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Medizin

12. Dezember 2016 Rückenschmerz: Mit Tapentadol frühzeitig in Chronifizierungsprozesse eingreifen

In der Regel beginnt jeder chronische Schmerz mit einem starken akuten Schmerz. Das gilt auch für den Rückenschmerz, der häufig chronifiziert. Von Anfang an sollten die Weichen richtig gestellt werden, damit aus einem Patienten mit starken, lang anhaltenden oder häufig wiederkehrenden Schmerzen kein chronischer Schmerzpatient wird. Hier ist insbesondere der Hausarzt oder Orthopäde gefordert, bei dem sich der schmerzgeplagte Patient in der Regel zuerst vorstellt.
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Durch einen frühzeitigen Einsatz des stark wirksamen Analgetikums Palexia® (Tapentadol) retard in ausreichender Dosierung könne man nicht nur den Schmerz effizient lindern, sondern auch der Chronifizierung entgegenwirken, wie Dr. Reinhard Sittl, Erlangen, auf dem „Innovationsforum Schmerzmedizin“ erläuterte. Dies sei durch den dualen Wirkmechanismus der Substanz begründet, der gezielt in die Vorgänge bei der Chronifizierung von Schmerzen eingreife. Auch das günstige Nebenwirkungsprofil von Tapentadol und die einfache Anwendung tragen laut dem Schmerzspezialisten Ulf Schutter, Marl, zur hohen Akzeptanz des Analgetikums bei. So wurden bereits fast fünf Millionen Patienten weltweit mit Tapentadol behandelt, und bei vielen Ärzten hat sich die Substanz mittlerweile als Standard bei starken chronischen Schmerzen etabliert. Über 100 Rabattverträge erlauben zudem eine wirtschaftliche Verordnung. Eine effiziente Behandlung des Schmerzes ist der erste Schritt zur Vermeidung des Fortschreitens einer Chronifizierung, betonte Sittl.

Dualer Wirkmechanismus von Tapentadol wirkt Chronifizierung entgegen

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Entstehung eines chronischen Rückenschmerzes ist nach heutigen Erkenntnissen die zentrale Sensibilisierung mit Beeinträchtigungen der körpereigenen Schmerzhemmung. Nach länger anhaltenden, starken Schmerzen kommt es nach anfänglicher Überaktivierung irgendwann zu einer Erschöpfung der körpereigenen Schmerzhemmung, was die Entstehung eines chronischen neuropathischen Schmerzes begünstigt, erklärte der Experte. Tapentadol greift gleich zweifach gezielt in diesen Mechanismus ein: Als μ-Opioidrezeptor-Agonist (MOR) reduziert Tapentadol die aufsteigenden nozizeptiven Schmerzsignale – gleichzeitig werden über die Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung (NRI) die absteigenden schmerzhemmenden Bahnen gestärkt. Somit steht mit Tapentadol retard eine Mechanismen-orientierte Therapieoption von starken, chronischen Rückenschmerzen zur Verfügung, die sinnvollerweise möglichst früh im Krankheitsverlauf eingesetzt werden sollte, betonte Sittl.

Patienten als „Selbstmanager“ des Schmerzes

Die medikamentöse Schmerztherapie bei chronischem Rückenschmerz sollte möglichst immer in ein Gesamtkonzept eingebettet sein, betonte Sittl. Ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis und die ärztliche Edukation hätten hierbei einen hohen Stellenwert. So sollten zusammen mit dem Patienten realistische Ziele festgesetzt und dem Betroffenen Werkzeuge in die Hand gegeben werden, um zum „Selbstmanager“ des Schmerzes zu werden.

Dabei habe es sich nach Erfahrung Sittls bewährt, schon in der Terminologie nicht von „chronischen“ Schmerzen zu sprechen, was für viele Patienten von vornherein eine Ausweglosigkeit suggeriere. Besser man nutze den Begriff „persistierender hartnäckiger Schmerz“, den man jetzt gemeinsam angehen könne, so Sittl. Die Erfahrung, dass der Schmerz nicht immer schlimmer werde, sondern sich auch einmal verbessern könne, sei dabei ein wichtiges psychologisches Element. Hierbei spiele eine effiziente medikamentöse Analgesie eine wichtige Rolle und sei auch Voraussetzung für weitere Maßnahmen wie z.B. die Physiotherapie. Tapentadol besser verträglich als herkömmliche Opioid-Analgetika Bei der Wahl eines starken Analgetikums sollte das Nebenwirkungsprofil berücksichtigt werden.

Unter Tapentadol retard kommt es im Vergleich zu Oxycodon bei vergleichbarer analgetischer Potenz zu deutlich weniger gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Obstipation. Auch die hinsichtlich des Sturzrisikos bedeutsamen zentral bedingten Nebenwirkungen wie Somnolenz und Schwindel treten seltener auf.5 Das verbesserte Wirkungs-Nebenwirkungsverhältnis im Vergleich zu klassischen Opioiden wie Oxycodon führe letztlich zu höheren Responderraten und weniger Therapieabbrüchen, so Schutter.

Einfache Anwendung erleichtert die Schmerztherapie

Nicht nur die gute Verträglichkeit, sondern auch das pharmakologische Profil mache Tapentadol zu einer auch bei älteren komorbiden Patienten sehr sicheren, einfach einzusetzenden Substanz, erklärte der Schmerztherapeut. So könne Tapentadol aufgrund der hohen Bioverfügbarkeit unabhängig von der Nahrungsaufnahme eingenommen werden und habe nur ein sehr geringes Interaktionspotenzial. Da keine aktiven Metaboliten gebildet werden müssten, sei die Kumulationsgefahr zudem gering.

Als weiteren Vorteil nannte Schutter die einfache Titration. Bis zur Höchstdosis von 2x 250 mg nehme diese bei anfänglich niedrigen Dosierungen nur drei Wochen in Anspruch. Dadurch könne die Wirksamkeit rasch beurteilt werden. Patienten mit neuropathischen Schmerzen oder dem bei Rückenschmerzen häufig vorliegenden „Mixed Pain“ (d. h. Rückenschmerzen mit sowohl nozizeptiven als auch neuropathischen Schmerzen) benötigten laut Schutter eine Erhaltungsdosis von oft 2x 200 mg. Häufig könnten unter dieser Therapie dann Co-Analgetika reduziert oder abgesetzt werden, so die Erfahrung Schutters.

Quelle: Grünenthal


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