Sonntag, 14. Juli 2024
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Gesundheitspolitik

Nur noch 7% der Kliniken bezeichnen wirtschaftliche Lage als gut

Nur noch 7% der Kliniken bezeichnen wirtschaftliche Lage als gut
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Die deutschen Krankenhäuser schauen mit großer Sorge und Skepsis auf die Krankenhausreform und erwarten, dass die Reform ihre Ziele mehrheitlich nicht erreicht und sich die Versorgung in Deutschland sogar verschlechtern wird. Das ist das Ergebnis der jährlichen Frühjahrsumfrage im Krankenhaus-Index des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). Danach bezeichnen nur noch 7% der Kliniken ihre wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut, 61% hingegen als schlecht oder sehr schlecht. Auf große Skepsis trifft die geplante Vorhaltefinanzierung. Drei Viertel der Kliniken erwarten dadurch keinerlei wirtschaftliche Verbesserung. Lediglich rund ein Viertel der Krankenhäuser würde aktuell die Anforderungen bei fast allen, konkret bei 90 bis 100% der sie betreffenden Leistungsgruppen erfüllen.

DKG fordert fallzahlenunabhängige Vorhaltefinanzierung

Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft Dr. Gerald Gaß: „Besonders ernüchternd ist der Blick der Kliniken auf die Vorhaltefinanzierung. Er bestätigt voll und ganz, dass Lauterbachs Modell schon jetzt gescheitert ist, da es keineswegs die Krankenhäuser vom Druck befreit, immer mehr Patientinnen und Patienten behandeln zu müssen, um die laufenden Kosten zu decken. Auf diesen Missstand haben wir den Minister schon vor Monaten mit unserer Auswirkungsanalyse aufmerksam gemacht. Dieser ist allerdings weiter im Blindflug unterwegs und hat selbst noch nicht untersuchen lassen, welche Auswirkungen seine Reformpläne auf die Versorgung haben werden. Die Vorhaltefinanzierung ist ein Kernpunkt der Krankenhausreform. Sie sollte vor allem ländliche Krankenhäuser mit geringeren Fallzahlen und damit die dortige Gesundheitsversorgung sichern. Die DKG fordert eine solche fallzahlenunabhängige Vorhaltefinanzierung seit vielen Jahren. Es ist geradezu dramatisch, dass der Minister dieses wichtige Vorhaben komplett in den Sand gesetzt hat und sich die Versorgungslage in dünner besiedelten Regionen sogar noch verschlechtern wird. Die düsteren Erwartungen der Krankenhäuser sind Appell an den Minister, dieses wichtige Element der Reform nachzubessern.

Wirtschaftlichen Einschätzungen der Kliniken desaströs

Auch die ungezählten Appelle der Krankenhäuser an den Minister, einen Inflationsausgleich einzuführen, um die seit 2022 klaffende Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schließen, haben bislang kein Gehör gefunden. In der Folge sind die wirtschaftlichen Einschätzungen der Kliniken desaströs: Nur 7% bezeichnen ihre ökonomische Lage als gut oder sehr gut. Diese Zahlen spiegeln nicht nur abstrakte betriebswirtschaftliche Rechnungen wider. Sie bedeuten, dass Versorgungsangebote eingeschränkt werden müssen, dass Länder und Kommunen ihre Kliniken mit zusätzlichem Steuergeld stützen müssen, das anderswo fehlt oder dass Krankenhäuser schlicht schließen müssen. Für die Menschen in den betroffenen Regionen können diese Zahlen schwere Einschnitte in die Lebensqualität bedeuten.“

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG)


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