Donnerstag, 30. Mai 2024
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik

Online-Register zu Organspenden soll schrittweise starten

Online-Register zu Organspenden soll schrittweise starten
© Pixelot - stock.adobe.com
Das seit langem geplante Internet-Register zu Organspenden in Deutschland soll schrittweise in Betrieb gehen. Im ersten Schritt soll es vom 18. März an möglich sein, eine Erklärung zur eigenen Spendebereitschaft mit einem Ausweis mit Online-Funktion (eID) zu hinterlegen, wie das Bundesgesundheitsministerium am 12. Februar mitteilte. Ein zweiter Schritt ist zum 1. Juli geplant. Dann sollen Kliniken, die Organe entnehmen, im Register hinterlegte Erklärungen suchen und abrufen können. Zudem soll es dann bis spätestens 30. September möglich sein, dass Versicherte Erklärungen auch direkt über Krankenkassen-Apps abgeben.

Organspende-Register dokumentierte Entscheidung

Minister Karl Lauterbach (SPD) sagte, mit dem Register stehe erstmals die Möglichkeit zur Verfügung, online Erklärungen zu dokumentieren. „Das erleichtert es Ärztinnen und Ärzten, die Spendebereitschaft eines potenziellen Organspenders schnell und verlässlich zu klären.“ Vor allem entlaste es Angehörige im Ernstfall von einer schweren Entscheidung. „Denn eine im Organspende-Register dokumentierte Entscheidung sorgt für Klarheit und Sicherheit.“ Daher laute sein Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Entscheiden Sie sich und dokumentieren Sie Ihre Entscheidung zur Organspende.“

Das zentrale Register ist ein Kernelement einer Organspendereform, die der Bundestag 2020 beschlossen hatte. Eigentlich sollte es zum 1. März 2022 starten, Verzögerungen gab es unter anderem wegen der Corona-Krise. Generell sollen alle Bürger mindestens alle zehn Jahre direkt auf das Thema angesprochen werden. Wer ab 16 Jahren einen Pass oder Personalausweis beantragt, soll auf dem Amt Informationsmaterial bekommen. Dort soll sich dann mit Ja oder Nein ins Register eintragen können - aber etwa auch online von zu Hause.

Eingerichtet werden soll das Portal beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Präsident Karl Broich sagte, gespeicherte Erklärungen und personenbezogene Daten seien vor Manipulationen oder unberechtigtem Zugriff geschützt. Die Daten würden auf einem Server in Deutschland gespeichert. Sichere Verfahren zur Authentifizierung gewährleisteten, dass nur die erklärende Person selbst und berechtigtes Personal im Krankenhaus auf die Erklärung zugreifen könnten. Das Institut will die Zahl der im Register erfassten Erklärungen jährlich veröffentlichen.

Eintrag ins Organspende-Register ist freiwillig

Ein Eintrag ins Register ist freiwillig, kostenlos und kann jederzeit geändert werden, wie das Ministerium erläuterte. Während Organspendeausweise verloren gehen oder nicht auffindbar sein können, sei das Online-Register zudem jederzeit verfügbar.

Durch den stufenweisen Start sollen viele noch nicht angebundene Entnahmekrankenhäuser bis 1. Juli die technisch-organisatorischen Voraussetzungen dafür schaffen können. Um sicher zu sein, dass der eigene Wille verlässlich berücksichtigt wird, sollte die persönliche Entscheidung zur Organspende in einem Übergangszeitraum bis Januar 2025 zusätzlich schriftlich dokumentiert werden – etwa in einem Spendeausweis oder einer Patientenverfügung, erklärte das Ministerium.
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Mehr Organe gespendet – Zahlen aber weiter auf zu niedrigem Niveau

Erschienen am 18.01.20248.400 Menschen warten in Deutschland auf eine Transplantation. Zwar ist die Spendebereitschaft gestiegen. Doch noch immer kann zu vielen Patienten nicht geholfen werden, weil Organe fehlen.

Erschienen am 18.01.20248.400 Menschen warten in Deutschland auf eine Transplantation. Zwar ist die Spendebereitschaft gestiegen....

© Alexander Raths – stock.adobe.com

Quelle: dpa


Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Online-Register zu Organspenden soll schrittweise starten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der MedtriX GmbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: rgb-info[at]medtrix.group.