Samstag, 25. Mai 2024
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik

Krankenhäuser brauchen echte Finanzierungsreform

Krankenhäuser brauchen echte Finanzierungsreform
© HNFOTO – stock.adobe.com
Das vom Bundesministerium für Gesundheit für das Bund-Länder-Gespräch vorgelegte Eckpunktepapier zur Krankenhausreform punktet durch zahlreiche Veränderungen am ursprünglichen Entwurf der Expertenkommission. Bei der Ausgestaltung der Vorhaltefinanzierung sieht der Verband allerdings noch viel Diskussionsbedarf.

Richtiger Weg: Leistungsgruppen statt Level

Insbesondere der Ansatz, Versorgungslevel zur Krankenhausplanung zu nutzen, war von den Ländern und vielen Experten aus der Krankenhauslandschaft massiv kritisiert worden. „Starre Versorgungslevel sind kein geeignetes Instrument der Krankenhausplanung in unseren länderspezifisch gewachsenen Strukturen. Es ist richtig, stattdessen auf Leistungsgruppen abzustellen. So wird sichergestellt, dass regional vorhandene exzellente und gut vernetzte Strukturen weiter für die Patientenversorgung zur Verfügung stehen. Nach dem Prinzip ihre Stärken zu stärken, können spezialisierte Krankenhausstandorte zur Qualitätssteigerung in einzelnen Leistungsgruppen beitragen, ohne zwangsläufig einem bestimmten Level zugeordnet werden zu müssen. Hier wurde den Mahnungen aus der Praxis entsprochen“, betont Bernadette Rümmelin, Geschäftsführerin des kkvd.

Vorhaltefinanzierung kostenbasiert kalkulieren

Die beabsichtigte Ausgestaltung der Vorhaltefinanzierung ist dagegen nach wie vor sehr vage formuliert und sieht lediglich eine Umverteilung von Erlösanteilen vor. Der damit vorgesehene Eingriff in das DRG-System schreibt dessen bestehende Mängel fort. Notwendig ist eine kostenbasierte Ermittlung des Vorhaltebudgets.
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Krankenhausreform konsequent am Patientenwohl orientieren

Erschienen am 09.05.2023Gefährdet die geplante Krankenhausreform die freigemeinnützigen Einrichtungen in ihrer Existenz sowie das Prinzip der Trägervielfalt?

Erschienen am 09.05.2023Gefährdet die geplante Krankenhausreform die freigemeinnützigen Einrichtungen in ihrer Existenz sowie das...

© Photographee.eu – stock.adobe.com
„Die geplante pauschale Herausnahme eines Erlösanteils stellt eine reine Umverteilung in den Budgets und zwischen den einzelnen Krankenhäusern dar und löst nicht das bestehende Problem, dass Krankenhäuser zur Finanzierung ihrer Kosten auf Leistungssteigerungen angewiesen sind. Das bestehende Vergütungssystem ist unterfinanziert. So sind zum Bei-spiel die realen Tarifkostensteigerungen im pauschalierten DRG-System nur im Rahmen von Durchschnittskosten berücksichtigt. Eine echte Vorhaltekostenfinanzierung muss an den tatsächlichen Ist-Kosten für stationäre Notfallleistungen und-vorhaltungen ansetzen. Daher sollten zumindest die Kosten, die für eine Notfall-Basisversorgung anfallen, kalkuliert werden, damit diese Leistungen in Zukunft kostendeckend und auskömmlich refinanziert werden. Ganz egal in welchem Krankenhaus sie erbracht werden“, erläutert Bernadette Rümmelin. Die vorliegenden Vor-schläge bergen die Gefahr, dass sich das Hamsterrad noch schneller dreht.

Quelle: Katholischer Krankenhausverband Deutschland e. V. (kkvd)


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Krankenhäuser brauchen echte Finanzierungsreform"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der MedtriX GmbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: rgb-info[at]medtrix.group.