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Medizin

31. Oktober 2019 Chronische Schmerzen: Ziconotid bietet potente intrathekale Alternative zu Opioiden

Bei chronischen Schmerzen, bedingt durch schwere Tumorerkrankungen, aber auch bei nichttumorbedingten Schmerzen, ist der Einsatz von Opioiden eine wichtige Säule der medikamentösen Schmerztherapie. Dennoch stoßen bei der Behandlung chronischer Schmerzen viele Opioide an ihre Grenzen. PRIALT® mit dem Wirkstoff Ziconotid bietet eine potente intrathekale Alternative in der medikamentösen Behandlung starker chronischer
Schmerzen.
PRIALT® mit dem synthetisch hergestellten Wirkstoff Ziconotid hemmt direkt und selektiv präsynaptische neuronale Calciumkanäle im Hinterhorn des Rückenmarks und setzt somit in seiner Wirkung nicht an den Opioidrezeptoren an (1). Gerade bei Opioid-refraktären Patienten stellt die Substanz daher eine gute, vor allem aber auch zugelassene Alternative in der Behandlung starker chronischer Schmerzen dar. Zudem profitieren Patienten durch die fehlende Toleranzentwicklung sowie die fehlende Sucht-und Missbrauchsgefahr (2, 3).

Therapieempfehlung durch PACC (Polyanalgesic Consensus Conference)

In der intrathekalen Schmerztherapie wird Ziconotid von der amerikanischen PACC als eine der „first-line“-Medikationen in der intrathekalen Applikation empfohlen (3). Zudem werden klare Anweisungen zum Einsatz dieses potenten Schmerzmittels, in Bezug auf Testung und Titration des Medikaments, gegeben. Auch in Europa sehen Experten die Notwendigkeit einer geregelten Empfehlung. Auf einem von dem pharmazeutischen Unternehmen RIEMSER Pharma GmbH durchgeführten Advisory Board anlässlich des Europäischen Schmerzkongresses EFIC in Valencia im September diesen Jahres trafen sich Experten und Anwender aus verschiedenen europäischen Ländern. Aus Deutschland waren PD Dr. Rasche
aus der Klinik für Neurochirurgie des UKSH, Campus Lübeck, sowie Dr. Matis, Köln, mit dabei.

EU Konsensus für die klinische Anwendung

Ziel der Zusammenkunft auf dem Advisory Board war die Einigung auf klinische Empfehlungen bezüglich Patientenselektion, der Testung, Titration und Dosierung zu Beginn einer Ziconotidbehandlung. „Wir haben wirklich gute Erfahrungen bei unseren intrathekalen Schmerz-Patienten gemacht“, so Dr. Rasche, „doch für den klinischen sicheren Einsatz sollte das „Start low – go slow“-Prinzip unbedingt beachtet werden“ (Rasche D., Advisory Board,
Valencia 2019). Trotz des engen therapeutischen Fensters sehen die Experten unter Anwendung des „Start low – go slow“ Vorgehens eindeutige Vorteile gegenüber Opioiden in der intrathekalen Anwendung.
Basierend auf den beim Treffen entwickelten Experten-Empfehlungen wird in den folgenden Wochen ein Konsensuspapier für den klinischen Einsatz von Ziconotid erarbeitet. Zukünftig sind weitere interdisziplinäre Treffen zur Anwendung der intrathekalen Schmerztherapie geplant.

Quelle: Riemser

Literatur:

(1) Fachinformation von Prialt. (Stand: 07/2018)
(2) Dupoiron, D., Intrathecal therapy for pain in cancer patients. Curr Opin Support Palliat Care, 2019.
(3) Deer, T.R., et al., The Polyanalgesic Consensus Conference (PACC): Recommendations on Intrathecal Drug Infusion Systems Best Practices and Guidelines. Neuromodulation, 2017. 20(2): p. 96-132.


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