Mittwoch, 5. Oktober 2022
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Medizin

Bedeutung des perioperativen Infarkts nach Bypass-OP geklärt

Bedeutung des perioperativen Infarkts nach Bypass-OP geklärt
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Die Bypass-Operation stellt eine erfolgversprechende Option zur Behandlung verengter Herzkranzgefäße bzw. zur Vorbeugung eines Herzinfarkts dar. Der chirurgische Eingriff ist aber auch mit dem Risiko eines perioperativen Myokardinfarkts (pMI) verbunden. Ein Innsbrucker Herzchirurgie-Team hat die Diagnose des pMI auf den Prüfstand gestellt und liefert weitreichende Erkenntnisse für herzchirurgische und kardiologische Guidelines und künftige Studien zu diesem Thema.

Bypass oder Stent?

Ob die Bypass-OP oder die Implantation eines Stents die bessere Lösung für verengte Herzkranzgefäße ist, darüber ist man sich in Fachkreisen nicht immer einig. „Fest steht, dass der Erfolg einer Koronararterien-Bypass-Operation auch daran gemessen wird, ob die Patient:innen während oder wenige Stunden nach dem Eingriff einen Myokardinfarkt erleiden“, weiß der Innsbrucker Herzchirurg Can Gollmann-Tepeköylü.

Wie sicher lässt sich ein perioperativer Myokardinfarkt vorhersagen?

Um die Qualität der Risikovorhersage für einen Herzinfarkt nach Bypass-OP beurteilen zu können, hat ein Team um Leo Pölzl, Nikolaos Bonaros und Can Gollmann-Tepeköylü an der Univ.-Klinik für Herzchirurgie der Medizin Uni Innsbruck gemeinsam mit Kolleg:innen des Universitätsklinikums Essen die verschiedenen Definitionen eines Mykordinfarkts einer Prüfung unterzogen. Für die kürzlich im renommierten Fachjournal European Heart Journal veröffentlichte Studie wurden Daten von 2.829 Patient:innen, die in Innsbruck und Essen einer Bypass-Operation unterzogen worden waren, herangezogen und rückblickend analysiert. So konnte die Inzidenz eines pMI unter realen Bedingungen überprüft werden.
 
 

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Erhöhtes Troponin markiert nicht unbedingt Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt wird in der Regel durch die Messung des Herzenzyms Troponin diagnostiziert. Dieser im Blut gemessene Wert erlaubt Hinweise auf den Untergang von Herzmuskelzellen, wie er infolge eines Myokardinfarkts eintritt. Doch auch bei einer Herzoperation wird Herzmuskelgewebe geschädigt. „Wir sehen, dass der Troponin-Wert bei Patient:innen nach einer Bypass-OP massiv erhöht sein kann. Eine Troponin-abhängige Beurteilung allein unter Verwendung derzeitiger Grenzwerte gibt deshalb nicht mit Sicherheit Aufschluss darüber, ob es sich um einen Herzinfarkt oder um den Zustand nach einer Bypass-OP handelt. Die Diagnose eines perioperativen Infarkts bedarf folglich weiterer Parameter, wie etwa die Feststellung von Wandbewegungsstörungen mittels Echokardiographie oder EKG-Veränderungen“, betont Gollmann-Tepeköylü, der in dieser Studie 4 verschiedene Infarktdefinitionen analysiert und verglichen hat.

Erkenntnisse zu Troponin-Werten bei Myokardinfarkt wird Guidelines verändern

Der Bypass-Operation wird in Fachkreisen ein mitunter höheres Infarkt-Risiko attestiert. Zahlreiche Studien, in denen das Outcome von Stent-Implantationen und Bypass-OPs verglichen wird, setzen jedoch perioperative Infarkte als Endpunkt ihrer Studie. „Die Erkenntnis, dass erhöhtes Troponin allein unter Verwendung derzeit gängiger Grenzwerte noch keinen Einfluss auf die Prognose hat, sondern erst genauere Infarktdefinitionen belastbare Rückschlüsse auf einen perioperativen Myokardinfarkt zulassen, die in der klinischen Praxis zu raschen Maßnahmen führen, wird sich somit auf die Guidelines zur Behandlung verengter Koronararterien auswirken“, erwartet Erstautor Leo Pölzl.

Quelle: Medizinische Universität Innsbruck



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