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Medizin

Medizinisches Cannabis – patientenindividuelle Therapieoption

von Palma Pelaj

Medizinisches Cannabis – patientenindividuelle Therapieoption
© fotofabrika - stock.adobe.com
In Deutschland leiden 20% der Bevölkerung an chronischen Schmerzen. Neben den somatischen treten häufig auch psychische Beschwerden hinzu. Die Lebensqualität durch eine geeignete Schmerztherapie zu verbessern, ist oberstes Ziel einer pharmakologischen Intervention. Meist werden Opioide eingesetzt, die häufig mit starken Nebenwirkungen einhergehen und ein hohes Suchtpotenzial bergen. Als Monotherapie oder auch begleitend zur Opioidgabe können Cannabinoide Abhilfe schaffen: Bereits eingesetzt werden sie vermehrt bei Tumorschmerzen, Nicht-Tumorschmerzen, chronischen Schmerzen, neuropathischem Schmerz und bei spastischem Schmerz bei Multipler Sklerose (MS).
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Gute Verträglichkeit und Wirkung

In diesen Indikationen erzielt medizinisches Cannabis eine gute Wirkung und ist meist sehr gut verträglich. In Deutschland ist die Therapie mit Cannabinioiden seit 2017 zulässig – bewusst offengehalten wurden hierbei die Indikationen, für die Cannibinoide verschrieben werden dürfen. „Das Wirkungsspektrum ist groß, und die Praxis zeigt die gute Wirkung bei verschiedensten Patienten. Durch die unterschiedlichen pflanzlichen Zusammensetzungen ist eine patientenindividuelle Therapie möglich“, sagte Prof. Dr. Stefan Lorenzl, Hausham. Schmerzlinderung, Abhilfe bei Migräne, Stimmungsaufhellung bei Depression, etc. sind nur einige der Wirkungen, die der Wirkstoff erzielt. Oft kann bei Schmerzpatienten, die begleitend mit Cannabinoiden therapiert werden, die Opioid-Dosis verringert werden. Auch in der Palliativmedizin ist der Einsatz dieser Substanzen gewinnbringend – und das bei sehr geringen Nebenwirkungen, wie beispielsweise Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit und Mundtrockenheit. Meist gleichen sich diese Nebenwirkungen jedoch durch einen Gewohnheitseffekt aus. Nur selten erfolgt aufgrund dessen ein Therapieabbruch.
 
 

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© Tinnakorn - stock.adobe.com

Hürden

„In über 20 Jahren Anwendung gab es keinen Cannabis-induzierten Todesfall“, bekräftigte Dr. Christoph Wendelmuth, Anästhesist. Doch warum wird medizinisches Cannabis dennoch weiterhin so selten eingesetzt?

Berührungsängste bei Patienten mittleren Alters

Wendelmuth nennt hierfür verschiedene Gründe. Zum einen sei Cannabis vor allem unter Patienten mittleren Alters noch immer ein Thema, das mit großen Berührungsängsten verbunden ist. „In der Geriatrie und bei jungen Erwachsenen (> 25 Jahre) wird das Angebot gerne wahrgenommen. Bei Patienten mittleren Alters werden oft Bedenken vor allem zum Suchtpotenzial des Medikaments geäußert“, so Wendelmuth. Aufklärungsbedarf sieht er jedoch nicht nur bei den Patienten, sondern auch bei Ärzten und Pharmazeuten, denn auch unter Medizinern beobachtet er ähnliche Ängste und Unsicherheiten.

Bürokratische Hürden

Ein weiterer Grund für den selten Einsatz von Cannabionoiden sind damit verbundene bürokratische Hürden. Informations- und Schulungsbedarf wird auch im Bereich der Antragsstellung gesehen.

Mangel an größeren Studien

Außerdem betonte Prof. Dr. Lorenzl die Relevanz der Durchführung großer, randomisierter, klinischer Studien, die wissenschaftliche und statistische Beweise für den Einsatz und die Wirkung von Cannabinoiden belegen, die in der Praxis bereits beobachtet werden.

Wirkstoffe THC und CBD

THC und CBD sind die 2 wichtigsten Wirkstoffe der Cannabispflanze und können aufgrund ihres unterschiedlichen Wirkungsspektrums vielfältig eingesetzt werden:

THC (Delta 9-trans-Tetrahydrocannabinol)

•    schmerzlindernd
•    muskelrelaxierend
•    spastikmindernd
•    appetitsteigernd
•    schlaffördernd
•    antiemetisch
•    psychoaktiv

CBD (Cannabidiol)

•    schmerzlindernd
•    antipsychotisch
•    entzündungshemmend
•    anxiolytisch
•    neuroprotektiv

Unterschiedliche Darreichungsformen ermöglichen individuelle Therapie

Medizinisches Cannabis unterschiedet sich neben seinem Wirkungsspektrum auch in seiner Darreichungsform. Abhängig davon, ob zur Schmerztherapie Blüten, Extrakte, ölige Lösungen, Smart Lipids, Fertigarzneien oder eine Kombination dieser Darreichungsformen eingesetzt werden, können individuelle Therapieziele erreicht werden.

Anwendungsbereich

Cannabinoide werden in den verschiedensten medizinischen Bereichen eingesetzt. Sinnvolle Anwendungsbereiche sind beispielsweise:

•    psychische Erkrankungen/Symptome (z.B. Depression, ADHS, Angststörung)
•    Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen
•    dermatologische Erkrankungen
•    (schmerzhafte) Spastiken bei MS
•    chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)
•    Schlaflosigkeit
•    Tourette-Syndrom
•    Schmerz
•    Kachexie/Untergewicht

Wirkmechanismus

Das Endocannabinoidsystem (ECS) besteht aus den Rezeptoren CB1 und CB2, die sich fast überall im Körper befinden. Cannabinoide wirken auf das Endocannabinoidsystem (ECS), das Auswirkungen auf die Modulation des Immunsystems und auf andere Organe hat. Unter anderem tritt die Wirkung der Modulation des Schmerzempfindens durch die Bindung von Cannabinoiden an CB1- und CB2-Rezeptoren an den Synapsen des Nervensystems auf.
 

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Das ECS eignet sich aufgrund der Menge und Lage von CB1 und CB2 Rezeptoren im menschlichen Körper gut als Ziel für pharmakologische Therapien.

Gerade die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten der Wirkstoffe CBD und THC lassen eine individuelle Dosierung zu. CannabiStada führt beispielsweise bereits Cannabisblüten in den Konzentrationen 14/1, 17/1, 20/1, 22/1 (THC/CBD) sowie die Vollextrakte 25/1, 10/10, 1/25 (THC/CBD).

Fazit

Die Nutzen-Risiko-Abwägung beim Einsatz von Cannabinoiden spricht deutlich für die Anwendung. Das Potential, das das nebenwirkungsarme Medikament mit sich bringt, könnte revolutionär für die Behandlung verschiedenster Indikationen – vor allem aber wegweisend für die Therapie von Schmerzpatienten sein. STADA geht hier bereits einen großen Schritt in die richtige Richtung, indem es als „Go-To“-Partner für Ärzte und Pharmazeuten fungiert und somit flächendeckende Aufklärungsarbeit anbietet. Informationsvermittlung, der Abbau von klischee-bedingten Ängsten und eine offene Haltung gegenüber Cannabinoiden könnten einigen Patienten ein großes Stück mehr Lebensqualität verschaffen.

Quelle: Meet-the-Expert „Medizinisches Cannabis – patientenindividuelle Therapieoption“, 23.06.2021; Veranstalter: STADA


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