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Medizin
22. März 2021

Typ-2-Diabetes: Therapiepotenzial ausschöpfen mit Semaglutid

Semaglutid (Ozempic® ) ist ein 1x pro Woche injizierbares Analogon zum humanen Glucagon-like Peptide 1 (GLP-1), das für die Behandlung von Typ 2 Diabetes entwickelt wurde. Im Rahmen einer virtuellen Presseveranstaltung diskutierten Fachleute der Kardiologie, Diabetologie und Allgemeinmedizin den Stellenwert von Semaglutid im Kontext aktueller Leitlinienempfehlungen und berichteten aus dem Praxisalltag und der Erfahrung nach einem Jahr mit dem GLP-1 Rezeptoragonisten (RA).
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Typ 2 Diabetes ist eine systemische Erkrankung mit zahlreichen Komorbiditäten und Risikofaktoren. Etwa 45% der Patienten mit Typ 2 Diabetes weisen atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankungen (ASCVD) einschließlich Herzinfarkt und Schlaganfall auf. Nach einer Auswertung von multinationalen Studien durch die WHO sind kardiovaskuläre Ereignisse mit 52% die häufigste Todesursache bei Menschen mit Typ 2 Diabetes (1). Entscheidend für die Prognose ist daher eine multifaktorielle Therapiestrategie: Neben einer effektiven Stoffwechselkontrolle, verbunden mit einem reduzierten HbA1c-Wert und Gewicht, ist die Senkung des kardiovaskulären Risikos von zentraler Bedeutung. Dies halten auch aktuelle nationale und internationale Leitlinien fest: Bei hohem kardiovaskulärem Risiko werden u.a. GLP-1 Rezeptoragonisten (RA) wie Semaglutid empfohlen.

In der Studie SUSTAIN 6 konnte Semaglutid bei Menschen mit Typ 2 Diabetes und hohem kardiovaskulären Risiko das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) signifikant um 26% reduzieren und damit deren Prognose positiv beeinflussen (2). Semaglutid ist der bisher einzige GLP-1 RA mit einem durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) anerkannten kardiovaskulären Zusatznutzen.
Auch in der immer stärker werdenden fachdisziplinübergreifenden Zusammenarbeit, die den Behandlungserfolg optimiert, spiegelt sich die enge Verzahnung von Herz und Diabetes wider. „Je früher das individuelle kardiovaskuläre Risiko bei Menschen mit Typ 2 Diabetes erkannt und entsprechend adressiert wird, desto besser ist ihre kardiovaskuläre Langzeitprognose“, betonte der Kardiologe Dr. Anselm Gitt, Ludwigshafen.

Stärkere Senkung von HbA1c und Gewicht

„Neben der Senkung des kardiovaskulären Risikos dürfen wir bei der Therapie des Typ 2 Diabetes eine adäquate Blutzuckerkontrolle ohne Gefährdung für Hypoglykämien sowie einen positiven Einfluss auf das Gewicht nicht außer Acht lassen“, ergänzte Prof. Dr. Stephan Jacob, Diabetologe aus Villingen-Schwenningen. Wie die Ergebnisse des umfassenden klinischen Studienprogramms SUSTAIN mit mehr als 10.000 Patienten eindrucksvoll belegen, konnten unter der Therapie mit Semaglutid der HbA1c-Wert und das Gewicht im Vergleich zu den getesteten Vergleichspräparaten überlegen gesenkt werden.

Semaglutid ist zugelassen zur Behandlung des unzureichend kontrollierten Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen als Zusatz zu Diät und körperlicher Aktivität als Monotherapie, wenn die Anwendung von Metformin aufgrund einer Unverträglichkeit oder Kontraindikationen ungeeignet ist oder zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes mellitus.

Dr. Annette

Quelle: Virtuelle Presseveranstaltung „1 Jahr Ozempic in Deutschland – Interdisziplinäres Praxis- und Leitlinien-Gespräch zur Therapie des Typ 2 Diabetes“, 09.03.2021; Veranstalter: NovoNordisk

Literatur:

(1) Morrish NJ et al. Diabetologia 2001;44 (Suppl 2):S14–21.
(2) Marso SP et al. N Engl J Med. 2016;375:1834–1844
(3) Fachinformation Ozempic®, aktueller Stand


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