Neurologie/Psychiatrie
Medizin
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Wie Darm-Immunzellen die Therapie bei Multipler Sklerose unterstützen
B-Zell-Depletionstherapien, bei denen B-Zellen des Immunsystems, die möglicherweise die Krankheitsaktivität bei Multipler Sklerose (MS) antreiben, vorübergehend entfernt werden, trugen in den letzten Jahren wesentlich zu einer verbesserten Behandlung Betroffener bei. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universitäten Bonn, Basel, Toronto und Yale sowie ihre Kooperationspartner haben einen bisher unbekannten Mechanismus aufgedeckt, durch den B-Zell-Depletionstherapien zu einem besseren Krankheitsverlauf bei Patient:innen mit MS beitragen. Überraschenderweise scheint die Behandlung einen Teil ihrer positiven Wirkung dadurch zu entfalten, dass sie regulatorische Immunzellen mobilisiert, die natürlicherweise im Darm ansässig sind. Diese Studie wurde nun in der Fachzeitschrift „Science Translational Medicine“ veröffentlicht [1].
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Gemeinsame Hirnmuster bei Depression und Angst
Eine internationale Studie unter Beteiligung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) zeigt, dass Depressionen und Angststörungen mit individuellen, aber auf Gruppenebene reproduzierbaren Abweichungen der Hirnstruktur verbunden sind. Die Analyse von mehr als 50.000 MRT-Aufnahmen liefert einen möglichen Erklärungsansatz dafür, warum bislang kein eindeutiger biologischer Marker für diese Erkrankungen identifiziert werden konnte. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht [1].
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Alzheimer früher erkennen: Proteinfehlfaltung schlägt P-tau
Die Fehlfaltung des Amyloid-β-Proteins ist der stärkste blutbasierte Prädiktor für die Alzheimer-Krankheit im symptomfreien Stadium. Sie zeigt das Risiko Jahre vor der klinischen Diagnose und deutlich früher an als der weit verbreitete Plasmabiomarker P-tau 217. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Gerwert (Ruhr-Universität Bochum). Das Forschungsteam analysierte Blutproben aus 17 Jahren von 779 Proband:innen der bevölkerungsbasierten ESTHER-Kohorte des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), um die Leistungsfähigkeit führender Blutbiomarker über den gesamten Verlauf der Alzheimer-Erkrankung zu vergleichen.
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Neuer Ansatz zur Prävention von Herzinfarkt und Schlaganfall
Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) ist es gelungen, einen neuen, körpereigenen Mechanismus zur Vorbeugung von Schlaganfällen nachzuweisen. Sie konnten zeigen, dass der Botenstoff S1P als biologischer Schutzschild vor Schlaganfällen fungieren kann. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forschenden in der Fachzeitschrift Science Advances.
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Folgen des Absetzens von GLP-1-Medikamenten für suchtbedingte Krankenhausaufnahmen
Menschen mit Typ-2-Diabetes wurden während einer Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten seltener aufgrund von Alkohol- oder Substanzkonsumstörungen im Krankenhaus behandelt. Dies zeigt eine große schwedische Registerstudie unter Beteiligung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI). Die Forschenden untersuchten erstmals, wie sich die beobachteten Zusammenhänge nach dem Absetzen der Medikamente entwickeln. Dabei zeigte sich, dass die Verringerung alkoholbezogener Krankenhausaufnahmen zunächst noch bis zu sechs Monate nach Therapieende nachweisbar war, nach zwölf Monaten jedoch nicht mehr. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift The Lancet Psychiatry veröffentlicht [1].
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Parkinson: Genetische Vielfalt in globaler Studie entdeckt
Ein internationales Forschungsteam hat im Rahmen des „Global Parkinson's Genetics Program" (GP2) die bislang größte genetische Untersuchung zu Parkinson vorgelegt. Die im Fachjournal The Lancet Neurology erschienene Studie zeigt anhand von Daten aus weltweit elf Bevölkerungsgruppen, dass krankheitsauslösende genetische Veränderungen je nach Herkunft sehr unterschiedlich häufig auftreten [1]. Das hat Folgen dafür, wer schon heute von neuen Therapien profitieren kann.
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S3-Leitlinie Schizophrenie: Aktualisierte Empfehlungen für mehr Orientierung in der Praxis
Die S3-Leitlinie Schizophrenie der deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde erneut an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst. Ziel der Überarbeitung ist es, Menschen mit Schizophrenie stets eine optimale, evidenzbasierte Behandlung zu ermöglichen [1].
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NLRP3-Inflammasom als Schlüssel zur frühzeitigen Schlaganfalltherapie
Wird ein Blutgefäß im Gehirn plötzlich verschlossen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Mit jeder Minute, in der das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, sterben Millionen Nervenzellen unwiederbringlich ab. Zwar kann das Blutgerinnsel heute häufig medikamentös aufgelöst oder mechanisch mittels Katheter entfernt werden, sodass der Blutfluss wiederhergestellt wird. Dennoch kommt es trotz erfolgreicher Behandlung häufig zu schweren bleibenden Schäden oder zum Tod. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Fortschreiten des Infarkts bereits während des Gefäßverschlusses. Um die Behandlungsergebnisse zu verbessern, sind daher zusätzliche Therapieansätze erforderlich, die bereits vor der Wiedereröffnung des Gefäßes wirksam werden.
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Neue Therapie bei Autoimmun-Nervenerkrankung
Am Universitätsklinikum Jena konnte ein interdisziplinäres Behandlungsteam bei zwei Patientinnen mit einer autoimmunen peripheren Nervenerkrankung eine überraschend schnelle und deutliche Besserung erreichen. Es setzte dafür den ursprünglich für das Multiple Myelom entwickelten Wirkstoff Teclistamab ein und berichtet über die Fälle in Nature Communications.
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Neue EEG-Signatur könnte Parkinson-Therapien präziser steuern
Ein neuer EEG-Biomarker könnte das Therapiemonitoring bei Parkinson entscheidend verbessern: Forschende aus Marburg, Oxford und Köln haben mit der hochfrequenten Beta-Gamma Phasen-Amplituden-Kopplung einen vielversprechenden Kandidaten identifiziert. Dieser könnte künftig helfen, Symptome genauer zu erfassen und Therapien gezielter zu steuern. Die Ergebnisse eröffnen insbesondere neue Perspektiven für adaptive Verfahren der Tiefen Hirnstimulation.
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EAN 2026
Neue Daten zu Nipocalimab bei generalisierter Myasthenia gravis
Auf dem diesjährigen EAN-Kongress wurden Abstracts zu Nipocalimab bei Erwachsenen mit anti-AChRa- oder anti-MuSKb-Antikörper-positiver generalisierter Myasthenia gravis (gMG) vorgestellt. Untersucht wurden unter anderem Patient:innen in frühen Erkrankungsstadien, mit geringerer Symptombelastung sowie Patient:innen kurz nach Infektionen. Darüber hinaus wurde das Studiendesign einer neuen Studie zum Einsatz von Nipocalimab in der Schwangerschaft vorgestellt.
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EU-Zulassung: Onasemnogen abeparvovec bei spinaler Muskelatrophie
Die Europäische Kommission hat die Zulassung von Onasemnogen abeparvovec als intrathekale Applikation für die Behandlung von Kindern ab zwei Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen mit 5q-assoziierter spinaler Muskelatrophie (SMA) mit einer biallelischen Mutation im Survival-Motor-Neuron-1-Gen (SMN1) erteilt. Damit ist Onasemnogen abeparvovec als intrathekale Applikation die derzeit einzige, als Einmalgabe verabreichte und auf einem adeno-assoziierten viralen Vektor (AAV) basierende Genersatztherapie, die in der EU für SMA-Patient:innen zugelassen ist.
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Aktualisierte S3-Leitlinie zur Verhinderung von Zwang in der Psychiatrie
Die aktualisierte S3-Leitlinie „Verhinderung von Zwang – Prävention und Therapie aggressiven Verhaltens bei Erwachsenen" bietet aktualisierte Empfehlungen für den Umgang mit Aggression in der Psychiatrie [1]. Ziel der Leitlinie ist es, Maßnahmen, die gegen den Willen der Patient:innen durchgeführt werden, so weitgehend wie möglich zu vermeiden. Nur wenn keine andere Möglichkeit besteht, die Sicherheit der Patient:innen, des Personals in den Kliniken oder anderer Personen zu gewährleisten, dürfen Zwangsmaßnahmen angewendet werden. Denn der Umgang mit aggressivem Verhalten in der Psychiatrie bewegt sich in einem sensiblen Spannungsfeld: dem ärztlichen Auftrag zu heilen, dem Recht der Betroffenen auf Selbstbestimmung und normativen Vorgaben des Gesetzgebers.
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Chronische Insomnie: Daridorexant zeigt anhaltende Wirksamkeit auch bei Komorbiditäten
Unter einer Chronischen Insomnie versteht man Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen an mehreren Tagen pro Woche, die über mindestens drei Monate andauern und zu klinisch bedeutsamen Beeinträchtigungen der Tagesaktivität führen. Die Erkrankung hat eine erhebliche sozioökonomische Bedeutung und ist mit hohen Belastungen für die Betroffenen verbunden. „Wird eine Chronische Insomnie nicht innerhalb eines Jahres behandelt, steigt das Risiko der Patient:innen für Depressionen, Angst- und Alkohol-Gebrauchsstörungen sowie Demenz und Psychosen deutlich an", betonte Prof. Dr. Dr. Göran Hajak, München, im Rahmen einer Pressekonferenz und forderte dazu auf, die Insomnie adäquat zu behandeln, um weitere psychiatrische Erkrankungen nicht zu begünstigen.
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Warum manche Plaques in der Halsschlagader gefährlich werden
Plaques in der Halsschlagader gehören zu den häufigsten Ursachen für Schlaganfälle. Besonders gefährlich sind dabei nicht unbedingt die größten Plaques, die Gefäße einengen, sondern solche, die leicht aufreißen. Sie können auch dann einen Schlaganfall auslösen, wenn die Gefäßverengung zuvor nicht besonders auffällig war. Für die Betroffenen kommt ein solches Ereignis oft völlig unerwartet. Ein Forschungsteam unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), der Technischen Universität München (TUM) und des TUM Klinikums hat nun erstmals die räumliche Verteilung von Proteinen in verschiedenen Bereichen solcher Plaques untersucht. Die Ergebnisse zeigen, warum manche Plaques instabil werden und leichter aufbrechen können. Gleichzeitig identifizierten die Forschenden mit PCSK9 einen bekannten Regulator des Fettstoffwechsels als möglichen lokalen Marker für besonders gefährliche Plaques.
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Ultraschalltherapie kann Tremor ohne OP lindern
Ein Glas Wasser zum Mund führen, eine Nachricht auf dem Smartphone schreiben oder die eigene Unterschrift leisten: Was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, wird für Menschen mit starkem Tremor oft zur täglichen Herausforderung. Viele Betroffene wissen jedoch nicht, dass Ultraschall heute nicht nur zur Diagnostik eingesetzt wird, sondern auch zur Behandlung neurologischer Erkrankungen. Mit dem MR-gesteuerten fokussierten Ultraschall (MRgFUS) steht ausgewählten Patient:innen mit schwerem Tremor eine moderne Therapieoption zur Verfügung, die ohne Hautschnitt und ohne Implantate auskommt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. hin.
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S3-Leitlinie zur Versorgung von Patient:innen mit Psychose und Sucht
Eine neue S3-Leitlinie soll die Versorgung von Menschen mit Psychosen und einer zusätzlichen Suchterkrankung deutlich verbessern. Die Leitlinie „Psychosen mit komorbider substanzbezogener Störung“ wurde gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) herausgegeben. Sie gibt evidenzbasierte Empfehlungen für die Behandlung dieser besonders belasteten Patient:innengruppe.
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20 Prozent der Deutschen fühlen sich stark gestresst
Jeder fünfte Mensch in Deutschland fühlt sich besonders gestresst. Das gelte vor allem für Frauen, Personen von 18 bis 64 Jahren und Menschen mit geringem Bildungsabschluss, wie aus einer Auswertung des Robert Koch-Instituts hervorgeht [1]. Datengrundlage war das Panel „Gesundheit in Deutschland“ 2024 des Robert Koch-Instituts. Für die aktuelle Untersuchung wurden Antworten von 27.102 Teilnehmer:innen im Alter von 18 bis 99 Jahren genutzt.
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Auswirkungen von Kurzvideos auf Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Wohlbefinden
Kurzvideo-Plattformen wie TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts gehören für viele junge Menschen zum Alltag. Doch welche Auswirkungen hat das endlose Scrollen kurzer, algorithmisch personalisierter Inhalte auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Wohlbefinden? Wissenschaftler:innen der Universität Bayreuth haben nun im Fachmagazin European Child & Adolescent Psychiatry einen Artikel veröffentlicht, der erstmals eine umfassende Beanwortung dieser Frage liefert.
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Zulassung für neue Therapie bei chronischen Kreuzschmerzen
Für das Arzneimittel VER-01 wurde in Deutschland die Zulassung zur Behandlung chronischer Kreuzschmerzen mit radikulärer (neuropathischer) Komponente erteilt. Damit erweitert sich das Spektrum medikamentöser Behandlungsoptionen in diesem Therapiefeld.
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