Samstag, 25. Juni 2022
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Gesundheitspolitik

Streit um Bewertung von Glyphosat-Studien

In der Debatte um die weitere Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat in der EU gibt es Streit um die, Bewertung von Studien zu Gesundheitsfolgen. Umweltorganisationen halten Glyphosat für wahrscheinlich krebserregend und erbgutschädigend und werfen deutschen wie europäischen Behörden vor, wichtige Studien nicht beachtet oder falsch bewertet zu haben. Belege dafür wollen die Gruppe Global 2.000 und das privatrechtliche Umweltinstitut München am Donnerstag in Berlin vorlegen.

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Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam dagegen zu der Einschätzung, es sei bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht gesundheitsschädlich.

Die EU-Kommission will Glyphosat für weitere 15 Jahre in der Landwirtschaft zulassen. Das Europaparlament plädierte allerdings für nur sieben Jahre und verlangte mehr Informationen über mögliche Gesundheitsgefahren. Berlin will nur unter Auflagen zustimmen. Die am Donnerstag in Berlin auftretenden Umweltorganisationen haben auch Strafanzeige unter anderem gegen die EFSA und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gestellt.

Das BfR hatte im Auftrag der EU-Kommission einen Entwurf zur gesundheitlichen Bewertung von Glyphosat erstellt. Das BfR habe rund 1.700 Publikationen und Studien im ersten Bericht ausgewertet, sagte ein Sprecher. Allein zum Krebsrisiko seien 92 Publikationen ausgewertet worden, davon elf Tierexperimente. In seine Endfassung, die Grundlage für die EFSA und somit auch für die noch ausstehende Entscheidung der Kommission ist, seien Kommentare der Antragsteller, der Mitgliedstaaten und der Öffentlichkeit eingearbeitet worden, ebenso Ergebnisse von Expertentreffen. Das Fazit: "Alle Vorwürfe von Umweltorganisationen zur Arbeit des BfR haben sich als haltlos erwiesen."

Quelle: dpa


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