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Warum moderne Infektionsmedizin mehr braucht als neue Antibiotika

Warum moderne Infektionsmedizin mehr braucht als neue Antibiotika

Die Antibiotika-Resistenz ist heute eine der zentralen Herausforderungen in der Medizin. Gemeint ist die Fähigkeit von Mikroorganismen, antimikrobiellen Wirkstoffen auszuweichen, sodass Infektionen persistieren, schwerer behandelbar werden und mit erhöhter Morbidität und Mortalität einhergehen [1]. Was früher als kalkulierbare Routineinfektion galt, kann heute bei Patient:innen mit Komorbiditäten, Immunsuppression oder wiederholten Krankenhausaufenthalten rasch zur therapeutischen Herausforderung werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die antimikrobielle Resistenz zu den wichtigsten globalen Gesundheitsbedrohungen. In Europa werden jährlich mehr als 35.000 Todesfälle direkt mit resistenten Erregern assoziiert [2].
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Melatonin – mehr als nur ein „Schlafhormon“

Melatonin – mehr als nur ein „Schlafhormon“

Melatonin ist weit mehr als ein einfacher Regulator des Schlaf-Wach-Rhythmus. Als endogenes Molekül mit zirkadianer Steuerung und systemischen Wirkungen beeinflusst es zentrale physiologische Prozesse. Neben den klassischen Effekten auf Schlaf und zirkadiane Rhythmen zeigen aktuelle Studien, dass Melatonin direkt in zelluläre Signalwege eingreift, die Entzündungen, Stoffwechsel und mitochondriale Funktionen steuern. Diese vielfältigen Wirkungen unterstreichen seine integrative Bedeutung für Gesundheit und Homöostase. Somit ist Melatonin ein Molekül, das klassische endokrine Funktionen mit lokal wirksamen zellprotektiven Mechanismen verbindet.
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Von der Onkologie zur gezielten Immunmodulation: CAR-T-Zelltherapie in der Rheumatologie

Von der Onkologie zur gezielten Immunmodulation: CAR-T-Zelltherapie in der Rheumatologie

Die CAR-T-Zelltherapie wurde ursprünglich für hämatologische Neoplasien entwickelt, gewinnt derzeit aber auch zunehmend an Bedeutung für die Behandlung autoimmuner rheumatischer Erkrankungen. Durch eine genetische Umprogrammierung von T-Zellen werden Autoantikörper-produzierende B-Zellen gezielt eliminiert. Erste klinische Studien berichten über rasche und anhaltende Remissionen mit Normalisierung immunologischer Parameter. Die klinische Anwendung befindet sich aber noch in einem frühen Entwicklungsstadium und ist mit Herausforderungen wie Sicherheitsrisiken, hohen Kosten und komplexer Herstellung verbunden. Ergänzend werden CAR-basierte Plattformen der nächsten Generation, darunter genetisch modifizierte natürliche Killerzellen (CAR-NK-Zellen), chimäre Autoantikörper-Rezeptor-T-Zellen (CAAR-T-Zellen) und chimäre Antigen-Rezeptor regulatorische T-Zellen (CAR-Tregs), entwickelt, um Spezifität und Sicherheit weiter zu verbessern.
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Hashimoto ganzheitlich betrachten: Wie Ernährung, Darmgesundheit und Bewegung die Autoimmunerkrankung beeinflussen

Hashimoto ganzheitlich betrachten: Wie Ernährung, Darmgesundheit und Bewegung die Autoimmunerkrankung beeinflussen

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse und eine der häufigsten Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Neben hormonellen Veränderungen spielen immunologische Prozesse, Entzündungen und individuelle Lebensstilfaktoren eine zentrale Rolle im Krankheitsverlauf. Zunehmend rückt auch der Einfluss des Darms und der Ernährung in den Fokus, da sie das Immunsystem und die Entzündungsaktivität maßgeblich mitsteuern. Auch der Versorgungsstatus mit Vitaminen und Mineralstoffen kann Symptome sowie Krankheitsaktivität beeinflussen. Darüber hinaus wird deutlich, dass Hashimoto nicht nur die Schilddrüse betrifft, sondern vielfältige weitere Auswirkungen auf den Körper und das Wohlbefinden haben kann.
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Die Rheuma-Versorgung ist akut gefährdet
Dramatische Engpässe drohen

Die Rheuma-Versorgung ist akut gefährdet

Die Versorgungssituation von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen spitzt sich immer mehr zu. Dass der fachärztliche Nachwuchs fehlt, ist nur einer der Gründe dafür. Auch der demographische Wandel und besonders der bis dato zu gering bewertete Stellenwert der Rheumatologie spielen zentrale Rollen. Allen in allem gesehen ist dringendes Handeln erforderlich, um eine dramatische Unterversorgung der Rheuma-Patient:innen in Deutschland zu verhindern.
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Quo vadis Krankenhausreform?

Quo vadis Krankenhausreform?

Im Frühjahr 2024 stellte der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seine Krankenhausreform im Bundestag vor. „Die Ökonomie ist zu weit gegangen“, sagte er in seiner Vorstellungsrede. „Wir müssen uns zurückbesinnen auf die medizinische Bedürftigkeit der Patienten, und die Qualität der Versorgung in den Vordergrund stellen [1].“ Ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik sprach seine Nachfolgerin, Nina Warken (CDU), auf dem 48. Deutschen Krankenhaustag, der im Rahmen der Medizintechnikmesse Medica in Düsseldorf stattfand, über notwendige Anpassungen der Reform.
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Lachgas: Von der Medizin zur Partydroge

Lachgas: Von der Medizin zur Partydroge

In deutschen Arztpraxen und Kliniken gehört Distickstoffmonoxid (N₂O) seit Jahrzehnten zum etablierten Instrumentarium der Schmerztherapie und Anästhesie. Die Substanz überzeugt durch ihre einzigartige Pharmakokinetik: Schneller Wirkungseintritt gepaart mit ebenso rascher Elimination macht sie zu einem wertvollen Werkzeug bei kurzen Eingriffen und der Behandlung akuter Schmerzzustände [1]. In den letzten Jahren hat sich die unter Konsumierenden als „Lachgas“ bekannte Substanz jedoch vor allem zu einer der Partydrogen Europas entwickelt. Sie führt zu intensiven, aber kurzzeitigen Rauschzuständen mit euphorisierenden und bewusstseinsverändernden Eigenschaften. Hinzu kommt die scheinbare Harmlosigkeit – eine Fehleinschätzung, die durch die legale Verfügbarkeit über Lebensmittelhändler verstärkt wird. Besonders beunruhigend aus medizinischer Sicht ist die Marktentwicklung: Während ursprünglich kleine Sahnekapseln den Konsum prägten, dominieren heute Großgebinde mit bis zu mehreren Kilogramm Inhalt den Handel [1]. Diese Mengen ermöglichen exzessiven Dauerkonsum – mit Folgen, die zunehmend in deutschen Notaufnahmen und neurologischen Abteilungen sichtbar werden.
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Ganzheitlich gegen Endometriose: Mehr als nur Symptome behandeln

Ganzheitlich gegen Endometriose: Mehr als nur Symptome behandeln

Endometriose ist eine chronische, entzündliche Erkrankung, bei der gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst – etwa an den Eierstöcken, Eileitern oder im Bauchraum. Diese fehlplatzierte Schleimhaut reagiert auf Hormone wie das normale Endometrium, was zu wiederkehrenden Schmerzen, schmerzhaftem Geschlechtsverkehr und oft auch zu Unfruchtbarkeit führt. Sie ist die häufigste Ursache für chronische Unterleibsschmerzen. Die genauen Ursachen sind noch ungeklärt; hormonelle, immunologische und neurologische Faktoren spielen jedoch eine Rolle. Neben den körperlichen Beschwerden hat die Krankheit weitreichende Auswirkungen auf die Lebensqualität – sie ist mit Depressionen, Angststörungen und sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Aufgrund ihrer Komplexität und hohen Behandlungskosten stellt Endometriose nicht nur ein medizinisches, sondern auch ein sozioökonomisches Problem.
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