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Medizin

EFIC 2013: Zusammenhang zwischen Schmerzempfindlichkeit, Rauchen und Depression

Raucher und ehemalige Raucher haben eine geringere Toleranz gegen Schmerzen als Menschen, die nie Zigaretten konsumiert haben. Das zeigt eine neue norwegische Studie, die beim Kongress der Europäischen Schmerzföderation EFIC in Florenz vorgestellt wurde. Eine schottische Studie zeigt einen Zusammenhang zwischen Schmerzempfindlichkeit, Rauchen und Depression.

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Raucher und ehemalige Raucher sind schmerzempfindlicher als Nichtraucher. Zu diesem Ergebnis kommt die norwegische "Tromsø-Studie", die beim Kongress der Europäischen Schmerzföderation EFIC in Florenz präsentiert wurde. "Bisher waren wissenschaftliche Ergebnisse bezüglich Nikotin und Schmerzempfinden widersprüchlich. Einige experimentelle Studien haben gezeigt, dass Zigarrettenrauchen und Nikotin die Schmerzempfindung herabsetzen, während Beobachtungsstudien zeigten, dass Raucher/-innen ein erhöhtes Risiko für akute und chronische Schmerzen haben", so Studienautor Dr. Aslak Johansen (Universitätsklinik Nordnorwegen, Tromsø). "Unser Ziel war es, den Zusammenhang zwischen Raucherstatus und Schmerzempfindlichkeit zu untersuchen."

Langfristig führt Nikotinkonsum zu Schmerzüberempfindlichkeit

Insgesamt wurden 10.364 Probanden/-innen in die Studie eingeschlossen. 22,1% der Frauen und 18,8% der Männer waren Raucher/-innen, weitere 38,6% der Frauen und 46,8% der Männer waren ehemalige Raucher/-innen. Für die Erhebung der Schmerztoleranz wurde der Kältedrucktest verwendet, bei dem die Empfindlichkeit gegenüber kaltem Wasser gemessen wird.

"Raucher wiesen im Kaltwassertest die geringste Schmerztoleranz auf, ehemalige Raucher/-innen lagen im mittleren Toleranzbereich. Die größte Schmerztoleranz zeigten Männer und Frauen, die noch nie geraucht haben", berichtete Dr. Johansen. "Diese Ergebnisse legen nahe, dass Nikotinkonsum langfristig zu Schmerzüberempfindlichkeit führt."

Rauchen, Depression und Schmerz

Den Zusammenhang zwischen Raucherstatus, chronischen Schmerzen und Depression analysierte eine schottische Studie, die ebenfalls beim EFIC-Kongress in Florenz vorgestellt wurde. "Viele Untersuchungen zeigen, dass unter chronischen Schmerzpatienten/-innen der Anteil von Rauchern/-innen höher ist als in der Durchschnittsbevölkerung, und dass Raucher/-innen eine höhere Schmerzintensität und einen höheren Behinderungsgrad aufweisen“, so Studienautor Dr. Oliver van Hecke (Universität Dundee, Großbritannien).  "Evidenz aus spezialisierten Schmerzeinrichtungen zeigt, dass Depression ein erklärender Faktor für die Beziehung zwischen Rauchen und chronischen Schmerzen sein könnte. Das haben wir jetzt in einer großen Bevölkerungskohorte untersucht."

Analysiert wurden Daten aus der schottischen Bevölkerungsstudie "Generation Scotland: the Scottish Familiy Health Study", die insgesamt 24.042 Teilnehmer/-innen umfasst. 36% von ihnen gaben an, unter irgendeiner Form von chronischen Schmerzen zu leiden. "Schmerzpatienten/-innen, die rauchen, wiesen im Vergleich zu Nichtrauchern/-innen oder ehemaligen Rauchern/-innen höhere durchschnittliche Werte bei der Schmerzstärke und bei schmerzbedingten Behinderungen auf", berichtete Dr. van Hecke. "Insbesondere ist es in dieser Bevölkerungskohorte der Zusammenhang zwischen Rauchen und Depressionserfahrungen, der wesentlich zum Einfluss von Rauchen auf die Schmerzintensität beiträgt, aber nicht auf die Behinderung."

Literaturhinweise:
EFIC Abstract Johansen et al, Reduced cold pressor pain tolerance among smokers and previous smokers. The Tromsø Study;

EFIC Abstract van Hecke et al, Exploring and explaining the relationship between chronic pain, depression and smoking status in a large general population-based cohort

Quelle: Pain in Europe VIII – 8. EFIC-Kongress, 9.–12. Oktober 2013, Florenz


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