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Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem nimmt ab

Lange Wartezeiten auf Termine bei Fachärzten, Durcheinander in der Hausärzteversorgung, Mangel an qualifiziertem Personal zur Versorgung, steigende Kosten für die Versicherten bei sinkenden Leistungen: die Liste der Mängel im Gesundheitssystem ist lang. Entsprechend nimmt die Zufriedenheit damit bei den Bundesbürgern stetig weiter ab. Gerade einmal 63% sind noch zufrieden mit ihrem Gesundheitssystem. Das bedeutet einen Rückgang von fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr und sogar um 17 Prozentpunkte im Vergleich zu 2020.

Selbst ist der eigene Doc

Der zunehmende Verdruss über die gegenwärtige Situation im Gesundheitssystem befeuert die Eigenverantwortung: 81% der Deutschen sehen sich in der Lage, sich selbst um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. 77% nehmen dazu regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahr. Letzteres machen im internationalen Vergleich nur 67% der Bevölkerung. Insgesamt sind 70% der Deutschen der Meinung, dass jeder selbst für die eigene Gesundheit verantwortlich ist. International sehen das nur 43% der Menschen so. Selbstmedikation gehört für fast alle Deutschen ebenso zum Alltag, nämlich für 94%.

Die Daten aus dem Report zeigen, dass die Menschen so aktiv wie nie sind, wenn es um ihre eigene Gesundheit geht.

Peter Goldschmidt, CEO STADA

KI fördert die gesundheitliche Eigenverantwortung

Die neue Selbstständigkeit der Bundesbürger in Sachen Gesundheit geht auch auf den Einzug der künstlichen Intelligenz in die Medizin zurück. Immerhin sind 81% offen dafür, dass KI in ihrer persönlichen Gesundheitsversorgung in Zukunft eine Rolle spielt. 47% der befragten Deutschen nutzen sie bereits heute zur Unterstützung bei gesundheitlichen Fragen. Die große Aufgeschlossenheit für KI treibt nach den Worten von STADA-CEO Peter Goldschmidt „die Entwicklung in Richtung selbstbestimmter Patienten in spürbar höherem Tempo voran“.

Interessant ist der Gender-Gap: Frauen nutzen KI häufiger als Männer zu Gesundheitszwecken (51% versus 43%), vertrauen einer KI-Diagnose aber weniger (40% versus 48%). Zudem ist die KI-Nutzung weiterhin generationenabhängig: Von den unter 34-Jährigen nutzen sie 79%, im Alter von 35 bis 54 51% und jenseits der 55 Jahre nur noch 26%.

KI in der Therapie: Unterstützung ja, Entscheidung nein

Obwohl die KI als Gesundheits-Tool europaweit mittlerweile in der Breite angekommen ist, bringen die Menschen in Deutschland an einigen Stellen aber auch eine gewisse Skepsis mit. So sorgen sich im Hinblick auf die KI 58% vor Fehldiagnosen und 45% fürchten den unbemerkten Missbrauch ihrer Gesundheitsdaten. 39% der Bundesbürger haben Angst vor einer wachsenden Abhängigkeit von Maschinen. Tatsächlich ist die Offenheit dort am größten, wo KI unterstützt, statt entscheidet. So befürworten 54% den Einsatz von KI für die Verwaltung von Terminen und Nachsorge, 40% zur Überwachung von chronischen Erkrankungen. Dagegen lehnen 46% eine vollständige KI-Diagnose ohne ärztliche Prüfung grundsätzlich ab. Laut Goldschmidt ist das kein Nein zur Technologie. „Doch die Offenheit und Technologie-Kompetenz muss vor allem in älteren Bevölkerungsgruppen weiter gestärkt werden“.

Menschliche Betreuung bleibt elementar wichtig

Nur 19% der Bundesbürger gehen davon aus, dass medizinisches Fachpersonal künftig eine geringere Rolle spielen wird. Die große Mehrheit möchte Ärzte- und Apotheken-Teams hingegen weiterhin persönlich sehen. Für den direkten ärztlichen Kontakt sprechen sich 86% und für das Beratungsgespräch in der Apotheke 57% aus.

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Quelle:

Pressekonferenz zum Health Report 2026 am 6.07.2026. Veranstalter STADA Arzneimittel AG.

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