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Medizin
28. April 2021

ADHS: Flipbook erleichtert Arzt-Patienten-Kommunikation

Jungen Patienten wesentliche Grundlagen zu ihrer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu vermitteln, kann bisweilen eine Herausforderung sein. Um die Kommunikation des Arztes mit seinen jungen Betroffenen zu unterstützen, wurde ein übersichtlicher Leitfaden erstellt – das Flipbook ADHS. Es wurde gemeinsam mit Experten in Zusammenarbeit mit der AG ADHS erarbeitet und ist jetzt über den Außendienst kostenfrei erhältlich.
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Das Flipbook wird wie ein Tischkalender aufgestellt und weist eine Patienten- und eine Arztansicht auf. Die Patientenseiten sind anschaulich und animativ gestaltet, um die Neugier zu wecken und die Aufmerksamkeit zu steigern. Die Arztansicht enthält umfangreichere Informationen, die als Gesprächsleitfaden genutzt werden können, sowie eine Miniatur-Patientenansicht. Alle wichtigen Themen wie Anamnese, Diagnose, Ursachen, Verlauf, Selbsthilfe und multimodale Behandlung werden erläutert. Das Flipbook kann auch gezielt eingesetzt werden, um bestimmte Inhalte zu vertiefen oder Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Erläuterung der Diagnosekriterien

Zunächst wird über die Unterschiede zwischen ADHS und der Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) aufgeklärt. Was bedeuten diese Diagnosen? Woran erkennen das Kind und seine Eltern, ob eine dieser Diagnosen vorliegen könnte? Die Arztseiten erläutern die AD(H)S-Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität und die daraus resultierenden AD(H)S-Formen sowie die Diagnosekriterien. Zahlen und Daten verdeutlichen die hohe Verbreitung, denn AD(H)S ist die häufigste Störung von Psyche und Verhalten bei Kindern und Jugendlichen. In jeder Schulklasse in Deutschland sind etwa 1 bis 2 Kinder betroffen (1). Bei Jungen liegt häufiger eine ADHS und bei Mädchen eine ADS vor und ein Großteil der betroffenen Kinder und Jugendlichen nimmt die Erkrankung mit ins Erwachsenenalter. Auch wichtig zu wissen: Etwa 60 % der Eltern von Kindern mit AD(H)S sind selbst betroffen (2).

Positive Eigenschaften in den Fokus rücken

Im Flipbook wird eine differenzierte Betrachtung vermittelt: Neben möglichen Schwierigkeiten in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule geht es auch um besonders positive Eigenschaften sowie die Fragestellung, ob die Lern- bzw. Leistungsprobleme Folge der AD(H)S und/oder einer Hoch- bzw. Minderbegabung sein können. Denn das schlechte Abschneiden in der Schule liegt vielfach an Unaufmerksamkeit, Konzentrationsschwäche und schwankender Motivation, oft zusätzlich durch eine gleichzeitig bestehende Lese-/Rechtschreibschwäche verstärkt. Es geht zudem darum, ein Verständnis für die Erkrankung zu entwickeln, eventuell vorhandene Komorbiditäten zu erkennen sowie förderliche und ungünstige Einflüsse in Familie und Umwelt zu identifizieren.
Zur multimodalen AD(H)S-Therapie gehören verschiedene Therapiebausteine, wie z.B. Psychoedukation, Elterntraining, Familientherapie, Erziehungsberatung, Interventionen in der Schule, Verhaltenstherapie bei konkreten Verhaltensproblemen, Sport/Ergotherapie zur Förderung der Bewegung, Wahrnehmung, Integration sowie Selbsthilfegruppen.
 
ADHS-Update 2021: Aktuelle wissenschaftliche Aspekte zum Therapiemanagement
©Nicole Effinger - stock.adobe.com

Beim traditionellen ADHS Frühjahrs-Update präsentierten namhafte Experten aktuelle Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Themen dieser in Kooperation mit dem ZI Mannheim durchgeführten virtuellen Veranstaltung waren u.a. die Bedeutung des Therapiemanagements bei der juvenilen ADHS, die Prävalenz adulter ADHS-Betroffener bei Unfallopfern und die Besonderheiten einer...
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Medikamentöse Optionen

Eine medikamentöse Behandlung kann nötig sein, wenn
 
  • in Kindergarten/Schule/Ausbildung oder im sozialen Umfeld starke Beeinträchtigungen vorliegen,
  • krisenhafte Situationen entstehen,
  • die Unfallgefahr stark erhöht ist oder
  • Gefahren für die soziale und emotionale Entwicklung des Kindes bestehen.
Eine pharmakologische Behandlung schafft häufig erst die Voraussetzung für die anderen nicht-medikamentösen Optionen, da die motorische Unruhe nachlässt, der Patient emotional ausgeglichener wird, sich die Koordination, die Motivation und die schulischen Leistungen verbessern. Mittel der ersten Wahl ist Methylphenidat (3), z.B. Medikinet® retard, das rasch und bis zu 8 Stunden (bei Einmalgabe am Morgen bei Kindern und Jugendlichen) wirkt, oder – wenn eine längere Wirkdauer erforderlich ist – Kinecteen®, bei dem nach 20 bis 30 Minuten die Wirkung einsetzt und bis zu 12 Stunden anhält. Wenn Methylphenidat nicht ausreichend wirkt oder nicht gut vertragen wird, steht beispielsweise Dexamfetamin (z.B. Attentin®) zur Verfügung. Dexamfetamin hat einen raschen Wirkeintritt und eine mittellange Wirkdauer, sodass es bei morgendlicher Einnahme verlässlich bis in den Nachmittag hinein wirkt. Daneben gibt es auch Präparate mit anderem Wirkansatz wie das Nicht-Stimulanz Atomoxetin (z.B. Agakalin®). Atomoxetin ist für die AD(H)S-Behandlung von Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen zugelassen.

Quelle: Medice

Literatur:

(1) Skrodzki K, Grosse K-P (2008): Tischatlas Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
(2) Franke B et al. Mol Psychiatry. 2012; 17(10):960-87.
(3) S3-Leitlinie „Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend und Erwachsenenalter“, AWMF-Registernummer 028-045.

 


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