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Was ist ein Hitzschlag?

Der menschliche Körper ist dazu in der Lage, große Unterschiede in der Hitzeeinwirkung auszugleichen. Sieht sich der Körper allerdings mit starker Hitze oder einer verlängerten Hitzeexposition konfrontiert, können die Mechanismen der körpereigenen Wärmeregulierung überlastet werden, sodass sich die Körperkerntemperatur ohne geeignete Gegenmaßnahmen stetig erhöht. Ein mäßiger, kurzfristiger Anstieg der Körpertemperatur ist zwar in der Regel gut verträglich, steigt sie jedoch auf über 41 Grad, kommt es zu Proteindenaturierungen, die infolge zellulärer Dysfunktion zur Funktionsstörung der menschlichen Organe führen. Unbehandelt verschlechtert sich der Zustand der Betroffenen, wobei Organe wie Gehirn, Herz und Nieren zunehmend geschädigt werden können. 20% der Überlebenden weisen nach einem Hitzeschlag Schäden am Gehirn auf.

Was sind die Risikofaktoren eines Hitzschlages?

Prinzipiell gilt: Jeder kann einen Hitzeschlag erleiden. Das Risiko wird aber durch mehrere Faktoren gesteigert:

Alter

Die Fähigkeit des Körpers, mit großer Hitze umzugehen, ist von der Stärke des ZNS abhängig. Während das ZNS bei Kindern noch ausreift, beginnt es sich im Alter von etwa 65 Jahren wieder abzubauen. Infolge sind die Fähigkeiten von Senioren und Kindern, mit starken Schwankungen der Körpertemperatur umzugehen, weniger stark ausgeprägt. Zusätzlich weisen beide Gruppen Schwierigkeiten auf, den Flüssigkeitshaushalt zu regulieren, was zu einer weiteren Erhöhung des Risikos führt.

Übermäßige körperliche Betätigung bei heißem Wetter

Wer sich trotz Hitze übermäßig stark betätigt, erhöht das Risiko, einen lebensgefährlichen Hitzeschaden zu erleiden. Zu den klassischen Situationen, die zum Hyperthermie-Syndrom führen können, zählen insbesondere die militärische Ausbildung von Rekrut:innen sowie Lauf-intensive Sportarten wie Fußball oder Marathon.

Fehlende Akklimatisisierung gegenüber heißem Wetter

Steigen die Temperaturen über wenige Tage stark an, steigt auch das Risiko für Hitzeerkrankungen. Dies gilt nicht nur für frühsommerliche Hitzewellen, sondern insbesondere für Reisen in ein heißeres Klima. Wer sich einem plötzlichen Anstieg der Umgebungstemperatur ausgesetzt sieht, sollte sich dringend körperlich schonen, bis der Körper sich akklimatisiert hat.

Anhaltende Hitzewellen ohne Kühlungsmöglichkeiten

Bei sommerlichen Hitzewellen mit tropischen Nächten und anhaltend hoher Außentemperatur steigt die Gefahr eines Hitzeschlags stark an. Insbesondereältere Menschen und Kinder leiden auch ohne körperliche Aktivität unter einer andauernden Hitzebelastung. Eine Senkung der Raumtemperatur mithilfe einer Klimaanlage sowie das Aufsuchen kühlerer Orte entlastet die körpereigene Wärmeregulierung.

Chronische Erkrankungen

Chronische Krankheiten können das Risiko eines Hitzschlags erheblich erhöhen. Insbesondere Personen mit Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Lunge weisen ein erhöhtes Risiko auf, ein Hyperthermie-Syndrom zu erleiden. Aber auch Übergewicht, Bewegungsmangel sowie frühere Hitzschläge können das Risiko erhöhen.

Medikamente

Einige Medikamente beeinflussen die Wärmeregulierung des menschlichen Körpers und erhöhen somit das allgemeine Risiko für Hitze-Beschwerden. Hierunter fallen vor allem Medikamente, die die Blutgefäße verengen, den Blutdruck regulieren oder dem Organismus Wasser entziehen. Aber auch die Einnahme von Antidepressiva, Antipsychotika, Medikamente zur Behandlung von ADHS oder Drogen wie Kokain und Amphetamin erhöhen das Risiko für einen Hitzschlag.

Was sind die Symptome eines Hitzschlages?

Zu den wichtigsten Symptomen des Hyperthermie-Syndroms zählen:

  • Körperkerntemperatur von über 40 Grad (Rektalmessung)

  • Rötung der Haut

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Kopfschmerzen

  • Schnelle und flache Atmung

  • Herzrasen

  • Dysfunktion des ZNS: Verwirrung, Unruhe, Krampfanfälle, Koma

Wie wird ein Hitzschlag diagnostiziert?

Die Diagnosestellung des Hyperthermie-Syndroms erfolgt in der Regel bereits durch die Vorgeschichte mit starker Hitze und körperlicher Anstrengung. Der Hitzschlag wird durch folgende 2 Merkmale charakterisiert:

  • Körperkerntemperatur von über 40 Grad

  • erhebliche Dysfunktion des ZNS

Zur Absicherung der Diagnose wird eine rektale Messung der Körperkerntemperatur durchgeführt. Die Überprüfung der Organe auf Schäden und Dysfunktionenerfolgt durch eine Reihe von Labortest. Die Laboruntersuchungen umfassen unter anderem die Ermittlung der Elektrolytwerte sowie die Erstellung eines vollständigen Blutbilds und eines Leberprofils.

Welche Differentialdiagnosen gilt es bei Hyperthermie zu beachten?

Zu den wichtigesten Differentialdiagnosen der Hyperthermie zählen:

  • akute Infektionen wie Sepsis, Malaria oder Meningitis

  • malignes neuroleptisches Syndrom

  • Serotoninsyndrom

  • Hyperthyreose, thyreotoxische Krise

  • Schlaganfall

  • interiktaler Status epilepticus

Welche Komplikationen können bei einem Hitzschlag auftreten?

Beim Hitzschlag handelt es sich um einen ärztlichen Notfall, der zu einer Reihe von Komplikationen führen kann. Die Ausprägung der Komplikationen wird durch die Dauer des Zustands beeinflusst. Zu den schwerwiegenden Komplikationen gehören Organschädigung und Tod. Ohne schnelle und effektive Behandlung kann die stark erhöhte Körpertemperatur zum Anschwellen des Gehirnsund lebenswichtiger Organe führen. Dauerhafte Schäden können nicht ausgeschlossen werden.Unabhängig von einer Behandlung bleiben bei 20% der Überlebenden Hirnschäden zurück. Bei wenigen Patient:innen manifestiert sich eine dauerhafte Niereninsuffizienz. Bleibt eine Behandlung aus, versterben 80% der Betroffenen.

Welche Therapien gibt es bei einem Hitzschlag?

Das Hyperthermie-Syndrom wird durch eine am besten unmittelbar einsetzende aggressive Kühlung des Organismus therapiert. Ziel der Ersten Hilfe ist es, die Körperkerntemperatur mit sofortiger Wirkung zu reduzieren.

Notfallmaßnahmen:

  • Transport in kühle, schattige Umgebung

  • Entfernung der Kleidung

  • Kühlung des Körpers durch:

    • Eintauchen des ganzen Körpers in kaltes Wasser: Diese Methode ist das Mittel der Wahl und kann auch in Notfallsituationen angewendet werden, wenn die Patient:innen stabil genug sind. Das Eintauchen in kaltes Wasser führt zu einer rapiden Abkühlung der Körpertemperatur und dadurch zu den niedrigsten Morbiditäts- und Mortalitätsraten. Die betroffene Person kann auch kalt geduscht, mit einem Gartenschlauch abgespritzt oder mittels eines Schwamms großflächig mit kaltem Wasser gekühlt werden.

    • Verdunstungskühlung: Voraussetzung hierfür sind allerdings eine ausreichende periphere Durchblutung und eine angemessene Herzleistung des Betroffenen sowie eine niedrige Luftfeuchtigkeit. Eine effektive Verdunstungskühlung wird erzeugt, indem die Person mit lauwarmem Wasser benetzt und mit Luft befächert wird.

    • Unterstützende Kühlung: Des Weiteren können Eis, chemische Kältepackungen oder kühle Tücher zur Kühlung eingesetzt werden. Diese werden vornehmlich an jene Positionen des Körpers angebracht, an denen ein starker Wärmeaustausch stattfinden kann. Hierzu zählen der Hals, die Achselhöhlen, die Leistengegend oder haarlose Hautflächen wie Handflächen, Fußsohlen und Wangen. Als einziges Kühlverfahren ist sie jedoch keinesfalls ausreichend!

  • Es sollten keine Fieber-senkende Medikation eingesetzt werden, denn aufgrund der ausgeschalteten Wärmeregulierung des Körpers ist dies wirkungslos und kann zur Nierenschädigung beitragen.

Wie lassen sich Hitzekrankheiten wie Hitzschlag vorbeugen?

Im Allgemeinen gilt: Jeder Hitzschlag ist nicht nur vorhersehbar, sondern auch vermeidbar. Bei anhaltenden Hitzeperioden und Temperaturen von über 25 Grad können folgende Maßnahmen einen Hitzschlag vorbeugen:

  • Das Tragen locker sitzender, leichter Kleidung ermöglicht die ungehinderte Wärmeabgabe des Körpers an die Umgebungsluft.

  • Vermeiden eines Sonnenbrands: Ein Sonnenbrand stört die Fähigkeit des Körpers, sich effizient zu kühlen. Um die Haut zu schützen, werden Breitspektrum-Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 15 empfohlen. Die intensive Mittagssonne sollte generell gemieden werden.

  • Die intensive Mittagssonne sollte generell gemieden werden. Bei sehr hohen Umgebungstemperaturen sollten schattige Plätze aufgesucht werden, um eine Überhitzung des Organismus zu vermeiden.

  • Um sich vor einem sogenannten Sonnenstich zu schützen, sollte darauf geachtet werden, Kopf und Nacken nicht der direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen. Insbesondere kleine Kinder sollten beim Aufenthalt in der Sonne immer eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz tragen.

  • Beim Schwitzen verliert der Organismus sehr viel Wasser. Bei normalen Temperaturen liegt der Flüssigkeitsverlust über das Schwitzen bei rund einem halben Liter. Bei sommerlicher Hitze kann der Flüssigkeitsverlust über den Schweiß bis zu 6 Liter betragen, weshalb darauf geachtet werden sollte, ausreichend Flüssigkeit zuzuführen.

  • Wer unter chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen leidet oder auf Medikamente angewiesen ist, die die Wärmeableitung oder Flüssigkeitszufuhr des Körpers beeinträchtigen, sollte körperliche Belastungen meiden und kühle Orte aufsuchen. Zusätzlich ist verstärkt auf typische Symptome zu achten, die eine akute Hitzeerkrankung nahelegen.

  • Da Kinder und Senioren zu den am stärksten gefährdeten Personengruppen zählen, sollte unbedingt auf das Verhalten dieser Personengruppe geachtet werden, um hitzebedingte Verhaltensänderungen frühzeitig zu erkennen. Kleinkinder sollten überdies unter keinen Umständen in der Sonne spielen, Säuglinge keinesfalls der direkten Sonne ausgesetzt werden! Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie auf einen entsprechenden Sonnenschutz ist zudem zu achten.

  • An heißen Tagen sollte körperliche Anstrengung vermieden werden – dies gilt insbesondere für ältere Menschen und Personen mit chronischen Leiden.

  • Generell gilt: Bei den ersten Anzeichen einer Überhitzung sollte erstens sofort die pralle Sonne verlassen und ein schattiger, kühler Ort aufgesucht werden. Zweitens sollten die Betroffenen Elektrolyte-haltige Getränke trinkenund sich vorerst körperlich schonen. Klingen die Symptome nicht ab, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.

Wie unterscheiden sich Sonnenstich, Hitzekollaps und Hitzschlag?

Hitzschlag, Hitzekollaps und Sonnenstich zählen zu den lebensbedrohlichen Hitzeerkrankungen und stellen einen medizinischen Notfall dar. Sie alle werden von extremer Hitze ausgelöst und ähneln sich in ihrer Symptomatik. Das Auseinanderhalten der Krankheitsbilder und das frühzeitige Erkennen der entsprechenden Anzeichen kann im Ernstfall Leben retten.

Was sind die Besonderheiten des Sonnenstichs?

Werden Kopf und Nacken über einen längeren Zeitraum schutzlos intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann es zu einer Überhitzung des Gehirns und der Hirnhäute kommen. Die Hitze reizt die Hirnhäute, was zu den klassischen Sonnenstich-Symptomen führt. Im Unterschied zum Hitzschlag ist die Körpertemperatur beim Sonnenstich in der Regel unverändert. Die Funktion des ZNS ist weitgehend ungestört. Die ersten Anzeichen für einen Sonnenstich können auch zeitverzögert auftreten, d.h. lange Zeit nach dem Verlassen der starken Sonneneinstrahlung!

Welche Symptome treten bei einem Sonnenstich auf?

  • heißer, hochroter Kopf – kühle Körperhaut

  • Unruhe, Schwindel

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Nackensteifigkeit

  • Bewusstseinsstörung, Bewusstseinsverlust

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind bei einem Sonnenstich zu ergreifen?

Person in den Schatten bringen, Oberkörper erhöht lagern, Kopf mit kalten, feuchten Tüchern kühlen, kühle Getränke reichen

Was sind die Besonderheiten der Hitzeerschöpfung?

Wird bei sommerlicher Hitze und körperlicher Betätigung der Flüssigkeitshaushalt vernachlässigt, kann es durch intensives Schwitzen zu einem erheblichen Flüssigkeits- und Elektrolyte-Verlust kommen. Infolge der Dehydrierung und des Elektrolyte-Mangels wird der Kreislauf empfindlich geschwächt. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen kann es durch einen plötzlichen Blutdruckabfall zu einem Schockzustand kommen – dem sogenannten Hitzekollaps. Im Gegensatz zum Hyperthermie-Syndrom ist die Wärmeregulierung beim Hitzekollaps nicht gestört und die Funktion des ZNS weitestgehend erhalten. Zudem ist die Körpertemperatur mitunter nur leicht erhöht.

Welche Symptome treten bei einer Hitzeerschöpfung auf?

  • Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Schwindel

  • Schwächegefühl, Erschöpfung

  • leicht erhöhte Körpertemperatur

  • starke Schwitzanfälle (anfänglich Hautrötung und starkes Schwitzen, später oft blasse Haut und kalter Schweiß)

  • trockene Schleimhäute, Durstgefühl

  • erhöhter Puls, niedriger Blutdruck

  • Bewusstlosigkeit

Unbehandelt kann die Hitzeerschöpfung nicht nur in einen Hitzekollaps, sondern auch in einen Hitzschlag münden!

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind bei der Hitzeerschöpfung zu ergreifen?

Person zu einem kühlen Platz vornehmlich im Schatten bringen, Kleidung öffnen, Körper und Kopf kühlen, Betroffene mit Flüssigkeit und Elektrolyten versorgen, bspw. mit leicht gesalzenem Leitungswasser oder mit isotonischen Getränken, liegend ruhen, Beine leicht erhöht lagern

Exkurs: Wie behandelt man einen Hitzschlags bei Haustieren?

Achtung: Auch Tiere wie Hunde oder Katzen können sich beispielsweise im Auto aufheizen und gesundheitliche Schäden davontragen. Hier ist zu beachten, dass Human- und Veterän-Medizin sich in der Therapie aufgrund der unterschiedlichen Physiologie unterscheiden.

Zwar verfolgen beide das Ziel, die Körpertemperatur zu senken, jedoch reagiert das Herz-Kreislauf-System von bspw. Hundenempfindlicher auf rapide Temepraturunterschiede, sodass bei der Kühlung von Hunden besondere Vorsicht geboten ist. Zusätzlich führt eine aggressive Kühlung des Hundekörpers beispielsweise durch Tauchen in kaltes Wasser zu einer Verengung der Blutgefäße der Haut, die eine weitere Wärmeabgabe sogar behindern kann.

Patient:innen-FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Thema Hitzschlag und Sonnenstich

Literatur:

(1)

MSD Manual: Hitzschlag, abrufbar unter: https://www.msdmanuals.com/de/profi/verletzungen-vergiftungen/hitzekrankheit/hitzschlag (zuletzt abgerufen am 13.02.2026)

(2)

MSD Manual: Hitzeerschöpfung, abrufbar unter: https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/verletzungen,-vergiftungen/hitzekrankheit/hitzeersch%C3%B6pfung (zuletzt abgerufen am 13.02.2026)

(3)

Mayo Clinic: Heatstroke, abrufbar unter: https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/heat-stroke/symptoms-causes/syc-20353581 (zuletzt abgerufen am 13.02.2026)

(4)

DRK: Hitzschlag - Was tun?, abrufbar unter: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/hitzschlag/ (zuletzt abgerufen am 13.02.2026)

(5)

DRK: Sonnenstich - Erste-Hilfe-Maßnahmen, abrufbar unter: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/sonnenstich/ (zuletzt abgerufen am 13.02.2026)

(6)

Toppharm: Dehydration, abrufbar unter: https://www.toppharm.ch/krankheitsbild/hitzekollaps (zuletzt abgerufen am 13.02.2026)

(7)

Hitzschlag bei Hunden, abrufbar unter: www.vdh.de/news/artikel/hitzschlag-bei-hunden/ (zuletzt abgerufen am 13.02.2026)