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Rheuma bei Kindern: Zu spät erkannt und unzureichend versorgt
In Deutschland leiden genau so viele Kinder an Gelenkrheuma wie an Diabetes oder Krebs – etwa 20 000. Damit zählt Rheuma zu den häufigsten chronischen Leiden im Kindesalter. Und längst nicht alle Betroffenen sind in der Statistik erfasst. Denn manche rheumatischen Erkrankungen, die ohne Gelenkentzündungen auftreten, werden gar nicht als Rheuma erkannt. Weil die Erkrankung so wenig bekannt und die Versorgungsstrukturen unzureichend sind, wird die Diagnose Rheuma bei Kindern häufig erst nach Irrwegen gestellt. Die Folgen sind jahrelange Schmerzen und Entzündungen, Organschäden, sogar Blindheit.
Immunsystem: Herkunft der follikulären dendritischen Zellen geklärt
Neuropathologen der Universität Zürich lösen das Rätsel um die Herkunft der follikulären dendritischen Zellen. Diese Immunzellen des Lymphsystems spielen bei der Entstehung vieler Krankheiten eine wichtige Rolle. Die Forscher weisen nach, dass die follikulären dendritischen Zellen von sesshaften Zellen abstammen, die in den Blutgefäßwänden sitzen. Dank dieser Erkenntnis lassen sich zentrale Aspekte der Entstehung von Autoimmunkrankheiten, chronischen Entzündungen, Tumoren und Prionenerkrankungen untersuchen.
Verband Deutsche Nierenzentren: „Behandlung dialysepflichtiger Bewohner von Pflegeheimen – Dialyse im (Pflege)heim ist nicht gleich Heimdialyse“
Der Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e.V. nimmt mit Besorgnis Bestrebungen zur Kenntnis, dass dialysepflichtige Bewohner von Pflegeheimen dazu bewegt werden, die notwendige Dialysebehandlung nach Schulung von Angehörigen und Pflegekräften vor Ort am Standort des Pflegeheims durchzuführen. Aktuell sind der Landesverband der Arbeiterwohlfahrt im Saarland und die Arbeitsgemeinschaft Heimdialyse Saar e.V. übereingekommen, zukünftig ein landesweites Serviceangebot für dialysepflichtige Heimbewohner bereitzuhalten, dessen Ziel eine eigenständige „Heim“-Hämodialyse vor Ort ist. Ähnliche Bestrebungen sind bundesweit insbesondere für die Durchführung von Heimverfahren mit der ambulanten Bauchfelldialyse (CAPD) festzustellen.
Weihrauch als Heilmittel: Boswelliasäuren wirken entzündungshemmend
Er gehörte schon zu den Geschenken der drei Weisen aus dem Morgenland: Neben Myrrhe und Gold hatten sie für das neugeborene Jesuskind auch Weihrauch im Gepäck. Seit der Antike gehört der aromatische Duft des verbrennenden Weihrauchharzes zu vielen religiösen Zeremonien und ist bis heute in der Kirche Ausdruck besonderer Festlichkeit. Doch Weihrauch kann noch mehr: „Das aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz enthält entzündungshemmende Substanzen“, sagt Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Diese machen Weihrauch als Arzneimittel u. a. für die Therapie von Krankheiten wie Asthma, Rheumatoider Arthritis oder Neurodermitis hochinteressant, ist der Lehrstuhlinhaber für Pharmazeutische und Medizinische Chemie überzeugt.
Entzündliche Herzerkrankungen: Signalweg IKK/NF-κB als Auslöser identifiziert
Oft werden Herzmuskelentzündungen und etwa die schwerwiegendere inflammatorische Kardiomyopathie von Viren wie dem Coxsackie-Erreger oder durch eine verschleppte Grippe ausgelöst. Diese verschiedenen Ursachen haben eine Gemeinsamkeit: Stets ist der molekulare Signalweg IKK/NF-kappaB (IKK/NF-κB) im Herzen aktiviert.
Smartphones: App enttarnt Datenmissbrauch auf mobilen Endgeräten
Immer häufiger tun Mini-Programme auf internetfähigen Mobiltelefonen und Tablet-Rechnern mehr, als sie vorgeben. Im Verborgenen leiten die „Apps“ private Daten an Dritte weiter. Gegen diesen Datenmissbrauch haben Saarbrücker Informatiker nun einen neuen Ansatz entwickelt. Sie können mit der App „SRT AppGuard“ dem Datenklau einen Riegel vorschieben. Der Clou: Für den Schutz müssen die verdächtigen Programme weder vorab bekannt sein, noch muss das Betriebssystem des Smartphones verändert werden. Stattdessen greift die kostenlos erhältliche App den Programmcode der digitalen Spione an.
Einfluss der natürlichen Darmflora auf die Immunantwort gegen virale Erreger
Signale von natürlichen Darmbakterien sind notwendig für eine effektive Immunantwort gegen verschiedene virale oder bakterielle Erreger. Das war das Ergebnis von Versuchen im Team um Prof. Dr. Andreas Diefenbach und Stephanie Ganal, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg. Die Studie ist in der aktuellen Online-Ausgabe des Cell Press Journals Immunity veröffentlicht.
Nicht-invasive Hautkrebs-Diagnostik: Konfokale Laserscanmikroskopie hat festen Stellenwert in Klinik und Praxis
„Nach zahlreichen Studien zur klinischen Eignung ist die konfokale Laserscanmikroskopie (KLSM) im Bereich der Hautkrebs-Diagnostik vom Forschungsgegenstand zur wertvollen Technik in der täglich klinischen Praxis aufgestiegen.“ Zu dieser Einschätzung kommt Dr. Martina Ulrich, Charité Berlin, in einer aktuellen Veröffentlichung (1). Die KLSM ermöglicht in der Diagnostik des malignen Melanoms und nicht-melanotischer Hautkrebsformen eine nicht-invasive Beurteilung der Haut auf zellulärer und subzellulärer Ebene in Echtzeit. So lassen sich melanozytäre Läsionen hinsichtlich ihrer Dignität einschätzen, um eine Melanomfrüherkennung zu ermöglichen und unnötige Exzisionen zu vermeiden (2). Aktuelle Studien belegen die hohe Sensitivität und Spezifität der KLSM in der Melanom-Diagnose und unterstreichen den hohen Stellenwert der innovativen Technologie in der dermatologischen Praxis (3-5).
Offener Brief an die Vorsitzende des Vorstands des GKV-Spitzenverbands
Sehr geehrte Frau Dr. Pfeiffer, verärgert und empört haben wir in den vergangenen Wochen die öffentlichen Äußerungen des GKV-Spitzenverbandes verfolgt. Zunächst behauptete der Spitzenverband, viele Kliniken bezahlten „Fangprämien“ an niedergelassene Ärzte für die Überweisung von Patienten. Erst vor wenigen Tagen legten Sie noch einmal nach und unterstellten, viele Operationen seien unnötig und würden nur aus wirtschaftlichen Gründen vorgenommen.
Krebsrisiko: Zinkoxid in Sonenlotions erzeugt mit UV-Strahlung freie Radikale
Schmerzen im Urogenitalbereich: Durch Neurochirurgie große Heilungschancen bei Pudendusneuralgie
Chronische Schmerzen im Bereich des Damms, also des Perineum, zwischen Anus und äußerem Genital können, vor allem wenn sie einseitig auftreten, die Folge einer Schädigung des sogenannten Schamnervens (Nervus pudendus) sein. Die Ursache ist dann häufig ein Kompressionssyndrom, bei dem der Nerv an einer Engstelle abgedrückt wird. Eine gezielte Operation kann einige Patienten dauerhaft vom Schmerz befreien, berichten Experten auf der 63. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie in Leipzig.
DSO begrüßt Neuregelung des Transplantationsgesetzes als große Chance
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) begrüßt die heute vom Bundesrat verabschiedete Neuregelung zur Organspende als einen wichtigen Meilenstein. Der Medizinische Vorstand, Prof. Dr. Günter Kirste, sieht in der parteiübergreifenden Einigung auf eine Förderung der Organspende einen Aufbruch in eine neue chancenreiche Entwicklung. „Der heutige Tag schenkt den Patienten auf der Warteliste und ihren Familien Hoffnung und neue Zuversicht.“ Der Organspende komme endlich die gesellschaftliche Bedeutung zu, die nötig sei. Damit verbinde er auch eine größere gesellschaftliche Anerkennung für die Organspender und ihrer Angehörigen, erklärt Kirste.
Nikotin und Knochenheilung
Schmerzpatienten warten acht Jahre auf Behandlung
Der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) hat die Ergebnisse seiner Ärzte-Umfrage zur Versorgungssituation von Patienten mit chronischen Schmerzen vorgestellt. Die Studiendaten, die jetzt im „Weißbuch Schmerzmedizin“ veröffentlicht wurden, zeigten einen hohen Grad an schmerztherapeutischer Unter- und Fehlversorgung in Deutschland, sagte Prof. Dr. Dr. Joachim Nadstawek, BVSD-Vorsitzender.
Studie: Musizieren balanciert die Gehirnhälften aus und verändert die „grauen Zellen“
Schon zwei Wochen regelmäßiges Klavierüben führt zu einer messbaren Umstrukturierung der grauen Substanz im Gehirn, zu verbesserter Zusammenarbeit zwischen den beiden Gehirnhälften und größerer Geschicklichkeit. Zu diesem Ergebnis kommen Studien italienischer Forschergruppen, die auf dem Europäischen Neurologenkongress in Prag vorgestellt wurden. Offenbar wächst das Gehirn mit der Herausforderung: Je komplexer die Aufgabe, desto größer die Veränderung.
Multimodales Therapiekonzept wird Patientenbedürfnissen bei Morbus Parkinson besser gerecht
Patienten mit Morbus Parkinson haben je nach Phase ihrer Erkrankung unterschiedliche Bedürfnisse, denen der behandelnde Arzt mit einem integrierten Krankheitsmanagement besser gerecht werden kann. Besonders eine intensive, auf die Anforderungen des Patienten ausgerichtete Kommunikation kann sich positiv auf das Arzt-Patienten-Verhältnis, die Lebensqualität und die Adhärenz auswirken. Dies ergab eine aktuelle, über die unabhängige Ärzteplattform esanum durchgeführte, deutschlandweite Umfrage, an der sich 300 Neurologen beteiligten. Gemeinsam mit führenden Experten hat Boehringer Ingelheim daher ein „Multimodales Therapiekonzept bei Morbus Parkinson“ erarbeitet, das für jede Krankheitsphase Empfehlungen für eine patientenzentrierte Kommunikation, zur medikamentösen Therapie und zu nicht-medikamentösen Begleitaspekten wie sportlicher Betätigung, Psycho- oder Verhaltenstherapie sowie kognitivem Training gibt. In Form eines Kurzmanuals ist der Ratgeber für Fachkreise ab sofort kostenlos erhältlich.
Masern: Schlüssel-Mechanismus für Paramyxo-Viren-Infektion entdeckt
Einer internationalen Forschergruppe unter Berner Führung ist ein Durchbruch bei der Erforschung von Paramyxo-Viren gelungen: Sie haben herausgefunden, wie sich diese Viren, die für eine Vielzahl schwerer Krankheiten wie etwa Masern verantwortlich sind, in die Zellen einschleusen. Damit haben sie einen möglichen Ansatz zur Bekämpfung dieser Viren gefunden.
Rizinusöl wirkt über einen G-Protein-gekoppelten Rezeptor
Pregabalin auch als Lösung zum Einnehmen erhältlich
Pregabalin steht nun auch als Lösung zum Einnehmen zur Verfügung. Die neue Darreichungsform bietet vor allem Patienten, die unter Schluckbeschwerden leiden, eine hilfreiche Behandlungsalternative. Pregabalin ist zugelassen für die Therapie Erwachsener mit peripheren oder zentralen neuropathischen Schmerzen sowie für die Behandlung generalisierter Angststörungen (GAD) bei Erwachsenen. Darüber hinaus ist es als Zusatztherapie bei Patienten mit partiellen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung im Erwachsenenalter indiziert (1).