Carsten Linnemann zum neuen Bundesgesundheitsminister ernannt
Wiebke PfohlCDU-Politiker Carsten Linnemann wurde zum Bundesminister für Gesundheit ernannt und ersetzt damit Nina Warken. Der Wechsel ist Teil einer Umgestaltung, die Bundeskanzler Friedrich Merz an seinem Kabinett vornimmt.
Neuer Bundesgesundheitsminister ernannt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den CDU-Politiker Carsten Linnemann heute zum neuen Bundesminister für Gesundheit ernannt. Linnemann war bisher CDU-Generalsekretär und ersetzt nun Nina Warken, die ins Kanzleramt wechselt und zur Bundesministerin für besondere Aufgaben ernannt wurde. Grund für die Wechsel ist eine Kabinettsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz, die er infolge des Rücktritts von Unionsfraktionschef Jens Spahn vornimmt. In dem Zuge nahm Merz auch weitere Änderungen an seinem Kabinett vor.
Auch die Amtsübergabe fand am heutigen Tag statt. Warken wünschte Linnemann „viel Erfolg, Durchhaltevermögen und Gottes Segen“, so eine Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit. Linnemann ernannte Dr. Georg Kippels und Dr. Christiane Schenderlein zu seinen Parlamentarischen Staatssekretär:innen.
Wer ist Carsten Linnemann?
Dr. Carsten Linnemann ist 1977 geboren und hat Betriebswirtschaftslehre studiert sowie ein Promotionsstudium der Volkswirtschaftslehre (Dr. rer. pol.) absolviert. Bisher war er CDU-Generalsekretär (seit Juli 2023). In einer Pressekonferenz der Bundesregierung von vergangenem Freitag sagte er: „Mir ist bewusst, dass das eine große Aufgabe ist. Deshalb gehe ich diese Aufgabe mit Demut an, aber auch mit großem Respekt, weil die Themen von Gesundheit und Familie uns doch alle betreffen.“
Bundesärztekammer fordert echte Strukturreformen
Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt gratulierte Linnemann in einer Pressemitteilung zur Ernennung. „Nach den einschneidenden Sparmaßnahmen zur Konsolidierung der Krankenkassenfinanzen muss der Schwerpunkt nun auf echten Strukturreformen liegen. Neben der konsequenten Weiterentwicklung der Krankenhausreform müssen die Weichen für eine bessere Koordination der Patientenversorgung durch eine starke Primärversorgung und eine eng damit verzahnte Reform der Notfallversorgung gestellt werden“, schreibt Reinhardt. Wichtig sei außerdem ein Abbau von Bürokratie. Und weiter: „Neben den notwendigen Strukturreformen darf auch die Prävention nicht länger vernachlässigt werden. Gerade bei Volkskrankheiten bietet Prävention erhebliche gesundheitliche und ökonomische Potenziale.“
Unmut über späte Vereidigung
Die Minister:innen sollen erst nach der Sommerpause, Anfang September, im Bundestag vereidigt werden, was teils Unmut ausgelöst hatte. Auch Steinmeier äußerte sich in seiner Rede dazu: „Das Grundgesetz sieht bei Amtsübernahme neuer Ministerinnen und Minister eine Eidesleistung vor dem Deutschen Bundestag vor, die vor allem deshalb Gewicht hat und Beachtung erfordert, weil sie der parlamentarischen Verantwortlichkeit der Regierung feierlichen Ausdruck gibt. Ich habe zur Kenntnis genommen, dass die Minister diesen Eid in der ersten Sitzung des Bundestages nach der Sommerpause leisten werden.“
Quelle:dpa, Bundesärztekammer, Rede des Bundespräsidenten vom 29. Juli 2026, Webseite des Deutschen Bundestags, Pressekonferenz der Bundesregierung zu personellen Veränderungen im Kabinett vom 24. Juli 2026 (Mitschrift der Pressestatements), Pressemitteilung der Bundesärztekammer, Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit