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Medizin

Schwangerschaft bei Autoimmunerkrankungen ist oft risikoreich

Autoimmunerkrankungen greifen in erster Linie junge Frauen an und durchkreuzen dabei die Familienplanung. Schwangerschaften sind bei Frauen mit Autoimmunerkrankungen aus verschiedenen Gründen risikoreicher: Zum einen kann die Krankheitsaktivität das Wohlbefinden und die Organfunktionen in Nieren, Herz und Lungen beeinträchtigen und sowohl die Mutter als auch das Kind gefährden. Zum anderen sind viele der immunsuppressiven Medikamente während der Schwangerschaft nicht sicher und müssten daher abgesetzt werden. Zusätzlich verschlechtern sich häufig Autoimmunerkrankungen, wie SLE, in der Schwangerschaft und stellen damit ein hohes Risiko für das Leben von Mutter und Kind dar.

Durch die CD19-CAR-T-Zelltherapie werden gezielt die krankheitsverursachenden B-Zellen eliminiert, so dass bei vielen Patient:innen eine langanhaltende krankheitsfreie Remission erreicht werden kann. Nach der Behandlung benötigen die Betroffenen keine immunsuppressiven Medikamente mehr und gewinnen ihre Lebensqualität zurück.

Studie zeigt normale Schwangerschaften nach CAR-T-Zelltherapie

In einer Arbeit unter Leitung von Prof. Dr. Georg Schett, an der Forschungsgruppen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien und den USA beteiligt waren, konnte nun gezeigt werden, dass eine CAR-T-Zelltherapie Frauen mit Autoimmunerkrankungen eine normale Schwangerschaft und die Geburt eines gesunden Kindes ermöglichen kann. Die Forschenden analysierten erstmals systematisch Schwangerschaften nach einer CAR-T-Zelltherapie bei Patientinnen mit schweren Autoimmunerkrankungen. Insgesamt wurden 14 Schwangerschaften und acht Geburten bei jungen Frauen mit Autoimmunerkrankungen dokumentiert. Alle Schwangerschaften verliefen komplikationslos, alle Säuglinge kamen gesund zur Welt und entwickelten ein altersentsprechendes Immunsystem.

Keine Rückkehr der Erkrankung in der Schwangerschaft

Eine spannende Erkenntnis dieser Studie ist auch, dass es bei den Schwangerschaften zu keinem Wiederauftreten der Autoimmunerkrankung kam, obwohl keinerlei immunsuppressive Medikamente mehr eingenommen wurden. Dieser große Freiheitsgrad, der durch die Heilung und zumindest das Ruhen der chronischen Erkrankung einerseits sowie den vollständigen Wegfall der Therapie andererseits entsteht, unterstützt junge Frauen in ihrer Entscheidung für Kinderwunsch und Familiengründung. Durch eine erfolgreiche CAR-T-Zelltherapie rückt damit nachhaltige Gesundheit und ein selbstbestimmtes Leben für Frauen mit Autoimmunerkrankungen in den Vordergrund.

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Quelle:

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Literatur:

(1)

Schett G et akl. (2026) Pregnancies in Patients with Autoimmune Disease Receiving CAR T-Cell Therapy, New England Journal of Medicine, DOI: 10.1056/NEJMc2607737