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Medizin

Bauchfelldialyse zu Hause

Die meisten Dialysepatient:innen werden regelmäßig in einem Dialysezentrum behandelt. Die Bauchfelldialyse dagegen können viele Betroffene selbstständig zu Hause durchführen. Sie bietet dadurch mehr Freiheit und Flexibilität im Alltag. In Schleswig-Holstein nutzten zu Projektbeginn dennoch weniger als fünf Prozent der Dialysepatient:innen dieses Verfahren. Ursächlich dafür sind vor allem historisch gewachsene Versorgungsstrukturen.

Das Projekt SKIP-SH setzt genau hier an: Das Team erleichtert den Beginn der Bauchfelldialyse für alle Beteiligten, berät Betroffene ärztlich und pflegerisch über alle Behandlungsoptionen, koordiniert Termine zwischen Praxen und Klinik und bildet medizinisches Fachpersonal der Region fort. So konnte der Anteil der Bauchfelldialyse an den Nierenersatztherapien in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert werden. Künftig soll das Angebot um die assistierte Bauchfelldialyse erweitert werden. Damit soll der Zugang zur Behandlung zu Hause auch für pflegebedürftige Menschen erleichtert werden, die die Dialyse nicht mehr eigenständig ausführen können.

Nachhaltige Verbesserung der Krankenversorgung

„Diese Auszeichnung gilt dem gesamten Team von SKIP-SH und unserer Klinik und wir freuen uns, damit das Projekt weiterentwickeln zu können“, sagt PD Dr. Benedikt Kolbrink, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie und Initiator von SKIP-SH. „Die Wahl des Dialyseverfahrens ist eine medizinische, pflegerische und biografische Frage zugleich. Wir treffen sie deshalb gemeinsam mit den Betroffenen und den behandelnden Nephrologinnen und Nephrologen der Region.“

Zum ausgezeichneten Team gehören neben PD Dr. Benedikt Kolbrink und Prof. Dr. Kevin Schulte, beide Fachärzte für Innere Medizin und Nephrologie, die Pflegefachkraft Meike Hoffmann und die Ökotrophologin Anneke Dubbeldam. Gefördert wurde SKIP-SH aus dem Versorgungssicherungsfonds des Landes Schleswig-Holstein sowie mit Unterstützung der Industrie.

Die Auszeichnung wurde im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie in Leipzig verliehen. Der Otsuka Team Award Nephrology+ wird jährlich von der Otsuka Pharma GmbH ausgeschrieben und von der DGfN unterstützt. Er zeichnet interdisziplinäre Behandlungskonzepte aus, die eine nachhaltige und übertragbare Verbesserung der Krankenversorgung realisieren konnten.

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Quelle:

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

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