Sonntag, 14. Juli 2024
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik

Lauterbach hält großes Krankenhaussterben für ausgeschlossen

Lauterbach hält großes Krankenhaussterben für ausgeschlossen
© Gorodenkoff - stock.adobe.com
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält ein großes Krankenhaussterben trotz Kostensteigerungen und etlicher Insolvenzfälle in Deutschland für unwahrscheinlich. „Ich glaube nicht, dass 2024 das Jahr des Krankenhaussterbens sein wird. Das halte ich für ausgeschlossen“, sagte Lauterbach am Montag, der online zum Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf zugeschaltet war. Die Zahl der Krankenhäuser, die als Standorte ausscheiden werden, wird nach seiner Einschätzung überschaubar sein.

Krankenhausreform soll unsystematisches Krankenhaussterben abwenden

Lauterbach verwies darauf, dass der Bund bis zum Frühjahr 2024 noch einmal 3,2 Milliarden Euro an Energiehilfen bereitstellen werde. Außerdem würden den Krankenhäusern laut den Planungen 6 Milliarden Euro für die Pflege zusätzlich zufließen. Die Gesamtsumme beläuft sich damit laut Ministerium auf mehr als 9 Milliarden Euro.

Der Bundesminister sprach von einem Bündel von Gesetzen, an denen auch zusammen mit den Bundesländern gearbeitet werde. „Wir machen nichts gegen die Länder“, sagte er. Mit der Krankenhausreform solle ein unsystematisches Krankenhaussterben abgewendet werden.

Zunehmende Insolvenzen bedarfsnotwendiger Krankenhäuser

Branchenvertreter wiesen auf dem Treffen auf umfangreiche Kostensteigerungen hin und forderten dringend Abhilfe. So sprach der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands, Josef Düllings, von einem aktuellen Desaster mit zunehmenden Insolvenzen bedarfsnotwendiger Krankenhäuser. Nach der Corona-Pandemie, einer hohen Inflation, Tariferhöhungen und einer seit Jahrzehnten zu niedrigen Investitionsförderung treffe es viele Häuser besonders hart. Und dies sei kein Managementversagen, betonte er.
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Hauptversammlung des Hartmannbundes zwischen Krankenhausreform und KI

Erschienen am 13.11.2023Der Hartmannbund übt in seiner Hauptversammlung Kritik an der aktuellen Regierungspolitik, wirft aber einen konstruktiven Blick in die Zukunft der Versorgung.

Erschienen am 13.11.2023Der Hartmannbund übt in seiner Hauptversammlung Kritik an der aktuellen Regierungspolitik und wirft einen...

© Iryna - stock.adobe.com

Schlechte wirtschaftliche Lage der Allgemeinkrankenhäuser

Laut einer Umfrage bewerten zwei Drittel der Allgemeinkrankenhäuser ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als schlecht oder sehr schlecht. Aufgrund dessen erwarteten 42% der Allgemeinkrankenhäuser, ihr Leistungsangebot in den nächsten 6 Monaten reduzieren zu müssen, teilte das Deutsche Krankenhausinstitut mit. 23% gingen von Einschränkungen beim Leistungsumfang etwa durch das Verschieben planbarer Operationen aus. In jedem zweiten Krankenhaus drohe ein Personalabbau. 60% der Krankenhäuser könnten die Zahlungen für das Weihnachtsgeld nicht aus den normalen betrieblichen Einnahmen refinanzieren, benötigten dafür Zuschüsse oder Kredite.

Quelle: dpa


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Lauterbach hält großes Krankenhaussterben für ausgeschlossen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der MedtriX GmbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: rgb-info[at]medtrix.group.