Donnerstag, 29. Februar 2024
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Medizin

Positionspapier der #GoRed-Initiative für eine genderspezifische Herzmedizin

von Angela Monecke

Positionspapier der #GoRed-Initiative für eine genderspezifische Herzmedizin
© Angela Monecke
Das Bewusstsein für Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen steigern – das ist das Ziel des #GoRed-Aktionstages, der jeweils am 1. Freitag im Februar stattfindet und vom National Wear Red Day aus den USA inspiriert ist. Unter der Federführung des Vereins Healthcare Frauen e.V. haben sich 2022 verschiedene Akteure des Gesundheitswesens im Rahmen der „Herz-Hirn-Allianz“ zusammengeschlossen, die gemeinsam die Kampagne #GoRed unterstützen. Ziel der Beteiligten der Herz-Hirn-Allianz ist es, die Zahl der kardiovaskulären Ereignisse bis 2030 um 30% zu senken.

Frauen haben schlechtere Heilungschancen nach einem Herzinfarkt als Männer

Im Jahr 2022 starben in Deutschland mehr als 190.000 Frauen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Im Vergleich zu Männern sind die Heilungschancen, etwa nach einem Herzinfarkt, bei Frauen schlechter. Besteht bereits ein Schwangerschaftsdiabetes, ist das Herzinfarktrisiko um 40% erhöht, auch wenn die Betroffenen später keinen Typ-2-Diabetes entwickeln. Ist der Diabetes bereits manifest, ist das Risiko sogar um das Fünffache höher als bei Frauen ohne Schwangerschaftsdiabetes. „Werden Frauen aufgrund eines Herzinfarkts in stationäre Behandlung gebracht, ist die Wahrscheinlichkeit um fast 6% höher als bei Männern, daran zu versterben“, berichtet Dr. Leonie Uhl, Sprecherin des Beirats Gesundheitsförderung von Healthcare Frauen e.V., am Vortag des #GoRed-Aktionstags in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.

Symptome eines Herzinfarkts werden bei Frauen seltener erkannt

Frauen haben im Vergleich zu Männern kleinere Herzen und einen höheren Puls. Herzprobleme treten bei Frauen in der Regel später im Leben auf. Es ist jedoch nicht nur so, dass Frauen ihr eigenes Risiko für Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen häufig unterschätzen, sondern auch Ärzt:innen erkennen die Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen seltener als bei Männern. Dies führt dazu, dass die richtige Behandlung verzögert wird. Außerdem fehlen große klinische Studien zur Frauenherzgesundheit, die sich auf Medikation, Dosierung und Behandlungsmethoden konzentrieren.

Apotheken stärker in die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einbinden

Die Apotheken sollen zudem das Bewusstsein für die Herzgesundheit von Frauen schärfen. Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach plant, sie stärker in die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzubeziehen. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) investiert verstärkt in die Früherkennung und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
 
Stephan Kröck #GoRed
Erste Ansprechpartner bei Herzkrankheiten von Frauen seien oft hausärztliche und gynäkologische Praxen, so Stephan Kröck, Geschäftsführer von MedTriX Deutschland, bei der #GoRed-Abendveranstaltung © HCF

Lauterbach wirbt für neues Gesetz zur Früherkennung

Neben dem angekündigten Bundesinstitut für Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) sind Screening-Maßnahmen und erweiterte DMP geplant. Zudem soll der Nikotinkonsum reduziert werden. Prof. Lauterbach hat bereits im Oktober 2023 ein Gesetz zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen angekündigt. Dr. Uhl fordert, dass auch das Thema „Frauenherzen“ berücksichtigt wird und verweist auf das neue Positionspapier der #GoRed-Initiative.

Positionspapier der #GoRed-Initiative

Die Initiative #GoRed hat 5 Forderungen für eine geschlechterspezifische Herzmedizin formuliert:
 
  1. Integration geschlechterspezifischer Medizin in Aus- und Weiterbildung: Bislang gibt es nur vereinzelte medizinische Fakultäten, die geschlechtersensible Lehre als Querschnitts- oder Wahlpflichtfach anbieten. Geschlechterspezifische Medizin muss jedoch bereits in der ärztlichen Ausbildung, u.a. durch eine verpflichtende Lehre im Kerncurriculum der Medizinerausbildung, beginnen.
  2. Bessere Studien für mehr Evidenz und eine gerechtere Gesundheitsversorgung: U.a. sollen die EU-Vorgaben für eine repräsentative Geschlechterverteilung in klinischen Studien umgesetzt werden.
  3. Eine jährliche gesetzliche Vorsorge für Frauen ab 40 Jahren bei erhöhtem kardiovaskulärem Risiko: Das Herz-Kreislauf-Risiko ist nach der Menopause erhöht, das Risiko steigt weiter bei vorzeitiger oder früher Menopause. Frauen mit erhöhtem Risiko sollte deshalb bereits ab 40 Jahren, eine jährliche Vorsorgeuntersuchung ermöglicht werden.
  4. Stärkung der individuellen Frauen-Gesundheitskompetenz, z.B. bessere Vergütung der sprechenden Medizin.
  5. Förderung der gesellschaftlichen Sensibilität: u.a. durch kooperativen Gesundheitsunterricht analog zur Sexualkunde in der Grundschule sowie der Sekundarstufe I und II wie auch durch Screening-Initiativen.
Die #GoRed-Initiative wurde von der MedTriX Deutschland unterstützt.

Quelle: „GoRedBeat“, 01.02.2024, Berlin; Veranstalter: Healthcare Frauen e.V. (HCF)



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