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Medizin

23. Mai 2019 Psoriasis: Fixkombination Calcipotriol + Betamethason Dipropionat zur Firstline-Therapie empfohlen

Die Fixkombination aus Calcipotriol (Cal, 50 μg/g) und Betamethason Dipropionat (Bet, 0,5 mg/g) wird in einem neuen Behandlungspfad als Firstline-Therapie bei leichter Psoriasis empfohlen – sowohl in der Initial- als auch in der Erhaltungstherapie. Vor dem Hintergrund direkter Vergleichsstudien sprechen sich die Autoren des neuen Behandlungspfades für den Einsatz der Cal/Bet-Fixkombination in der innovativen Sprühschaum-Galenik (Enstilar®) aus (1).
Konzentration gelöster Wirkstoffe durch Sprühschaum erhöht

Aufgrund der Supersaturation sind beide Wirkstoffe nur im Sprühschaum vollständig gelöst. Die Konzentration gelöster Wirkstoffe ist hier somit höher, was sich in einem schnelleren Wirkeintritt und einer überlegenen Wirksamkeit gegenüber den wirkstoffgleichen Galeniken als Salbe bzw. Gel widerspiegelt (2,3). „Dank der verbesserten Therapieoptionen haben Patienten mit Plaque-Psoriasis heute eine hohe Chance auf Erscheinungsfreiheit und damit einen Rückgewinn von Lebensqualität“, berichtete Prof. Dr. Matthias Augustin, Hamburg.

Substitution verhindern

Mit den modernen Arzneien und innovativen galenischen Zubereitungen sei es sowohl bei leichter als auch mittelschwerer und schwerer Psoriasis möglich, das Therapieziel – die Abwesenheit kutaner Symptome – zu erreichen. Das gelte insbesondere für die Anwendung topischer Therapieoptionen bei der leichten Psoriasis, von der die Mehrzahl der Patienten betroffen ist. „Für die topische Wirkung sind neben dem Wirkstoff auch die Galenik und der Hautstatus relevant“, hob Augustin hervor. So beeinflusst die galenische Grundlage die Freisetzung des Wirkstoffs, seine Penetration in die Haut und somit letztlich den therapeutischen Effekt (4). Deshalb solle eine Substitution der ärztlich verordneten Medikation möglichst verhindert werden.

Sprühschaumgalenik als Firstline-Therapie

Für den jeweiligen Psoriasis-Patienten zum richtigen Zeitpunkt und unter Berücksichtigung seiner individuellen Präferenzen die passende Therapie auszuwählen, kann sich im Praxisalltag als Herausforderung erweisen. Auf eindeutige aktuelle Leitlinienempfehlungen zur topischen Behandlung
kann der Dermatologe derzeit noch nicht zurückgreifen; die jüngsten Entwicklungen in der topischen Therapie bei leichter Psoriasis sind auch in dem Update der S3-Leitlinie aus 2017 nicht berücksichtigt (5). Mit der Entwicklung des klar strukturierten Behandlungspfads „Topische Therapie bei Psoriasis vulgaris“ haben die Experten der PsoNet-Sprecherkonferenz der Tatsache Rechnung getragen, dass es einen großen Bedarf an praxistauglichen, evidenzbasierten und an den aktuellen Forschungsstand angepassten Empfehlungen für den Einsatz topischer Wirkstoffe
bei Psoriasis gibt. „Die topische Therapie ist eine der Kernkompetenzen der Dermatologen“, konstatierte Dr. Ralph von Kiedrowski, Selters.

Einmal tägliche Anwendung

Der neue topische Behandlungspfad empfiehlt die Cal/Bet-Fixkombination als Firstline-Therapie für die Initialtherapie bei leichter Psoriasis (BSA und PASI ≤ 10). Hierbei wird eine einmal tägliche Anwendung über einen Zeitraum von 4 Wochen (Enstilar® Sprühschaum) bzw. 8 Wochen (Gel) empfohlen, bevor das Ansprechen evaluiert wird. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kann die Anwendung der topischen Therapie zusätzlich zu einer Systemtherapie sinnvoll sein.

Cal/Bet-Fixkombination für Erhaltungstherapie geeignet

Nach erfolgreicher Initialtherapie plädieren die Experten in Hinblick auf das Langzeit-Outcome der Patienten für ein proaktives Vorgehen: „Wir können mit einer proaktiven, ein- bis zweimal wöchentlichen Therapie den Patienten gut führen und ein erneutes Auftreten der Psoriasis häufig verhindern“, so von Kiedrowski. Auch in dieser Form der Erhaltungstherapie ist die Cal/Bet-Fixkombination die erste Wahl; eine Re-Evaluation des Therapieansprechens ist frühestens nach 8 bis 12 Wochen vorzunehmen. Dieser Ansatz sei auch aus ökonomischer Sicht erfolgversprechend,
weil ansonsten bei einem „flare up“ der Psoriasis wieder die aufwendigere Initialtherapie erfolgen müsse. Beim Einsatz des Sprühschaumes könne im Vergleich zu den anderen Galeniken zudem oft früher in die Erhaltungstherapie gewechselt werden, was sich ebenfalls ökonomisch günstig auswirke, so die Experten.

Quelle: Leo Pharma

Literatur:

(1) Fachinformation Enstilar®, Stand: Januar 2018.
(2) Koo J et al. J Dermatolog Treat 2016; 27 (2): 120-127.
(3) Paul C et al. J Eur Acad Dermatol Venereol 2017; 31 (1): 119-126.
(4) Wohlrab J et al. J Dtsch Dermatol Ges 2018; 16: 376-392.
(5) S3-Leitlinie „Therapie der Psoriasis vulgaris. Update 2017“, AWMF-Registernummer 013-001.
 


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