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Medizin

11. August 2020 Rosacea und Psoriasis: Extrem hohe Krankheitsbelastung

In dem Update der BURDEN-Studie „Beyond the visible: rosacea and psoriasis of the face“ (BURDEN 1.1) (1) wurde das wahre Ausmaß der versteckten Krankheitsbelastung von Patienten mit Rosacea und Psoriasis im Gesicht enthüllt. Prof. Peter Arne Gerber, Düsseldorf, fasste in einem auf der Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie (FOBI Digital) die wichtigsten Ergebnisse des Reports zusammen: „Die vielleicht wichtigste Erkenntnis war, dass Ärzte dazu neigen, die Krankheitsbelastung bei Rosacea zu unterschätzen und den Fokus auf die Verbesserung der sichtbaren Symptome legen. Dabei haben häufig für die Patienten die nicht sichtbaren Symptome wie Brennen, Stechen und Schmerzen einen größeren Einfluss auf die Lebensqualität. Dies sollten wir bei der Therapie unbedingt berücksichtigen.“
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Die Krankheitsbelastung wurde in dem Report unter anderem mit dem Dermatology Life Quality Index (DLQI) bewertet, dieser lag in beiden Patientengruppen im Durchschnitt bei über 11 (1) Ein DLQI ab 6 gilt bereits als moderater Einfluss auf die Lebensqualität. 10% der Rosacea-Patienten erlebten sogar einen extremen Einfluss auf ihre Lebensqualität. Bei Psoriasis mit Gesichtsbeteiligung gaben dies nur 4% der Befragten an (1). Zudem zeigte sich bei über 40% der Rosacea und bei 35% der Psoriasis-Betroffenen, dass die Krankheiten die Arbeit beeinträchtigen (1). „Wie belastend die Erkrankungen sein können, zeigt auch die Aussage, dass 41% der Rosacea und 33% der Psoriasis-Patienten mehr als ein Jahr ihrer Lebenszeit für eine Heilung eintauschen würden“, informierte Prof. Gerber.

Komorbidität Depression

Auch berichten über 72% der Rosacea-Betroffenen (bzw. 55% bei Psoriasis im Gesicht), an einer mittelschweren bis schweren Depression, ausgelöst durch die Erkrankung, zu leiden (1). Der Report zeigt aber nicht nur die Ähnlichkeiten zwischen den Krankheiten auf, sondern verdeutlicht auch die Unterschiede in den jeweiligen Patienten-Gruppen: 35% der Rosacea-Patienten gaben an, dass ihr Verhalten unmittelbarer Auslöser für einen Schub sei, in der Psoriasis-Gruppe waren es lediglich 22% (1). Dem zufolge vermeiden die Betroffenen mit Rosacea auch signifikant häufiger ihre täglichen Lebensgewohnheiten aufgrund ihrer Krankheit im Vergleich zu Psoriasis-Patienten.

Vermeidung von Alkohol, scharfen Speisen und Sonnenexposition

Dazu zählen unter anderem der Verzicht auf Alkohol (52% vs. 31% Psoriasis) und scharfe Speisen (59% vs. 14% Psoriasis) sowie das Vermeiden einer übermäßigen Sonnenexposition (83% vs. 31% Psoriasis) (1). Auch wenn 44% der Rosacea-Patienten erkennen, dass die vollständige Erscheinungsfreiheit („clear“, IGA 0) möglich ist (vs. 32% bei Psoriasis im Gesicht), streben dieses Behandlungsziel nur 14% der Dermatologen bei Rosacea an (1). „Dabei sollte ‚clear‘ für alle das Behandlungsziel sein, da sich zum einen die Lebensqualität der Patienten signifikant verbessert und zum anderen Rezidive bei Rosacea erst deutlich später wieder auftreten“, erklärte Prof. Gerber.

Therapiemöglichkeiten bei schwerer Rosacea

Die Effektivität von Ivermectin 10 mg/g Creme (Soolantra®) bei Rosacea wurde bereits in mehreren Studien bestätigt und ist hinsichtlich des Therapieziels der vollständigen Erscheinungsfreiheit wirksamer als Metronidazol 0,75% (2). Bei schwerer Rosacea zeigte sich eine Kombination von Ivermectin 10 mg/g Creme und Doxycyclin 40 mg (Oraycea®) mit veränderter Wirkstofffreisetzung (MR) gegenüber der Monotherapie mit Ivermectin 10 mg/g Creme überlegen (3). „Diese Daten sind ein wichtiger Meilenstein in der Therapie von Rosacea-Patienten und ermöglichen es uns, die Patienten individueller zu behandeln. Allerdings wird die Kombinationstherapie in Deutschland erst noch in Kürze zugelassen“, betonte Prof. Gerber am Ende des Seminars.

Quelle: Galderma

Literatur:

(1) Beyond the visible online report, BMJ Hosted Website (http://hosted.bmj.com/rosaceabeyondthevisible). Last accessed: June 2020
(2) Taieb A, et al. Br J Dermatol 2015; 172:1103-1110
(3) Schaller M, et al. J Am Acad Dermatol 2020; 82(2): 336-343
 


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