Mittwoch, 20. März 2019
Navigation öffnen

SchwerpunktMärz 2019

01. März 2019
Seite 1/4
Kniegelenkverletzungen im Profifußball

Nicht der Schuh ist das Problem

Wie können Knieverletzungen, insbesondere Verletzungen des vorderen Kreuzbandes, im Profifußball vermieden werden? Ausgangspunkt der Überlegungen ist, ob durch Analyse des Schuhwerks, der körperlichen Konstitution des Spielers zum Zeitpunkt der Verletzungen und weiterer Umwelteinflüsse statistische Signifikanzen erkannt und bewertet werden können, mit der Zielsetzung, Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
Es wurde ein Evaluierungsbogen mit 22 Fragen erstellt, der an alle Vereine der 1. bis 3. Fußball-Bundesliga der Herren, der 1. und 2. Fußball-Bundesliga der Frauen sowie an eine Kontrollgruppe mit Amateurspielern verschickt wurde. 124 Fragebögen von am vorderen Kreuzband verletzten Spielern konnten ausgewertet werden. Die Auswertung der Fragebögen ergab zwar wider Erwarten, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Verletzungsart und der verwendete Stollenform des Schuhs gab. Aber beim Fitnesszustand und bei der Fremdeinwirkung durch andere Spieler war das gänzlich anders.

So konnte ein signifikanter Anstieg der Verletzungsschwere ab der 56. Spielminute beobachtet werden. Grund dafür können die zu diesem Zeitpunkt bereits vorhandene Erschöpfung und die daraus resultierende abgeschwächte Reaktionsfähigkeit der Spieler sein. Ebenso zeigte sich, dass Verletzungen durch Gegenspieler verstärkt in der Anfangsphase des Spiels auftraten, was mit der Anfangsaggressivität im Spiel erklärt werden kann.

Dies führt zu folgenden Empfehlungen:

Die körperliche Leistungsfähigkeit, insbesondere im Bereich der Stützmuskulatur, muss erhöht werden, um die kinetische Energie, die zur Verletzung des Knies führen kann, besser absorbieren zu können.

Weiterhin scheinen Veränderungen des Regelwerks angezeigt: Der Schiedsrichter sollte, insbesonders in der Anfangsphase eines Spiels, verstärkt disziplinarisch in den Spielfluss eingreifen.

Verletzungsraten

Knieverletzungen, insbesondere die Verletzung des vorderen Kreuzbandes, steigen seit Jahren sowohl im Freizeit- als auch im Profisportbereich an (1,2).

Am häufigsten sind dabei Rupturen des Kreuzbandes in Sportarten, die durch Drehbewegungen, Sprünge und schnelle Richtungswechsel gekennzeichnet sind, so zum Beispiel Basketball oder Fußball (3). Studien zeigen, dass in den Industriestaaten das Verletzungsrisiko im Bereich des vorderen Kreuzbandes bei 1:1000 liegt (4), während das hintere Kreuzband nur ein Verletzungsrisiko von 1:10.000 hat (5).

 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden
© DREIDREIEINS Foto / Fotolia.com

Der Verlust eines geliebten Menschen – ganz gleich ob unvermittelt oder nach einem schweren Leidensweg – reißt Hinterbliebenen den Boden unter den Füßen weg. Nicht selten wird der Schmerz zur unerträglichen Belastung, die Trauer nimmt überhand und ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Leere stellt sich ein, während der Alltag unerträglich wird. Das Online Selbsthilfe Portal Selfapy nimmt sich der Hilflosigkeit Betroffener an und zeigt Wege aus dem Kummer auf. Individuelle Kursangebote und das Erlernen spezieller Bewältigungsmechanismen helfen...

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten

Was Eltern über Zöliakie wissen sollten
© J.Mühlbauer exclus. / fotolia.com

„Zöliakie?? Keine Angst!“, heißt es auf einem Informations-Portal, das seit Kurzem online kostenlos zur Verfügung steht. Der von der Stiftung Kindergesundheit gemeinsam mit dem Dr. von Haunerschen Kinderspital der LMU München erarbeitete Online-Kurs www.zoeliakie-verstehen.de bildet den maßgeblichen Teil des EU-Projekts Focus IN CD (Fokus auf Zöliakie). Das Lernprogramm soll Betroffenen aktuelles und umfassendes Wissen zu Zöliakie bieten und medizinisches „Fachchinesich“ anschaulich erklären. Ein weiterer Kurs für...

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf
© Africa Studio / Fotolia.com

Kinder von alkoholkranken Eltern haben keinen normalen Alltag und ihre Sorgen beschränken sich nicht mehr auf Schule oder Freizeit-Aktivitäten. Oftmals müssen sie sich viel zu früh Aufgaben und Sorgen eines Erwachsenen stellen und sind der Situation ausgeliefert. In Deutschland leben mehr als 2,6 Millionen Kinder in einer solchen Situation. Mindestens ein Elternteil dieser Kinder ist alkoholabhängig.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Kniegelenkverletzungen im Profifußball"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.