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Resistenzen und unzureichende Therapietreue als zentrale Herausforderungen

Trotz großer Fortschritte in den letzten Jahrzehnten verursacht Malaria weiterhin jedes Jahr Hunderttausende Todesfälle – vor allem in Afrika südlich der Sahara. Gleichzeitig nehmen Resistenzen gegen bestehende Medikamente zu, und viele Patient:innen haben Schwierigkeiten, mehrtägige Behandlungen vollständig einzuhalten. Zwar werden neue Malariamedikamente entwickelt, doch kann es Jahre dauern, bis diese flächendeckend verfügbar sind.

SPAP kombiniert vier bereits zugelassene Wirkstoffe

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, untersuchen DZIF Wissenschaftler:innen, wie sich bereits verfügbare Medikamente effektiver kombinieren lassen. Dabei haben sie SPAP entwickelt – eine neue Einzeldosistherapie, die auf den vier bereits zugelassenen Malariawirkstoffen Sulfadoxin, Pyrimethamin, Artesunat und Pyronaridin basiert. Die Ergebnisse einer in Gabun durchgeführten klinischen Studie deuten darauf hin, dass SPAP die Malariabehandlung deutlich verbessern könnte. Aufgrund mehrerer Wirkungsmechanismen gegen den Malariaerreger hat die Therapie das Potenzial, zwei zentrale Herausforderungen der Malariabekämpfung anzugehen: die zunehmende Arzneimittelresistenz und die unzureichende Therapietreue bei mehrtägigen Behandlungen. „Zwar wird bereits an Malariamedikamenten der nächsten Generation geforscht, doch bis diese tatsächlich auf den Markt kommen, werden noch viele Jahre vergehen„, erklärt Prof. Peter Kremsner, weltweit renommierter Malariaforscher am Universitätsklinikum Tübingen, zu den Zielen der Studie. „Bis dahin ist es entscheidend, die vorhandenen Medikamente so optimal wie möglich zu kombinieren und die beste Behandlungsstrategie dafür zu entwickeln.“

Panafrikanische klinische Studie in Vorbereitung

Um die vielversprechenden Ergebnisse der vorangegangenen Studie zu validieren, planen die Forschenden eine groß angelegte klinische Studie in mehreren afrikanischen Ländern. Ziel ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit von SPAP unter Alltagsbedingungen zu untersuchen. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Potenzial der Therapie anerkannt und SPAP in ihre Liste prioritärer Malariamedikamente in Entwicklung aufgenommen. Mit der Herstellung von SPAP-Tabletten mit fester Dosierung für die panafrikanische klinische Studie wird voraussichtlich noch in diesem Jahr begonnen. Sollten die Ergebnisse durch die klinische Studie bestätigt werden, könnte SPAP einen bedeutenden Fortschritt für die Malariabehandlung in Subsahara-Afrika darstellen und eine einfachere und wirksamere Therapieoption bieten.

Enge Zusammenarbeit zwischen afrikanischen und europäischen Forschungseinrichtungen

„Diese Studie adressiert eine der dringendsten Herausforderungen in der Malariatherapie: die Wirksamkeit von Behandlungen zu erhalten und gleichzeitig das Risiko weiterer Resistenzentwicklungen zu verringern„, sagt Prof. Ghyslain Mombo-Ngoma vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM), der das Projekt mit leitet. „Eine Einzeldosistherapie könnte die Behandlung erheblich vereinfachen und den Zugang für Patientinnen und Patienten in betroffenen Regionen verbessern,“ fügt Mombo-Ngoma, der zudem eine Forschungsgruppe am Centre de Recherches Médicales de Lambaréné (CERMEL) in Gabun leitet, hinzu. Das CERMEL ist eine von vier Afrikanischen Partner-Institutionen des DZIF, mit denen Wissenschaftler:innen des DZIF bereits seit Langem zusammenarbeiten. „Die Stärke dieses Projekts liegt in der engen Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen in Afrika und Europa„, ergänzt Dr. Oumou Maïga Ascofaré. Sie ist Gruppenleiterin am BNITM sowie am Kumasi Centre for Collaborative Research in Tropical Medicine (KCCR) in Ghana, einer weiteren afrikanischen Partner-Institution des DZIF, und dritte Studienleiterin der panafrikanischen klinischen Studie. „Gemeinsam wollen wir wissenschaftliche Evidenz schaffen, die zukünftige Strategien zur Malariabehandlung dort unterstützt, wo sie am dringendsten benötigt werden.“

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Quelle:

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)

Literatur:

(1)

Mombo-Ngoma G. et al. Making the most of existing antimalarial medicines: a single dose cure with sulfadoxine-pyrimethamine plus artesunate-pyronaridine. Malar J. 2025 Sep 30;24(1):300. DOI: 10.1186/s12936-025-05559-4.

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