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Medizin | Beiträge ab Seite 77

Medizin
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Aorta erstmals als eigenständiges Organ anerkannt

Die Aorta gilt künftig als eigenständiges Organ des Menschen. Das wurde jetzt in den Leitlinien zu aortenchirurgischen Behandlungen der Europäischen Gesellschaft für Herz-Thorax-Chirurgie (EACTS) und der US-amerikanischen Society of Thoracic Surgeons (STS) festgelegt (1). Entwickelt wurden sie von internationalen Expert:innen unter Führung von Prof. Dr. Martin Czerny, Ärztlicher Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Universitäts-Herzzentrum des Universitätsklinikums Freiburg. Die neue Einordnung der Aorta als Organ hat weitreichende Konsequenzen von der Aufteilung medizinischer Fachbereiche bis zur konkreten Patient:innen-Versorgung.
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Medizin
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Sicherheitsüberprüfung von CAR-T-Zell-Therapien

CAR-T-Zellen bieten eine Form der Immuntherapie für ausgewählte Leukämien und Lymphome. Für die 6 in der EU zugelassenen Therapien wird derzeit das Risiko einer möglichen späteren Krebserkrankung untersucht. Trotz dieses Signalbewertungsverfahrens der Zulassungsbehörden wird weiterhin der Nutzen der CAR-T-Zell-Therapie höher als das Risiko angesehen, nicht zuletzt angesichts der Schwere der therapierten Erkrankungen.
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Medizin
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DDG fordert Verbesserungen in der stationären Diabetesversorgung

Etwa jeder 3. Mensch mit Diabetes fühlt sich im Krankenhaus bezüglich seiner Stoffwechselerkrankung unzureichend versorgt. Laut Umfragen unter Betroffenen hat nur jede/r 4. während des Klinikaufenthaltes Kontakt zu diabetologisch geschultem Fachpersonal (1). „Der Klinikaufenthalt wird für Diabetespatientinnen und -patienten zunehmend gefährlich“, so die Bilanz von Expert:innen auf der heutigen Jahrespressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Berlin.
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Infektiologie
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Impfung gegen Meningokokken B ist ab sofort Teil des Standardimpfkalenders

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch Institut (RKI) hat sich nach langem Zögern dazu entschlossen, die Impfung gegen Meningokokken B (MenB) in das Standard-Impfprogramm für alle Säuglinge aufzunehmen. Damit wird das in Deutschland maßgebliche Gremium für öffentliche Impfempfehlungen, die auch für die Kostenerstattung durch die Krankenkassen richtungsweisend sind, dem Sachverhalt gerecht, dass MenB bei Kindern im ersten Lebensjahr die mit Abstand häufigsten Erreger einer invasiven Meningokokken-Erkrankung (IME) sind.
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Medizin
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Benralizumab: Erstmalig Evidenz für konsistente Asthmakontrolle bei gleichzeitiger Reduktion von Hochdosis-ICS bei SEA

Gemäß der S2k-Leitlinie 2023 sollte HD-ICS in der Therapie von schwerem Asthma bei gut eingestellten Biologikapatient:innen genauer geprüft und – wo möglich – unter ärztlicher Kontrolle reduziert werden (1). Eine DocCheck-Umfrage untersuchte nun die Umsetzung dieser Leitlinienempfehlung zum HD-ICS im Praxisalltag. Das Ergebnis: Das Therapiekonzept ICS-Reduktion findet breite Zustimmung unter den befragten Pneumolog:innen. Dass die Verringerung der Hintergrundmedikation ein realistisches Therapieziel ist, zeigte die kürzlich publizierte SHAMAL-Studie. Unter Benralizumab konnte hier bei Patient:innen mit schwerem eosinophilem Asthma (SEA) die Begleitmedikation mit HD-ICS bei gleichbleibender Asthmakontrolle um durchschnittlich 1.000 μg täglich reduziert werden (2). Dies ist ein weiterer Schritt zur Verringerung der Kortikosteroidbelastung von Patient:innen mit schwerem unkontrolliertem Asthma.

 
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Medizin
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Ein Jahr Dupilumab: Game Changer in der Therapie von Patient:innen mit Prurigo nodularis

„Da lange Zeit keine geeignete und zugelassene Systemtherapie zur Verfügung stand, bedeutete eine Prurigo nodularis (PN) immer einen hohen Leidensdruck für die Betroffenen, aber auch für Angehörige und Behandler:innen“, erklärte Dr. Andreas Timmel, Bergen auf Rügen. „Diese Situation hat sich seit der Zulassung von Dupilumab in der Indikation Prurigo nodularis im Dezember 2022 verbessert.“ Der monoklonale Antikörper Dupilumab ist die erste und bisher einzige zielgerichtete Systemtherapie, die speziell für die Behandlung von PN zugelassen ist (1). Prof. Dr. Martin Metz, Berlin, betonte: „Dupilumab ist ein echter Game Changer in der Therapie von PN-Patient:innen. Dies unterstreichen die Ergebnisse der Zulassungsstudien und Erfahrungen aus der Praxis.“
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Medizin
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„Behaupte-Dich-gegen-Mobbing-Tag" am 22. Februar 2024: Prävention hilft nachweislich

Beschimpfen, Beleidigen, Bloßstellen: Auch nach der Corona-Pandemie gehören Gewaltformen, wie Mobbing und Cybermobbing zum Schulalltag. Dies ergab eine aktuelle Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach ist bundesweit etwa jedes 6. Schulkind (15,7%) von Mobbing betroffen. Jedes 10. (10,1%) gab an, sogar selbst schon Andere gemobbt zu haben. Da Mobbing und Cybermobbing weitreichende Folgen für betroffene Jugendliche haben können, wie Depressionen, Angst- und Schlafstörungen, sind Präventionsprogramme von wesentlicher Bedeutung. Darauf soll der „Behaupte-dich-gegen Mobbing-Tag“ am 22. Februar aufmerksam machen.

 
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Medizin
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Revolutionäre Zelltherapie: Einmalige Infusion von CAR-T-Zellen ersetzt immunhemmende Medikamente

Im März 2021 therapierten Ärzt:innen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) weltweit erstmalig eine junge Frau mit einer schweren Autoimmunerkrankung mit chimären Antigen-Rezeptor (CAR)-T-Zellen. Heute, fast 3 Jahre danach, konnten sie nun im New England Journal of Medicine eine Pilotstudie veröffentlichen und zeigen, dass tatsächlich verschiedene Autoimmunerkrankungen nach der CAR-T-Zell-Therapie für lange Zeit komplett verschwinden, ohne dass eine weitere medikamentöse Behandlung notwendig ist (1).
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Medizin
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Morbus Niemann-Pick Typ C: Am 29. Februar 2024 ist der Tag der seltenen Erkrankungen

Jedes Jahr findet am letzten Tag im Februar – heuer ist das der 29. Februar – der „Tag der seltenen Erkrankungen“ (Rare Disease Day) statt. Dazu gehört auch Morbus Niemann-Pick Typ C. Symptome dieser seltenen Stoffwechselerkrankung  sind Gangunsicherheit, verwaschene Sprache, Ungeschicklichkeit der Arme und Hände, Augenbewegungsstörungen, epileptische Anfälle, Einschränkung des Denkvermögens bis hin zu Psychosen. Grund ist ein angeborener genetischer Defekt, durch den sich Cholesterin und andere Lipide in den Lysosomen von Zellen anreichern, was den Zellstoffwechsel fundamental beeinträchtigt. Nun haben Mediziner:innen des LMU Klinikums um Prof. Dr. Michael Strupp, Oberarzt an der Neurologischen Klinik des LMU Klinikums,zusammen mit Kolleg:innen der Universitäten Oxford und Bern und anderen Zentren eine wirksame neue Therapie entwickelt. In einer klinischen Studie konnten sie zeigen: Das Medikament N-Acetyl-L-Leucin, kurz NALL genannt, „verbessert deutlich die Symptome der Erkrankung bei ausgezeichneter Verträglichkeit“, sagt Strupp. Die Ergebnisse – bisheriger Höhepunkt 12-jähriger systematischer Forschungsarbeit – wurden nun im weltweit renommiertesten medizinischen Fachjournal, dem „New England Journal of Medicine“, veröffentlicht (1).
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Medizin
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Zecken & FSME: Forschende erwarten hohe Fallzahlen für 2024

Die Zahl der Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist in Deutschland 2023 gesunken. Der längerfristige Trend gehe jedoch nach oben, betonen Expert:innen der Universität Hohenheim in Stuttgart. Grund dafür ist, dass Zecken als Überträger der Krankheit mittlerweile ganzjährig aktiv sind. Darüber hinaus ist zu beobachten, dass in letzter Zeit alle 2 Jahre eine hohe Anzahl an FSME-Erkrankungen gemeldet werden und nicht, wie in der Vergangenheit, alle 3 Jahre. Neue Forschungen belegen außerdem eine hohe Dunkelziffer bei FSME, das Virus wird 7-mal häufiger übertragen als bisher angenommen.
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Medizin
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Colitis ulcerosa: EU-Zulassung von Etrasimod für Patient:innen über 16 Jahre

Die Europäische Kommission hat den oralen Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulator Etrasimod in der Europäischen Union (EU) für die Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa (CU) bei Patient:innen ab 16 Jahren zugelassen. Indiziert ist Etrasimod für CU-Patient:innen, die auf eine konventionelle Therapie oder ein Biologikum unzureichend oder gar nicht angesprochen haben oder diese nicht vertragen (1).
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Medizin
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HSV-1: Herpesinfektion verdoppelt Risiko für Demenz

Herpes-Betroffene erkranken statistisch gesehen doppelt so wahrscheinlich im späteren Verlauf ihres Lebens an einer Demenz. Dies zeigt eine Studie der Uppsala University. Das Herpes simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) steht dabei am meisten mit dem Risiko einer Demenz in Zusammenhang. Die Forscher:innen haben 1.000 über 70-jährige Personen 15 Jahre lang begleitet. Die leitende Wissenschaftlerin Erika Vestin hat den Zusammenhang zwischen dem Herpesvirus und einer Demenz bestätigt. Details wurden im Journal of Alzheimer's Disease publiziert.
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Medizin
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Internationale Leitlinie zur Diagnose und Behandlung von Kryptokokkose

Eine Gruppe von internationalen Mykologie-Expert:innen um Univ.-Prof. Dr. Oliver A. Cornely von der Kölner Uniklinik hat zusammen eine Leitlinie zur Diagnose und Behandlung von Kryptokokkose entworfen, die zur Verbesserung des Infektionsmanagements und somit zur Überlebensrate von Patient:innen beitragen soll. Der Artikel „Global guideline for the diagnosis and management of cryptococcosis“ ist nun in der Zeitschrift The Lancet Infectious Diseases veröffentlicht worden (1).
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Medizin
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Alzheimer: RNA-Metylierung verantwortlich für die Störung der mitochondrialen Proteinsynthese

Ein Forschungsteam der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat einen Mechanismus entdeckt, wie es bei Alzheimer-Patient:innen zu einem Versagen der Mitochondrien kommt und damit zu einer reduzierten Versorgung des Gehirns mit Energie. Prof. Dr. Kristina Friedland vom Institut für Pharmazeutische und Biomedizinische Wissenschaften hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Prof. Dr. Mark Helm diese Studie geleitet. Die Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag, um die Pathophysiologie der Alzheimer-Krankheit besser zu verstehen. An den Forschungen beteiligt waren auch Arbeitsgruppen der Universitätsmedizin Mainz, das Institut für Molekulare Biologie (IMB), die Universität von Lothringen und die Medizinische Universität Wien. Die Arbeit wurde in der renommierten Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht (1).
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Medizin
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OptAHF: Bessere medizinische Versorgung von Patient:innen mit angeborenem Herzfehler

Was bedeutet es, mit einem angeborenen Herzfehler alt zu werden? Wie lässt sich dies bestmöglich medizinisch unterstützen? Das wurde im Rahmen von OptAHF in Zusammenarbeit mit der Barmer Krankenkasse und dem Kompetenznetz Angeborene Herzfehler erstmals genauer untersucht. Die Ergebnisse des vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderten Langzeit-Projektes sollen jetzt bei der Weiterentwicklung von Leitlinien zur Behandlung bei angeborenen Herzfehlern bis ins hohe Alter helfen.
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Medizin
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Neue App für Patient:innen mit Post-COVID-Syndrom

Patient:innen mit dem Post-COVID-Syndrom (PCS) können an einer Vielzahl von Symptomen leiden, die sich mit anderen Krankheitsbildern überlappen. Dies erschwert sowohl die ärztliche Diagnose als auch die selbstständige Recherche der Betroffenen. Ein Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Anja Richert der TH Köln möchte deshalb eine interaktive Anwendung entwickeln, die gesicherte Informationen bereitstellt und Hausärzt:innen bei der Diagnose unterstützt.
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