Journal MED
Patienteninfos
Inhaltsverzeichnis

Fußpilz ist die häufigste Pilzinfektion der Haut [1, ]. In Deutschland sind 30% der Bevölkerung davon betroffen, Männer etwas häufiger als Frauen [1, 3]. Wichtigster Auslöser dieser verbreiteten Hautkrankheit ist der Dermatophyt Trichophyton rubrum. Auf sein Konto gehen rund drei Viertel aller Fußpilzerkrankungen [2, 3]. Wie andere seiner Kollegen geht dieser Fadenpilz sehr raffiniert ans Werk, um sich einzunisten.

Trickreiche Attacke

Zunächst greift er mit Enzymen, biologischen Werkzeugen, den Säureschutzmantel der Haut an. Auf diese Weise kann sich Trichophyton rubrum nun einfach Zugang verschaffen: seine fadenförmigen Zellen, die sogenannten Hyphen, dringen in die Oberhaut ein. Hier angekommen, bilden sie das Mycel – ein feines unsichtbares Geflecht. Dieses beschränkt sich mitnichten auf einzelne Areale, sondern breitet sich in der gesamten Oberhaut des Fußes aus. Bis sich der Befall zu erkennen gibt, dauert es leider. In der Zwischenzeit macht er andere Füße zur laufenden Pilzkolonie.

Von Fuß zu Fuß

Fußpilz bleibt lange unentdeckt und entsprechend auch unbehandelt. So kann er ungestört wachsen und sich auf andere Wirte ausbreiten.

Da sich die Oberhaut, die Epidermis, ständig erneuert und durch den Pilzbefall angeregt wird, dies noch schneller zu tun, werden sehr viele abgestorbene Hautschuppen von dem befallenen Fuß abgestoßen. In diesen können die Pilzsporen tage- bis wochenlang überleben – solange, bis ein neuer, ahnungsloser Wirt mit seinem Fuß auf sie tritt. Der Kreis hat sich geschlossen und beginnt von Neuem. Was die Übertragung von Fußpilz noch effektiver macht, ist die Tatsache, dass von einem betroffenen Fuß mit jedem Schritt etwa fünfzig Pilzsporen abfallen. Das erklärt auch, warum dort, wo viele Menschen barfuß laufen, die Infektionsgefahr am größten ist.

Klassische Indizien für die Fahndung

Mit bloßem Auge sind Pilzsporen nicht zu erkennen; wohl jedoch an den Beschwerden, die sie verursachen. Den ersten Hinweis gibt wiederholter Juckreiz zwischen den Zehen. Besonders häufig tritt dieser im Zwischenraum von viertem und fünftem Zeh auf – denn er ist am engsten und bietet den Sporen durch Feuchtigkeit und kaum Licht die besten Lebensbedingungen. Im weiteren Verlauf der Fußpilzinfektion rötet und schuppt sich die Haut in den Zehenzwischenräumen. Die betroffenen Bereiche sind am Rand meist dunkler gerötet, zudem bilden sich hier oft kleine Bläschen und Pusteln. Mitunter kommt es auch zu sichtbaren Hauteinrissen, sogenannten Rhagaden.

Gezielter Schutz: das beste Antipilzmittel

Die wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung bestehen darin, möglichst selten „Feindkontakt“ an besonders riskanten Orten zu haben und wortwörtlich zu nehmende Tretminen zu entschärfen. So lassen sich die Infektionsgefahren effektiv eindämmen:

  • In öffentlichen Bädern und Saunen niemals barfuß gehen, sondern stets Badeschlappen tragen.

  • Auch in Hotelzimmern sollten immer Hausschuhe oder Schlappen getragen werden.

  • Keine Fußdesinfektionsanlagen nutzen. Denn der antiseptische Chemiecocktail aus der Düse greift den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Anders als ihr Name impliziert, erhöhen diese Anlagen das Infektionsrisiko auf diese Weise.

  • In feuchte und aufgeweichte Haut können die Pilzsporen noch besser eindringen. Deshalb sollten die Füße stets sehr gründlich und mit einem gesonderten Handtuch abgetrocknet werden. Das bereits für den restlichen Körper verwendete Handtuch ist zu feucht. Bei engstehenden Zehen und wenn es schnell gehen muss, gerne auch einen Fön zum Trocknen der Füße verwenden.

  • Außer trocken sollten die Füße auch warm gehalten werden. Damit sind sie gut durchblutet, was der Pilzabwehr dienlich ist.

  • Socken und Handtücher am besten bei 60° Grad waschen.

  • Socken täglich wechseln.

Strategien, wenn es passiert ist

Wer zum unfreiwilligen Gastgeber von Trichophyton rubrum & Kollegen geworden ist, sollte rasch und richtig handeln. Zur naturheilkundlichen Behandlung wird einiges empfohlen – die Palette umfasst unter anderem Lotio alba, Propolis-Tinktur und Teebaumöl. Der Erfolg dieser Mittel ist indessen meist gering.

Zielgerichtet mit Antimykotika

Wirklich effektiv, da gezielt zur Abtötung der Pilzsporen entwickelt, sind dagegen Antimykotika. Ihre Bezeichnung leitet sich ab von anti, dagegen und mykose, dem lateinischen Namen für eine Pilzerkrankung. Zu den am häufigsten angewendeten antimykotischen Wirkstoffen gehören Amorolfin, Bifonazol, Ciclopirox und Clotrimazol sowie Miconazol und Terbinafin [2]. Sie werden in der Regel topisch, also direkt auf den befallenen Hautregionen angewendet. Die Antimykotika können als Cremes, Gels oder Puder eingesetzt werden. Bei trockener Haut an den Füßen empfehlen sich Cremes oder Gels, da sie zusätzlich hautpflegend wirken. Neigen die Füße eher zum Schwitzen, sind Puder besser zur Pilztherapie geeignet.

Geduld und Konsequenz sind gefragt

Essentiell wichtig zur Behandlung von Fußpilz ist es, dranzubleiben. Die Antimykotika müssen regelmäßig nach Vorschrift und vor allem auch lange genug angewendet werden. Denn Fußpilz ist enorm hartnäckig. Wie erwähnt, besteht seine Erfolgsstrategie darin, in infizierten Hautschuppen eingebettet über lange Zeit hinweg auszuharren. Darüber hinaus muss das Mycel in der Oberhaut bekämpft werden. Hierfür benötigen die Antipilzmittel ebenfalls eine geraume Weile. Deshalb lautet die Empfehlung auch, die Behandlung nach Abklingen der Symptome für zwei bis drei Wochen fortzuführen. Erst danach kann davon ausgegangen werden, dass sämtliche Pilzsporen vernichtet wurden.

Mögliche ernsthafte Konsequenzen

Juckende und unansehnliche Haut an den Füßen und vor allem zwischen den Zehen sind nicht die einzigen Folgen von Tinea pedes. Stark ausgeprägt, zu spät erkannt oder nicht richtig behandelt, können Fußpilzerkrankungen auch äußerst schmerzhaft werden und jeden Schritt beschwerlich machen. Darüber hinaus können die Pilzsporen bis tief in das Unterhautgewebe vorstoßen und hier deutlichen Schaden anrichten – so etwa eitrige Entzündungsherde. Zudem, auch wenn er Fußpilz heißt: sein Verbreitungsradius ist unbegrenzt und er kann an jede andere Stelle des Körpers übertragen werden. Oft genügt es bereits, wenn die Finger, die an den juckenden Füßen gekratzt haben, woandershin am Körper gelangen. Pilzbefallene Handtücher sind ein weiteres beliebtes Transportvehikel. Das Fazit lautet daher: Fußpilz gezielt vorbeugen, behandeln und nicht verharmlosen.

Pflegegrad jetzt beantragen: Was Betroffene wissen sollten

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Pflegegrad jetzt beantragen: Was Betroffene wissen sollten

Jetzt lesen

Literatur:

(1)

Lippert U. et al. Dermatophyten-Infektionen bei Kindern und Erwachsenen in Deutschland. J Dtsch Dermatol Ges. 2021; 19 (7): 993 – 1002.

(2)

Leung A. K. C. et al. Tinea pedis: an updated review. Drugs Context 2023; 12: 2023-5-1.

(3)

https://www.gesundheits-lexikon.com/Infektionskrankheiten/Hautpilzerkrankung-Tinea-Dermatophytose/Einleitung, abgerufen am 24.08.2026