Sonntag, 26. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Krankenkassen übernehmen Kosten der Hyperthermie-Behandlung

Die Oberflächen- und Tiefenhyperthermie an der Radioonkologischen Klinik am Klinikum Chemnitz wird ab sofort bei bestimmten Indikationen von den Krankenkassen des Freistaates Sachsen als etablierte zusätzliche Therapiemaßnahme anerkannt und diese erklären sich prinzipiell zur Kostenübernahme bereit. Die Klinik für Radioonkologie am Klinikum Chemnitz hatte diese spezielle Form der Hyperthermie im vergangenen Jahr eingeführt und zählt damit deutschlandweit zu den Vorreitern.
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Dipl.-Oec. Dirk Balster, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums: „Wir freuen uns sehr über das außerordentlich positive Ergebnis unserer kooperativen Gespräche mit den Krankenkassen. Wir danken ihnen sehr dafür, dass sie unseren Weg der medizinischen Innovation so deutlich unterstützen. Vor allem für unsere Patienten ist das eine sehr gute Nachricht.“ Durch die prinzipielle Zusage der Kostenübernahme sei es nunmehr möglich, einen Antrag für die Patienten bei den Krankenkassen zu stellen und sie anschließend personalisiert in Chemnitz am Klinikum zu behandeln.

„Durch unser Engagement und unseren Einsatz für die Hyperthermie, wie wir sie verstehen und wie sie wissenschaftlich belegt ist, können wir als erstes kommunales Haus in Deutschland, neben meist universitären Einrichtungen, dies unseren Patienten jetzt ebenfalls anbieten. Dies zeigt einmal mehr, dass Innovation und Spitzenmedizin nicht den Universitätskliniken alleinig vorbehalten sind. Die Unterstützung der Krankenkassen unterstreicht dies auch in dankenswerter Weise“, sagt PD Dr. med. habil. Gunther Klautke, Chefarzt der Klinik für Radioonkologie am Klinikum Chemnitz. „Bisher mussten die Patienten nach Erlangen oder Berlin oder München zu einer in der Regel sechswöchigen Behandlung überwiesen werden. Seit Juli vergangenen Jahres konnten wir bereits mehr als 100 Behandlungs-Sitzungen erfolgreich durchführen. Die Hauptindikationen sind beim Brustwandrezidiv eines Mammakarzinoms, bei Weichteilsarkomen, beim Gebärmutterhalskrebs sowie bei Analkarzinomen und beim blasenerhaltenden Behandlungskonzept des Urothelkarzinoms der Harnblase zu sehen, ebenso bei Rektumkarzinomen, immer in Kombination mit Bestrahlung, eventuell in Kombination mit einer Chemotherapie. Unter dem Dach des Onkologischen Centrums Chemnitz (OCC) wird das Klinikum weitere Studien zu Tumorentitäten, wie beispielsweise dem lokal inoperablen Pankreaskarzinom, und zur Klärung weiterer Fragestellungen initiieren.

Hintergrund: Wie funktioniert Tiefenhyperthermie?

Das Ziel der Hyperthermiebehandlung ist eine spezifische Erwärmung der Tumorregion im Körper des Patienten auf 41 bis 43 Grad Celsius. Dadurch werden immunologische Effekte induziert, die Wirksamkeit der Strahlentherapie und einer möglichen Chemotherapie wird lokal über verschiedene Mechanismen verstärkt. Das gesunde Gewebe toleriert diese Temperatur ähnlich wie bei Fieber ohne Nebenwirkungen. Eine Messung der Temperatur wird an verschiedenen Punkten am und – je nach Tumorregion – auch im Körper notwendig (etwa Blase, Enddarm, Scheide) vorgenommen. Ähnlich wie eine Bestrahlung planen ein Arzt und ein Medizinphysikexperte auch die Hyperthermiebehandlung anhand von Bildern des Computertomographen, um eine hohe Qualität, Sicherheit und Zielgenauigkeit zu gewährleisten. Jede einzelne Hyperthermiesitzung wird zeitlich eng auf die Bestrahlung und die Chemotherapie abgestimmt.

Die Hyperthermiebehandlung dauert je Sitzung etwa eineinhalb bis zwei Stunden, insgesamt sind sechs bis zehn Behandlungen notwendig – dies ist von der speziellen Situation und dem zu behandelnden Tumor abhängig. Ein Arzt und eine weitere Fachkraft (Medizinisch-technische Radiologie-Assistenz – MTRA) überwachen den Patienten ständig, zum Beispiel mit Elektrokardiogramm (EKG), Pulsoxymeter und Blutdruckmessungen. Anschließend erfolgt eine weitere Überwachung für mindestens eine Nacht auf der radioonkologischen Station.

Weitere Informationen zur Hyperthermie, ihrer Wirkung und Anwendungsgebiete sowie ein Video finden sich unter www.klinikumchemnitz.de auf den Seiten der Klinik für Radioonkologie.

Quelle: Klinikum Chemnitz gGmbH


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