Mittwoch, 22. Mai 2024
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Gesundheitspolitik

Lauterbach: Long COVID nicht unterschätzen

Lauterbach: Long COVID nicht unterschätzen
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Gesundheitsminister Karl Lauterbach leidet unter der allgemeinen Pandemiemüdigkeit: "In den vergangenen Monaten habe ich mich oft gefühlt wie der einsame Rufer in der Wüste", sagte Lauterbach im Interview mit ZEIT ONLINE: "Die ernst zu nehmenden Expertinnen und Virologen, die mich vorher in meiner mahnenden Haltung unterstützt haben, haben sich zuletzt zurückgezogen – oder sie sind der falschen Theorie aufgesessen, die Endemie wäre nah." Mit seiner Prognose einer massiven Sommerwelle habe er recht behalten, betonte Lauterbach.

Corona-Schutzmaßnahmen für den Herbst vorbereiten

Nun gehe es darum, Corona-Schutzmaßnahmen für den Herbst vorzubereiten. "Die Grundentscheidungen müssen bereits im Juli fallen", betonte Lauterbach. Die FDP sieht erst im September Beschlüsse. Für die Verhandlungen über das neue Infektionsschutzgesetz sei der jüngst vorgestellte Bericht der Sachverständigen zur Wirkung der bisherigen Corona-Maßnahmen nur ein "Puzzleteil", betonte Lauterbach: "Der Sachverständigenbericht beschäftigt sich mit den politischen Maßnahmen, die wir gegen die Wuhan-Variante des Virus ergriffen haben", sagte Lauterbach. Diese Erkenntnisse seien aber nur "noch in Teilen relevant. Die BA.5-Variante, die jetzt zirkuliert, ist ansteckender und inzwischen ist die Immunität der Bevölkerung viel größer als vor 2 Jahren." Trotzdem habe die Kommission "gute Arbeit" geleistet, es sei ein "ganz vorzeigbarer Bericht" entstanden.
 
 

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Behandlungsplätze für Long COVID nicht ausreichend

Lauterbach bezeichnete außerdem Long COVID als "Riesenproblem": "Wir haben nicht im Ansatz die Kapazität, die vielen Fälle zu versorgen", sagte er: "Es gibt nicht genügend spezialisierte Ärzte, nicht genügend Behandlungsplätze, wir haben noch keine Medikamente. Hier kommt wirklich etwas auf uns zu." Das Problem werde unterschätzt: "Das wird auch für den Arbeitsmarkt relevant sein, weil viele leider nicht mehr zu ihrer alten Leistungsfähigkeit zurückkehren werden".

Nicht alle sollen auf neuen Corona-Impfstoff warten

Auch deswegen hoffe er auf einen adaptierten Impfstoff, der auch gegen eine Ansteckung mit der Omikron-Variante helfe. "Denn dieser schützt hoffentlich nicht nur vor einem schweren Verlauf, sondern auch vor einer Infektion und damit auch vor Long COVID." Ältere Menschen und Risikogruppen sollten hingegen nicht auf den neuen Impfstoff warten, sondern sich wegen ihres höheren Risikos eines schweren Verlaufs schon jetzt ein 4. Mal impfen lassen. Anders sei es bei gesunden, jüngeren Menschen, die bereits 3-fach geimpft sind. Für sie sei die 4. Impfung momentan "nicht zwingend notwendig", sagte Lauterbach: "Letztlich muss das aber jeder für sich entscheiden. Ich bin bereits das 4. Mal geimpft."

Quelle: ZEIT ONLINE


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