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Grüner Knollenblätterpilz als Hauptursache tödlicher Vergiftungen

Beliebte heimische Speisepilze sind zum Beispiel der Wiesenchampignon oder der Täubling. Diese Pilze werden immer wieder mit dem Grünen Knollenblätterpilz verwechselt, der sehr giftig ist. Die in diesem Pilz enthaltenen Giftstoffe können Leberversagen verursachen, deshalb kann bereits der Verzehr einer geringen Menge tödlich sein. Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet, da bei ihnen schon kleine Mengen zu schweren gesundheitlichen Schäden führen können. Etwa 10% aller Anfragen bei den Giftinformationszentren im Zusammenhang mit einer möglichen Pilzvergiftung werden von Knollenblätterpilzen verursacht. Diese wachsen von Juli bis Oktober vor allem in Laubwäldern, sind aber auch in Parkanlagen zu finden. Das BfR schätzt, dass Knollenblätterpilze für mindestens 80% aller tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen in Deutschland verantwortlich sind. Nicht alle Pilze verursachen die gleiche Vergiftungssymptomatik. Eine Pilzvergiftung kann mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Oft beginnt sie jedoch mit Unwohlsein, begleitet von Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Richtiges Verhalten bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung

Bei Unwohlsein nach einer Pilzmahlzeit sollte unverzüglich eine Ärztin, ein Arzt oder ein Giftinformationszentrum konsultiert werden. Keinesfalls sollte eine Therapie ohne ärztliche Anordnung erfolgen. Selbst vermeintlich harmlose Maßnahmen wie das Auslösen von Erbrechen können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, zum Beispiel wenn Erbrochenes in die tiefen Atemwege gelangt. Auch Milch kann die Aufnahme von Giften fördern.

Im Falle einer Vergiftung können Reste der Pilze, etwa vom Putzen oder von der Mahlzeit, unter Umständen auch Erbrochenes, wichtige Hinweise zur Bestimmung der Pilze liefern, auch im Rahmen einer Sporenanalyse. Diese Reste sollten daher aufgehoben werden. Andere Personen, die ebenfalls von der Pilzmahlzeit gegessen haben, sollten informiert werden und sich ärztlich untersuchen lassen, auch wenn bisher keine Symptome aufgetreten sind.

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Sicheres Sammeln: Grenzen von Pilz-Apps

Um sich vor Pilzvergiftungen zu schützen, sollte man grundsätzlich nur Pilze sammeln und zubereiten, die man sicher als Speisepilze erkennen kann. Pilz-Apps sind zwar eine gute Möglichkeit, sich allgemein über eine Pilzart zu informieren, erlauben jedoch oft keine eindeutige Identifizierung. Eine zuverlässige Erkennung von Pilzen durch Apps ist keineswegs gewährleistet, deshalb sollten solche Apps nur mit großer Vorsicht verwendet werden.

Richtige Zubereitung schützt vor zusätzlichen Risiken

Pilze müssen frisch zubereitet werden. Eier des Fuchsbandwurms können sich an Wildpilzen anheften. Um ein sicheres Abtöten der Keime zu gewährleisten, ist es empfehlenswert, die Pilze bei einer Temperatur von 60 bis 80 Grad Celsius für mindestens fünf Minuten zu kochen. Rohe Speisepilze im Salat führen oft zu Unverträglichkeitsreaktionen. Deshalb sollte jede Pilzmahlzeit mindestens 15 Minuten gekocht werden. Pilzgerichte können nach kurzer Aufbewahrung im Kühlschrank ein zweites Mal aufgewärmt werden.

Pilzberatungsstellen als zuverlässige Anlaufstelle

In vielen Städten und Regionen gibt es Pilzberatungsstellen oder Personen, die über umfangreiche und nachgewiesene Kenntnisse in der Pilzbestimmung verfügen. Wer sich unsicher ist, ob es sich um einen giftigen oder essbaren Pilz handelt, sollte eine Pilzberaterin oder einen Pilzberater konsultieren. Auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie finden sich Informationen über die Pilzsachverständigen. Auch die Giftinformationszentren der Länder vermitteln bei Vergiftungen oder Verdachtsfällen entsprechende Kontakte zur Identifizierung der Pilze. Wertvolle Informationen über Pilze und Vergiftungsrisiken finden sich zudem in einem Artikel des Deutschen Ärzteblattes und auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

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Quelle:

Bundesinstitut für Risikobewertung

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