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Empfehlungen der Redaktion – MED

Im Frühjahr 2024 stellte der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seine Krankenhausreform im Bundestag vor. „Die Ökonomie ist zu weit gegangen“, sagte er in seiner Vorstellungsrede. „Wir müssen uns zurückbesinnen auf die medizinische Bedürftigkeit der Patienten, und die Qualität der Versorgung in den Vordergrund stellen [1].“ Ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik sprach seine Nachfolgerin, Nina Warken (CDU), auf dem 48. Deutschen Krankenhaustag, der im Rahmen der Medizintechnikmesse Medica in Düsseldorf stattfand, über notwendige Anpassungen der Reform.
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Lachgas: Von der Medizin zur Partydroge

Lachgas: Von der Medizin zur Partydroge

In deutschen Arztpraxen und Kliniken gehört Distickstoffmonoxid (N₂O) seit Jahrzehnten zum etablierten Instrumentarium der Schmerztherapie und Anästhesie. Die Substanz überzeugt durch ihre einzigartige Pharmakokinetik: Schneller Wirkungseintritt gepaart mit ebenso rascher Elimination macht sie zu einem wertvollen Werkzeug bei kurzen Eingriffen und der Behandlung akuter Schmerzzustände [1]. In den letzten Jahren hat sich die unter Konsumierenden als „Lachgas“ bekannte Substanz jedoch vor allem zu einer der Partydrogen Europas entwickelt. Sie führt zu intensiven, aber kurzzeitigen Rauschzuständen mit euphorisierenden und bewusstseinsverändernden Eigenschaften. Hinzu kommt die scheinbare Harmlosigkeit – eine Fehleinschätzung, die durch die legale Verfügbarkeit über Lebensmittelhändler verstärkt wird. Besonders beunruhigend aus medizinischer Sicht ist die Marktentwicklung: Während ursprünglich kleine Sahnekapseln den Konsum prägten, dominieren heute Großgebinde mit bis zu mehreren Kilogramm Inhalt den Handel [1]. Diese Mengen ermöglichen exzessiven Dauerkonsum – mit Folgen, die zunehmend in deutschen Notaufnahmen und neurologischen Abteilungen sichtbar werden.
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