bisher zu kalten Regionen wie Mitteleuropa oder Nordamerika aus. Die Verbindungen wurden durch Acetalisierung handelsüblicher aliphatischer Carbonylverbindungen synthetisiert und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit mit den kommerziellen Repellentien DEET und Icaridin verglichen. (1)
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Tezepelumab – Einsatzpotenzial im Praxisalltag bei Asthma

Das First-in-Class Biologikum Tezepelumab ist seit September 2022 als Add-on-Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit schwerem Asthma, das trotz hochdosierter inhalativer Corticosteroide plus eines weiteren Arzneimittels zur Erhaltungstherapie unzureichend kontrolliert ist, zugelassen (1). Tezepelumab inhibiert die Aktivität des epithelialen Zytokins Thymus-Stroma-Lymphopoietin (TSLP), was die Blockierung zahlreicher bronchialer Entzündungskaskaden zur Folge hat (1,2). Studien belegen, dass die innovative Behandlungsoption bei einer breiten Patient:innenpopulation unabhängig von Biomarker-Werten wie EOS (Eosinophile), IgE (Immunglobulin E) oder FeNO (fraktioniertes exhaliertes Stickstoffmonoxid) die jährliche Asthma-Exazerbationsrate reduzieren kann (1). Welche Patient:innen von dieser innovativen Therapie profitieren, erklärte Prof. Dr. Stephanie Korn, Mainz und Heidelberg, im Rahmen einer Presseveranstaltung.
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Emicizumab: Jetzt auch für Patient:innen mit mittelschwerer Hämophilie A zugelassen

Weltweit sind ca. 900.000 Menschen von Hämophilie A betroffen, von denen etwa 14% eine mittelschwere Form der Erkrankung haben (1-3). Nur 15% der Menschen mit mittelschwerer Hämophilie A leben blutungsfrei, doch ein großer Teil hat Blutungen und daraus resultierend ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen (4-6). Für Patient:innen mit Hämophilie A ohne FVIII-Hemmkörper, die eine mittelschwere Erkrankung (FVIII ≥ 1% und ≤ 5%) haben und einen schweren Blutungsphänotyp aufweisen, hat die Europäische Kommission nun den Antikörper Emicizumab für die routinemäßige Prophylaxe zugelassen (4). Die Zulassungserweiterung basiert auf den Ergebnissen der HAVEN 6-Studie. Diese bestätigt eine wirksame Blutungskontrolle und ein günstiges Sicherheitsprofil.
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Proteinvielfalt in Bakterien könnte größer sein als gedacht

Als Proteinfabrik der Zelle hat das Ribosom die Aufgabe, bestimmte Teile der mRNA in ein Protein zu übersetzen. Um zu erkennen, wo es damit anfangen und wieder aufhören muss, braucht es Start- und Stopcodons. Ein Team um Matthias Erlacher am Institut für Genomik und RNomik an der Med Uni Innsbruck untersuchte erstmals überlappende Startcodons in bakteriellen mRNAs. Nun muss geklärt werden, ob aufgrund des entdeckten Mechanismus die bakterielle Proteinvielfalt größer ist als bisher angenommen, oder ob es sich dabei um eine neue Art der Regulation für die Eiweißproduktion handelt.
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Welttag der vernachlässigten Tropenkrankheiten – Wirkstoffe in der klinischen Prüfung

Über eine Milliarde Menschen weltweit sind in Gefahr, durch vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases – NTDs) krank, entstellt oder arbeitsunfähig zu werden oder gar daran zu sterben. Insbesondere in den ärmsten Weltregionen, wo sauberes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Gesundheitsversorgung für viele Menschen nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind, haben Viren, Bakterien, Parasiten, Pilze oder auch Giftschlangen leichtes Spiel. Die Folge sind schwere Erkrankungen wie Flussblindheit oder Schlafkrankheit, Dengue-Fieber, Lepra oder die Auswirkungen von Schlangenbissen. Da diese Krankheiten Menschen in Industrieländern und auch Reisende selten gefährden, werden sie auch im Hinblick auf Gelder für Forschung und Therapien vielfach vernachlässigt. Afrika gehört zu den Regionen, in denen vernachlässigte Tropenkrankheiten quasi als „Volkskrankheiten“ auftreten. „Sie gehören in den betroffenen Ländern oftmals zu den häufigsten Krankheitsursachen“, sagt der stellvertretende Koordinator des DZIF-Forschungsbereichs Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten, Prof. Achim Hörauf vom Universitätsklinikum Bonn.
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