Journal MED
Medizin
Inhaltsverzeichnis

47% der Betroffenen sehen Depression-Posts in sozialen Medien

Laut Umfrageergebnissen haben 40% der Menschen in Deutschland vor Kurzem Beiträge über Depressionen auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder Facebook gesehen. Bei den von Depressionen betroffenen Menschen liegt dieser Anteil sogar bei 47% [1]. Die Umfrage zeigt, dass Social Media nicht nur eine Plattform für Aufklärung bietet, sondern auch Menschen dazu motivieren kann, sich Hilfe zu suchen. Jeder sechste Betroffene gibt an, durch Beiträge in sozialen Medien ermutigt worden zu sein, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Für knapp 10% war ein Post sogar der Auslöser, erstmals über eine mögliche eigene Erkrankung nachzudenken.

65% haben Schwierigkeiten die Vertrauenswürdigkeit von Inhalten einzuschätzen

Die Schattenseite digitaler Informationsquellen ist das Risiko, falsche Vorstellungen zur Depression zu verbreiten. Zudem haben 65% der Betroffenen Schwierigkeiten, die Vertrauenswürdigkeit von Inhalten in den sozialen Medien zum Thema Depression einzuschätzen [1]. Die Stiftung Depressionshilfe betont: Digitale Hilfen und KI können die professionelle Unterstützung durch Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Hausärzt:innen spielen eine entscheidende Rolle, um die Symptome von Betroffenen abzuklären und bei Bedarf schnell und effektiv zu helfen.

Hausärzt:innen: Die ersten Ansprechpartner für Depressionen

Hausärzt:innen sind oft die erste Anlaufstelle für Menschen mit Verdacht auf eine Depression. Sie kennen ihre Patientinnen und Patienten gut und betreuen sie ganzheitlich – von der Diagnose bis zur Therapie. Dabei ist es entscheidend, dass sie über die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten informiert sind, um eine schnelle und effektive Hilfe zu gewährleisten.

Eine aktuelle Großstudie des King's College London analysierte 30 verschiedene Antidepressiva bei über 58.000 Patient:innen [2]. Die Ergebnisse zeigen: Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Blutdruckanstieg und sexuelle Dysfunktionen sind häufige Gründe für Therapieabbrüche. Tatsächlich liegt die Abbruchrate bei synthetischen Antidepressiva bei etwa 40%.

Johanniskrautextrakt: Wirksamkeit wie SSRIs bei weniger Nebenwirkungen

Für diese Indikation zugelassene Medikamente mit Johanniskrautextrakt (Hypericum perforatum) sind eine evidenzbasierte, leitliniengerechte Option für Hausärzt:innen, die eine nebenwirkungsarme Therapie anbieten möchten. Klinische Studien belegen: Hochdosierter, standardisierter Johanniskrautextrakt ist bei leichten bis mittelschweren Depressionen ebenso wirksam wie synthetische Antidepressiva (z.B. SSRIs wie Citalopram), weist jedoch ein deutlich günstigeres Nebenwirkungsprofil auf [3]. Häufige Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Sedierung oder sexuelle Probleme, die bei synthetischen Antidepressiva auftreten, sind zudem unter Johanniskrautextrakt nicht bekannt. Dies unterstützt die Therapieadhärenz und verbessert die Akzeptanz bei den Patient:innen.

Mögliche Angriffsstelle für schnell wirksame Antidepressiva identifiziert

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Mögliche Angriffsstelle für schnell wirksame Antidepressiva identifiziert

Jetzt lesen
Quelle:

Bayer

Literatur:

(1)

Deutschland-Barometer Depression, abrufbar unter: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/forschungszentrum/deutschland-barometer-depression/social-media-und-depression, letzter Zugriff: 09.02.2026

(2)

Pillinger, T., et al. (2025). The effects of antidepressants on cardiometabolic and other physiological parameters: a systematic review and network meta‑analysis. The Lancet. DOI: 10.1016/S0140‑6736(25)01293‑0.

(3)

Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression, Version 3.2. (2023). Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), Berlin, abrufbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-005, letzter Zugriff: 09.02.2026