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Gesundheitspolitik

„Honorar-Stillstand“ mit Folgen

Den Apotheken geht es darum, einen lange nicht erhöhten Fix-Bestandteil des Honorars von 8,35 Euro pro Packung auf 9,50 Euro anzuheben. Union und SPD hatten dies im Koalitionsvertrag vereinbart, die Umsetzung dann aber wegen der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zurückgestellt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte jedoch kürzlich an, die Erhöhung jetzt anzugehen und im Frühjahr eine Verordnung vorzulegen.

Abda-Präsident Preis sagte: „Wegen des Honorar-Stillstands musste seit 2013 jede fünfte Apotheke schließen.“ Dies habe extrem negative Auswirkungen auf die Versorgung der Patient:innen. 

Apotheken-Honorar: Warken kündigt Erhöhung an

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Der Spitzenverband der gesetzlichen Kassen betonte, die Apotheken erhielten bereits Jahr für Jahr mehr Geld. Die Vergütung aus den Portemonnaies der Beitragszahler sei von 2013 bis 2024 um 26% auf 7,1 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen, erläuterte Verbands-Vize Stefanie Stoff-Ahnis. Es brauche in der Summe keine Anhebung, aber eine bessere Verteilung. „Apotheken in Ballungsräumen mit Millionenumsätzen brauchen keine Vergütungserhöhung, umsatzschwache Apotheken in strukturschwachen Regionen hingegen schon.“

Netz der Apotheken schrumpft

Die Zahl der Apotheken schrumpft seit längerem. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit noch 16.601 Apotheken, 440 weniger als zum Ende des Vorjahres. Die Barmer Krankenkasse wandte sich gegen „Alarmismus“ wegen dieser Entwicklung und verwies auf eine eigene Analyse zur Erreichbarkeit. Demnach könnten 78% der Bevölkerung in maximal zwei Kilometern eine Apotheke erreichen, im Radius von sechs Kilometern 96% der Bundesbürger:innen. Von Apothekenschließungen seien Städte stärker betroffen als ländliche Regionen.

Quelle:

dpa