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Lungenhochdruck: Bewegungstraining kräftigt geschwächtes Herz
Bei Lungenhochdruck ist der Blutdruck in der Lunge stark erhöht: Das Herz muss Schwerstarbeit leisten, um Blut in die Lunge zu pumpen, und ermüdet mit der Zeit. Ein speziell für Patienten mit Lungenhochdruck entwickeltes Training kann dem ein Stück weit entgegen wirken und die medikamentöse Therapie sinnvoll unterstützen, wie nun eine Studie der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg unter Leitung von Prof. Ekkehard Grünig gezeigt hat. Nach 15 Wochen Training verbesserte sich bei den Patienten die maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung, ein Zeichen dafür, dass die Körpermuskulatur effektiver arbeitet.
AWMF: Zentrale Literaturversorgung für Medizin und Lebenswissenschaften erhalten
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) vertritt derzeit 174 wissenschaftliche Gesellschaften aus allen Bereich der Medizin. Sie hat mit Sorge zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine Empfehlung zur Beendigung der Förderung des Leibniz-Informationszentrums Lebenswissenschaften ZB MED ausgesprochen hat. Die AWMF appelliert nachdrücklich an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern, in geeigneter Form eine Weiterförderung von ZB MED im bisherigen Umfang und über das Jahr 2019 hinaus sicherzustellen, um die zentrale Literaturversorgung aufrecht zu erhalten.
Diät-Studie bei Typ-2-Diabetes: Organe könnten nach Fettabbau wieder normal arbeiten
Eine Diät-Studie (1) bricht mit der Lehrmeinung, dass es sich bei Typ-2-Diabetes um eine irreversible chronische Erkrankung handelt. Das Team um Sarah Steven, Newcastle University, England, hat nun gezeigt, dass eine geringkalorische Diät bei manchen Patienten eine normale Glukose-Kontrolle wieder möglich macht.
Sertürner Preis 2015 für Studie zu schlafbezogenen Atemstörungen vor und nach Opioidentzug
Der Sertürner Preis wurde in diesem Jahr an Dr. med. Dr. phil. Andreas Schwarzer vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil, Bochum, vergeben. Schwarzer erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine prospektive kontrollierte Studie zu schlafbezogenen Atemstörungen (Sleep-disordered breathing, SDB) vor und nach dem Opioidentzug. Ziel der Studie war es festzustellen, ob bei älteren Patienten unter einer Opioidmedikation das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse erhöht ist.
Razzien in Pflegeheimen wegen Verdachts auf Sozialbetrug
Wegen vermuteten Sozialbetrugs durchsuchen Ermittler Dutzende Pflegeheime und Kliniken in Norddeutschland. Es geht um eine Millionensumme. Sozialministerin Alheit spricht von einem Skandal. Bei Razzien in 110 Pflegeheimen und Kliniken haben Ermittler zahlreiche Unterlagen wie etwa Dienstpläne beschlagnahmt.
Hox alpha halbiert den Arthrose-Schmerz
Durch ein neues Extraktionsverfahren ist es der Firma Strathmann gelungen, verstärkt lipophile Inhaltsstoffe aus Brennnesselblättern zu gewinnen: Oxylipine, Linolsäure und Linolensäure (in Hox alpha®), die gezielt den Entzündungsprozess und die weitere Knorpeldestruktion bei Arthrose aufhalten. Eine klinische Untersuchung an fast 800 Arthrose-Patienten zeigte: Hox alpha® lindert Gelenkschmerzen bei Arthrose um 55% Und mit dieser Pflanzenkraft konnten fast 42% der Patienten völlig auf Schmerzmittel (sog. Nichtsteroidale Antirheumatika) verzichten. Auf dem Pressegespräch „Neue Impulse für die Arthrose-Behandlung“ am 15. September in Hamburg erläuterte Dr. Bert Behnke, Leiter Business Development der Strathmann GmbH & Co. KG, das therapeutische Potential des innovativen Phytopharmakons.
Hörsturz: Ruhe bewahren
Plötzlich macht ein Ohr dicht, als hätte jemand am Lautstärkeknopf gedreht: "Die meist einseitig auftretende Hörminderung ist typisch für einen Hörsturz", sagt Prof. Gerhard Hesse, Chefarzt des Ohr- und Hörinstituts im hessischen Bad Arolsen und Sprecher des Fachlichen Beirats der Deutschen Tinnitus-Liga. Die Schwerhörigkeit kommt aus dem Nichts, ohne Vorwarnung, "oft morgens direkt nach dem Aufstehen, oft auch in belastenden, stressigen Situationen". Warum das so ist und was genau im Ohr passiert, hat die Wissenschaft bisher nicht herausfinden können. Ob Stress tatsächlich eine Rolle spielt, ist ebenfalls nach wie vor unklar. Ein Hörsturz galt früher als Notfall, mit dem man so schnell wie möglich zum Arzt sollte. Solche Hektik, die schnell in Panik umschlägt, ist laut den aktuellen Empfehlungen nicht notwendig und eher kontraproduktiv - es sei denn, das Ohr ist komplett taub, sagt Hesse.
Streit um Bewertung von Glyphosat-Studien
In der Debatte um die weitere Zulassung des umstrittenen Herbizids Glyphosat in der EU gibt es Streit um die, Bewertung von Studien zu Gesundheitsfolgen. Umweltorganisationen halten Glyphosat für wahrscheinlich krebserregend und erbgutschädigend und werfen deutschen wie europäischen Behörden vor, wichtige Studien nicht beachtet oder falsch bewertet zu haben. Belege dafür wollen die Gruppe Global 2.000 und das privatrechtliche Umweltinstitut München am Donnerstag in Berlin vorlegen.
Regelmäßige Bewegung kann COPD-Patienten vor der Abwärtsspirale bewahren
Zwischen drei und fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an COPD - einer fortschreitenden chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, die zu rund 90 Prozent durch langjähriges Rauchen verursacht wird. Typische Symptome sind Husten mit zähem Schleim (Auswurf) und zunehmende Atemnot aufgrund einer chronischen Entzündung und Verengung der Atemwege mit allmählichem Abbau der Lungenbläschen. Infolge der daraus resultierenden Überblähung der Lunge (Lungenemphysem) verliert das Atmungsorgan zunehmend seine Funktion.
AMNOG-Preisverhandlung abgeschlossen: Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Dulaglutid langfristig gewährleistet
Als letzte Instanz im AMNOG-Verfahren hat die Schiedsstelle einen Erstattungsbetrag für den 1x wöchentlichen GLP-1-Rezeptor-Agonisten Trulicity® (Dulaglutid) festgelegt. "Wir freuen uns sehr, die Versorgung von Menschen mit Typ-2-Diabetes mit Trulicity® sicherstellen zu können", so Nils Hartmann, Direktor Diabetes der Lilly Deutschland GmbH. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte dem GLP-1-Rezeptor-Agonisten Dulaglutid im Juli 2015 einen geringen Zusatznutzen in der Kombination mit prandialem Insulin* gegenüber einer intensivierten konventionellen Therapie (ICT) bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes bescheinigt. Im Indikationsgebiet Typ-2-Diabetes ist Trulicity® somit eine der wenigen Behandlungsoptionen, für die bisher ein Zusatznutzen anerkannt wurde.
Verbesserte Kommunikation nach Operationen für mehr Patientensicherheit im Krankenhaus
Damit die Teamarbeit im Operationssaal und auf der Intensivstation gelingt, ist eine klare Kommunikation zwischen den beteiligten Ärzten und Pflegekräften notwendig. Um die Zusammenarbeit innerhalb des medizinischen Personals zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) aktuelle Empfehlungen zu einer strukturierten Patientenübergabe nach Operationen herausgegeben (1).
Neuropathie: Wirkstoff Parthenolide aus Mutterkraut zur Nervenregeneration?
Ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Dietmar Fischer, Universitätsklinikum Düsseldorf, identifiziert einen Inhaltsstoff aus der Heilpflanze Mutterkraut, mit dem das Nachwachsen von geschädigten Nervenfasern bei Mäusen erheblich beschleunigt und verbessert werden kann. Die Forschungsergebnisse wurden in Journal of Neuroscience veröffentlicht und könnten von großer klinischer Bedeutung sein. Fast 8% der über 55-Jährigen in den Industrieländern sind von peripheren Neuropathien, das heißt Schädigung der Nerven vor allem in Beinen und Armen betroffen.
Yoga: Behandlungsoption auch bei psychischen Störungen
In einer Metaanalyse werteten Jenaer Psychologen Studien zur Wirksamkeit von körperorientiertem Yoga bei psychischen Störungen aus. Ihr Fazit: Mit Atem- und Körperübungen als zentrale Bestandteile stellt diese Form von Yoga einen vielversprechenden ergänzenden Ansatz in der Behandlung psychischer Störungen dar.
Hyperhidrose: Methantheliniumbromid in der gynäkologischen Praxis erstattungsfähig
Mit der Zulassung von VAGANTIN® RIEMSER (Methantheliniumbromid) wird die Therapie der primären axillären Hyperhidrose erstattungsfähig (1). Der seit über 50 Jahren in der Therapie der Hyperhidrose bewährte Wirkstoff kann dadurch Patientinnen, die an einer primären, axillären Hyperhidrose leiden, auf Kassenrezept verordnet werden. Das systemisch wirkende, hormonfreie Anticholinergikum eignet sich sowohl zur Bedarfs- als auch Dauertherapie und erhöht die Lebensqualität der Patientinnen.
Komplementsystem an immunvermittelter Epilepsie beteiligt
Am Krankheitsverlauf einer immunvermittelten Epilepsie ist das Komplementsystem unseres Immunsystems mitbeteiligt. Bei dieser wirkt das Immunsystem gegen Teile der eigenen Gehirnzellen und verursacht Schädigungen, die in epileptischen Anfällen resultieren können. Diese Schlussfolgerung legt eine vor Kurzem publizierte Einzelfallstudie nahe, die im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projekts durchgeführt wurde – und die wertvolle Erkenntnisse für die gezielte Behandlung des Patienten liefern konnte.
EUROFORUM-Jahrestagung zu Biosimilars: Switches und fehlende Registerdaten
Im Rahmen der EUROFORUM-Jahrestagung „Biosimilare Antikörper in der Rheumatologie - Chancen und Herausforderungen für das Gesundheitssystem“ in Berlin wurde eine strenge Überwachung des Wirk- und Sicherheitsprofils von biologischen Nachahmerprodukten, sogenannten Biosimilars, auch nach der Marktzulassung gefordert. Switches von Original-Biologika auf Biosimilars sollten vermieden werden, so die Kernforderungen von Experten. Denn monoklonale Antikörper, wie sie in der Immunologie eingesetzt werden, zählen zu den derzeit komplexesten Biologika (1). Da exakte Kopien bei Biologika ausgeschlossen sind (2), rät Prof. Dr. Franz Hartmann, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Agaplesion Medizinisches Versorgungszentrum, Frankfurt am Main, bei diesen Medikamenten nur zu einem Wechsel bei laufender Therapie, wenn dieser medizinisch begründet ist. Zum Aspekt der Extrapolation von Studiendaten äußerte er Bedenken.
Neue GOÄ auf Eis: Freie Ärzteschaft fordert Revision des Gesamtkonzepts und Unterstützung beim Inflationsausgleich
Die Freie Ärzteschaft (FÄ) begrüßt die Entscheidung der Bundesärztekammer (BÄK), die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) auf Eis zu legen. "Angesichts der massiven begründeten Kritik an der bisherigen Konzeption der GOÄneu ist das ein längst überfälliger Schritt", sagte FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich am Freitag in Essen.
Modifizierte Gallensäure nor-UDCA - Durchbruch in der Behandlung der primär sklerosierenden Cholangitis?
Einen entscheidenden Fortschritt erwartet Prof. Dr. Michael Trauner, Wien, in der Therapie der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) durch den Einsatz der modifizierten Gallensäure nor-UDCA. Vielversprechende Daten einer Phase-II-Studie werden in Kürze in einer Late-breaking-Session auf dem diesjährigen Internationalen Leberkongress der EASL in Barcelona präsentiert. „Wir glauben, dass dies ein Durchbruch in der Behandlung der PSC sein könnte“, so Trauner auf einem Pressegespräch im Rahmen des Symposiums 201. Auch für Patienten mit Fettleber oder mit einer primär biliären Cholangitis* (PBC), die nicht auf die Standardtherapie mit UDCA ansprechen, könnte nor-UDCA eine Option sein. Ein neuer Therapieansatz wird auch bei Colitis ulcerosa verfolgt. Retardiertes Phosphatidylcholin wirkt gezielt gegen die Störung der intestinalen Barriere, die inzwischen als zentrale pathophysiologische Ursache der Colitis ulcerosa gilt.
Blockade von IL-8 verhindert Invasion von Entzündungszellen in die Leber
Fortgeschrittene, alkoholbedingte und oft lebensbedrohliche Lebererkrankungen könnten schon bald effektiv behandelt werden. Das belegt eine neue Forschungsarbeit des Teams um den Innsbrucker Gastroenterologen Univ.-Prof. Dr. Herbert Tilg. Die Blockade des körpereigenen Botenstoffs Interleukin-8 (IL-8) mittels synthetisch hergestellter Pepducine könnte demnach den entzündlichen Prozess der alkoholischen Fettlebererkrankung stoppen und die mit der Erkrankung verbundene hohe Mortalität senken.
Aufklärungskampagne zur pneumokokken-bedingten Lungenentzündung
"Unverhofft kommt oft“: So heißt die neue Aufklärungskampagne des Pharmaunternehmens Pfizer, welche bundesweit auf die durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung aufmerksam macht. Insbesondere Menschen über 60 Jahre und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, COPD, Diabetes oder chronischen Herzerkrankungen sind gefährdet, an dieser Infektionskrankheit zu erkranken, die schwerwiegend verlaufen kann. Um Ärzte bei der Aufklärung ihrer Patienten über Risikofaktoren für die Erkrankung und ihre Folgen zu unterstützen, stellt Pfizer im Rahmen der Kampagne Broschüren und Wartezimmerposter für Arztpraxen und Apotheken zur Verfügung.