Freitag, 2. Dezember 2022
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Gesundheitspolitik

Kassen kritisieren Pläne zur Entlastung von Kliniken

Kassen kritisieren Pläne zur Entlastung von Kliniken
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Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Entlastung von Kliniken stoßen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen auf Kritik. „Wir teilen den Befund, dass in Deutschland zu viele Leistungen vollstationär statt ambulant erbracht werden“, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, der „Rheinischen Post“. „Die vorgelegten Vorschläge werden das Ziel einer stärkeren Ambulantisierung aber nicht erreichen, im Gegenteil: Bisher vorgesehene Maßnahmen wie die erhebliche Erweiterung des Katalogs ambulant durchführbarer Operationen (AOP) werden konterkariert.“
Die neuen Regelungen zementierten die bisherigen Strukturen der stationären Versorgung, statt einen notwendigen Strukturwandel einzuleiten. „Ohne klar definiertes Leistungsspektrum für die neuen tagesstationären Behandlungen besteht die Gefahr, dass Patientinnen und Patienten zukünftig je nach Kalkül der Geschäftsführung über Nacht nach Hause geschickt werden“, sagte sie.

Auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht das Reformvorhaben kritisch. Pflegekräfte würden nicht entlastet, indem Patienten ihre stationäre Versorgung in der Behandlung jede Nacht unterbrechen, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Das „Hop-on-Hop-off-System“ sei lebensfremd. Kranke Menschen dürften nicht dem Diktat der Kliniken unterstellt werden. „Karl Lauterbach beschwichtigt, alles solle auf freiwilliger Basis geschehen. Doch Kostenrechner werden entscheiden, wer am Abend bleiben darf“, warnte Brysch.
 
 

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Lauterbach will Krankenhäuser unter anderem dadurch entlasten, dass alle dafür geeigneten Behandlungen als Tagesbehandlung durchgeführt werden können. So sollen etwa Nachtdienste wegfallen.

Quelle: dpa


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