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Medizin
23. April 2021

Diabetes mellitus Typ 2: Therapieeskalation an individuellen Patientenfaktoren ausrichten

Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 ist eine frühzeitige und individuell ausgerichtete Therapie angezeigt. Bei Komorbiditäten wie koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder Niereninsuffizienz sind bevorzugt SGLT-2-Hemmer und GLP-1-Analoga zusätzlich zu Metformin sinnvoll. Bei hochgradiger Niereninsuffizienz sind nur noch Sitagliptin und Insulin einsetzbar, so Dr. Andreas Lueg, Hameln.
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Lueg stellte ausführlich die am 25. März 2021 publizierte 2. Auflage der Nationalen Versorgungs-Leitlinie Typ-2-Diabetes vor, welche die Kapitel „Partizipative Entscheidungsfindung und Teilhabe in allen relevanten Lebensbereichen“ sowie „Medikamentöse Therapie des Glukosestoffwechsels“ enthält. Weitere Kapitel werden im Rahmen der nächsten Auflagen ergänzt. Lueg hob die Bedeutung des Kapitels zur partizipativen Entscheidungsfindung hervor.

Therapie-Algorithmus mit individualisierter Therapieeskalation

Nach wie vor ist die nichtmedikamentöse Therapie Grundlage der Behandlung. Die NVL formuliert: „Ist bei Menschen mit Typ-2-Diabetes unter Berücksichtigung der individuellen Therapieziele und  nach Ausschöpfung der nicht-medikamentösen Basistherapie eine medikamentöse Therapie des Glukosestoffwechsels indiziert, soll der Therapie-Algorithmus angewendet werden.“
 
Typ-2-Diabetes: Wirkmechanismus der SGLT-2-Hemmer entschlüsselt
© janvier - stock.adobe.com

SGLT-2-Hemmer sind zentrale Medikamente bei der Behandlung des Diabetes Mellitus. Ihre genauen Wirkmechanismen waren bisher allerdings noch unklar. In einer Studie konnte eine Forschungsgruppe um Peter Wolf, Martin Krssak und Michael Krebs von der Universitätsklink für Innere Medizin III der MedUni Wien mittels Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS) zeigen, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Zuckerausscheidung über die...
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Kardiovaskuläres Risiko entscheidend

Bei der Auswahl der Therapie spielt das kardiovaskuläre Risiko eine wichtige Rolle. Für Patienten ohne hohes kardiovaskuläres Risiko empfiehlt die NVL – wie bisher – zunächst eine Monotherapie mit Metformin. Liegt eine klinisch relevante kardiovaskuläre Erkrankung vor, wird eine Kombination aus Metformin und SGLT-2-Inhibitor oder GLP-1-Analogon empfohlen. Bei hohem Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse ist derzeit die Datenlage nicht eindeutig. Hier ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob der Nutzen einer Kombinationstherapie mögliche Nebenwirkungen überwiegt oder nicht.

Keine SGLT-2-Hemmer bei Harninkontinenz

Individuelle Probleme des einzelnen Patienten müssen bei der Auswahl des Antidiabetikums berücksichtigt werden. So sollte man z.B. bei Patienten mit Harninkontinenz, insbesondere bei Verwendung von Vorlagen bzw. Windeln, mit Genitalmykosen oder Exsikkose-Risiko möglichst keine SGLT-2-Hemmer einsetzen. Bei Patienten mit ausgeprägter Refluxösophagitis oder Barett-Ösophagus ist Zurückhaltung beim Einsatz von GLP-1-Analoga sinnvoll. Bei hochbetagten Menschen sei auch oft eine Gewichtsreduktion nicht erwünscht. Aufgrund von Kontraindikationen können bei Patienten mit einer starken Einschränkung der Nierenfunktion nur noch Sitagliptin oder Insulin eingesetzt werden.

Wichtig ist nach Aussage von Lueg die regelmäßige Überprüfung der Therapiestrategie und des Therapieziels.

Dr. Susanne Heinzl

Quelle: Symposium „Ganzheitliche Diabetestherapie: Erfolgsfaktor Patient!“, virtuelle Jahrestagung der DGIM, 19.04.2021, Veranstalter: Berlin Chemie


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