Hautkrebs vorbeugen: So schützen Sie Ihre Haut
zuEin langer Tag im Freibad oder im Garten kann schnell mit geröteter, brennender Haut enden. Sonnenbrand gilt oft als unangenehm, aber harmlos. Dabei kann UV-Strahlung die Haut langfristig schädigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen.
Wie häufig ist Hautkrebs?
Eine aktuelle Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse zeigt: 2024 waren deutschlandweit 28% mehr KKH-Versicherte wegen schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, in ärztlicher Behandlung als noch 2014. Schwarzer Hautkrebs kann lebensgefährlich werden. Noch stärker stieg die Zahl der Behandlungen bei weißem Hautkrebs. Dazu zählen Basalzell- und spinozelluläre Karzinome. 2024 wurden hier rund 45% mehr Behandlungen registriert als zehn Jahre zuvor. Weißer Hautkrebs wächst meist langsamer und bildet seltener Metastasen, kommt aber deutlich häufiger vor: Ärzt:innen behandelten 2024 fast fünfmal so viele Patient:innen mit weißem wie mit schwarzem Hautkrebs.
Wer ist besonders von Hautkrebs betroffen?
Beide Hautkrebsarten treten überdurchschnittlich häufig bei Menschen ab 55 Jahren auf. Beim weißen Hautkrebs zeigt sich unter den KKH-Versicherten zudem ein Unterschied zwischen Frauen und Männern: Bei Frauen stieg die Zahl der Betroffenen um 53%, bei Männern um 34%. Beim schwarzen Hautkrebs lagen die Zuwächse näher beieinander, mit 30% bei Frauen und 25% bei Männern. Auch regional gibt es Unterschiede. Beim schwarzen Hautkrebs verzeichnete Sachsen zwischen 2014 und 2024 mit rund 83% den stärksten Zuwachs. Beim weißen Hautkrebs hat sich die Zahl der Betroffenen in Sachsen innerhalb von zehn Jahren verdoppelt.
Wie kann ich mich vor UV-Strahlen schützen?
„UV-Strahlung schädigt das Erbgut der Hautzellen. Der Körper kann zwar viele dieser Schäden reparieren, aber vor allem, wenn die Haut jahrelang immer wieder ungeschützt der Sonne ausgesetzt ist und sich die Schäden summieren, steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken“, erklärt Aurelia Tegtmeyer, Ärztin bei der KKH. Sie empfiehlt, direkte Sonneneinstrahlung möglichst zu vermeiden – besonders in der Mittagssonne. Wer draußen ist, sollte sich im Schatten aufhalten, lange, luftige Kleidung und eine Kopfbedeckung tragen. Freie Hautstellen sollten großzügig mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden.
Wichtig ist hierbei die richtige Menge: Eine erwachsene Person benötigt etwa vier gehäufte Esslöffel Sonnencreme für den gesamten Körper. „Oft wird die Schutzwirkung von Sonnencremes aber überschätzt. Deshalb ist die Vermeidung starker UV-Strahlung sowie der Schutz durch Kleidung besonders wichtig“, erklärt die KKH-Ärztin.
Viele Menschen unterschätzen UV-Strahlung bei bewölktem Himmel. Doch UV-Strahlen können auch durch Wolken dringen. Die Haut ist also nicht automatisch geschützt, nur weil die Sonne nicht direkt sichtbar ist. „Deshalb sollte Sonnenschutz zur alltäglichen Routine werden – unabhängig davon, ob die Sonne gerade sichtbar scheint oder nicht“, betont Aurelia Tegtmeyer.
Wann sollte ich Hautveränderungen ärztlich abklären lassen?
Neben Sonnenschutz ist es wichtig, die eigene Haut regelmäßig zu beobachten. Wer bemerkt, dass sich Größe, Form oder Farbe eines Pigmentflecks verändert, sollte dies zeitnah ärztlich abklären lassen. Besonders aufmerksam sollten Menschen mit heller Haut und vielen Pigmentflecken sein. Auch eine familiäre Vorbelastung oder viel Sonnenexposition im Beruf, etwa durch Arbeit im Freien, können das Risiko erhöhen. Gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren haben bisher Anspruch auf ein kostenloses Hautkrebs-Screening alle zwei Jahre.
Quelle:Kaufmännische Krankenkasse