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Fuchsbandwurm: Risiko für Leib und Leber
Bis vor einigen Jahren wurde die Infektion, die durch das Larvenstadium des Fuchsbandwurms ausgelöst wird, hauptsächlich bei Landwirten oder Jägern diagnostiziert. Doch zunehmend sind auch Städter betroffen: Als Kulturfolger passt sich der Fuchs dem Stadtleben an und hinterlässt seinen Kot, der Bandwurmeier enthalten kann und oft monatelang ansteckend bleibt, in Sandkästen oder auf Gemüsebeeten. Einmal vom Menschen - zum Beispiel durch unzureichend gewaschene Nahrung - aufgenommen, wandern die Eier vermutlich über den Zwölffingerdarm in die Leber. Der genaue Übertragungsweg ist aber noch nicht eindeutig geklärt und ob eine Person erkrankt, scheint auch genetisch bedingt zu sein. Im Falle einer Ansteckung breitet sich die potentiell tödliche Krankheit zunächst schleichend aus: Unbehandelt wird die Leber zerstört - in seltenen Fällen sind auch Lunge und Gehirn betroffen. „Oft wird die Diagnose erst nach Jahren gestellt. Patienten klagen teilweise über Oberbauchschmerzen, Gelbsucht oder bei ärztlichen Untersuchungen wird eine Raumforderung in der Leber festgestellt“, weiß Dr. Andreas Hillenbrand, Oberarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.
Juristische Risiken durch Software, Online-Tagebücher und Apps: Kostenlose Checkliste für Praxen hilft bei dem Vermeiden rechtlicher Probleme
Elektronische Lösungen zum Datenmanagement spielen bei der Behandlung von Diabetespatienten eine immer wichtigere Rolle. Nicht selten ist dabei aber zu beobachten, dass die damit verbundenen (berufs-)rechtlichen Anforderungen unterschätzt oder von den entsprechenden Anbietern beziehungsweise deren Außendienst bewusst verharmlost werden, mahnt Oliver Ebert, Fachanwalt für IT-Recht und Mitglied im Beirat der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Technologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
Medizin-Nobelpreis für Naturstoffe: Auftrieb für die Phytomedizin
Die diesjährige Vergabe des Medizin-Nobelpreises wird in Fachkreisen als großartige Entscheidung für die Pflanzenheilkunde angesehen. Es sei bemerkenswert und ein großes Glück für das gesamte Feld der Phytomedizin, dass der Naturstoff Artemisinin durch die Preisverleihung ins Scheinwerferlicht der akademischen und der allgemeinen Öffentlichkeit gelangt, so Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Das Nobelkomitee hat mit seiner Entscheidung die Naturstoffe in den Fokus gerückt und damit ein wichtiges Signal für künftige Forschungsfelder und Aufgaben gegeben“ teilte der Mainzer Wissenschaftler mit, der selbst auf dem Gebiet arbeitet.
Nachweis erbracht: Tramadol in Kameruner Pflanzen und Umwelt ist anthropogen
Tramadol, ein opioider, synthetischer Inhaltsstoff des Schmerzmittels Tramal, wurde 2013 überraschenderweise als natürlicher Inhaltsstoff von Sarcocephalus latifolia identifiziert, einer Kameruner Baumart. Wissenschaftler aus Deutschland und Kamerun widerlegen dies jetzt in der Zeitschrift Angewandte Chemie.
Neues Korruptionsgesetz: Problematische Abgrenzungen
Ein Regierungsentwurf zum Thema "Korruption im Gesundheitswesen" sieht vor, dass künftig nicht nur Vertragsärzte, sondern auch Angehörige anderer Heilberufe wegen Bestechlichkeit belangt werden können. Die Grenze zwischen erlaubter Kooperation und verbotener Korruption sei jedoch unklar, kritisieren Experten. Außerdem seien die Gesundheitsberufe gegenüber anderen freien Berufen benachteiligt.
Qualität deutscher Kliniken ist gut - aber mit Ausreißern nach unten
Langes Warten auf eine Operation, Probleme mit dem Herzschrittmacher - meist behandeln Deutschlands Krankenhäuser die Patienten, wie sie es sollten. Doch bei weitem nicht immer. Klinikpatienten in Deutschland können nicht immer auf eine mustergültige Behandlung vertrauen.
Freie Ärzteschaft: Totalausfall der Bundesärztekammer bei GOÄ-Verhandlung
Nach dem Hü und Hott zum Verhandlungsstand in Sachen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) verschwindet mehr denn je im Nebel, was die GOÄ-Novelle den Ärzten bringen wird. Zeit für die niedergelassenen Ärzte, das Heft selbst in die Hand zu nehmen und für den längst überfälligen Inflationsausgleich zu sorgen, erklärte die Freie Ärzteschaft (FÄ) heute in Essen.
Kakao-Flavanole erhalten die kardiovaskuläre Gesundheit während des Alterungsprozesses
Zwei aktuell publizierte Studien in Age und dem British Journal of Nutrition (BJN) zeigen, dass Kakao-Flavanole die Herz- und Gefäßfunktion verbessern und die Beanspruchung des Herzens während des Alterungsprozesses verringert. Die Studien liefern damit neue Daten, die darauf hinweisen, dass die regelmäßige Aufnahme von Kakao-Flavanolen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senkt. Flavanole sind sekundäre Pflanzenstoffe der Kakaobohne, die zur Gruppe der Polyphenole gehören.
Neue Tageshöchstdosis für retardiertes Oxycodon/Naloxon zugelassen: 160 mg/80 mg
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat für die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®) eine Erhöhung der Tagesdosis genehmigt. Seit dem 20. Juli 2015 kann das Analgetikum in der neuen Dosierung von 160 mg Oxycodon und 80 mg Naloxon angewendet werden, etwa durch Einnahme von zwei Tabletten in der Wirkstärke von 40 mg/20 mg zweimal täglich (1). Ärzte können die Schmerztherapie dadurch noch flexibler titrieren und individueller an die Bedürfnisse von Patienten anpassen, ohne Kompromisse in der Verträglichkeit eingehen zu müssen.
Naloxegol erleichtert die Therapie der Opioid-induzierten Obstipation
Die Mehrzahl der Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation sprechen unzureichend auf Laxanzien an. Für sie steht mit dem oralen, peripher wirksamen Opioidrezeptor-Antagonisten Naloxegol eine neue kausale Therapie-Option zur Verfügung. Sie ist frei mit Opioiden kombinierbar und ermöglicht so eine flexible Schmerztherapie.
Forschung zu Altern und Neurogeneration: Oxidative Schädigungen im Cytosol
Die Frage, warum wir altern, ist eine der spannendsten Fragen der Menschheit, bislang aber nicht annähernd geklärt. Wissenschaftler am FMP sind der Antwort näher gekommen. In einer Studie konnten sie erstmals zeigen, dass das Endoplasmatische Retikulum im Alter seine oxidative Eigenschaft verliert. Geht dieses Lebenselixier verloren, können viele Proteine nicht mehr korrekt reifen. Zeitgleich reichern sich oxidative Schädigungen im Cytosol. Dieses Wechselspiel war bisher unbekannt und eröffnet ein neues Verständnis vom Altern, aber auch von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.
Experten warnen: Pflegereform beseitigt Pflegenotstand nicht
Pflegeverbände und -experten haben an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) appelliert, die Attraktivität der Pflegeberufe deutlich zu steigern.
Sekundärer Wirkverlust unter Biologika-Therapie: Strategien bei Vorliegen von neutralisierenden Antikörpern
Etwa 30% der Patienten mit Rheumatoider Arthritis sprechen nicht auf eine Therapie mit einem TNF-Inhibitor an. Bei rund der Hälfte ist dies auf ein sekundäres Therapieversagen zurückzuführen, das oft durch die Bildung von neutralisierenden Anti-Drug-Antikörpern verursacht wird, und laut Privatdozent Dr. Eugen Feist, Charité Universitätsmedizin Berlin, Rheumatologie/klinische Immunologie, ein relevantes Problem in der Praxis darstellt. Der Bildung von Anti-Drug-Antikörpern kann durch eine Kombinationstherapie mit MTX vorgebeugt werden. Bei MTX-Kontraindikation oder -Unverträglichkeit kann von vornherein ein Biologikum mit geringer Immunogenität gewählt werden. Somit ist das unterschiedliche immunogene Potenzial der TNF-Inhibitoren ein Kriterium, das in die Therapieentscheidung einbezogen werden sollte. Das einzige humane lösliche TNF-α-Rezeptorfusionsprotein Etanercept (Enbrel®) besitzt keine klinisch signifikante Immunogenität.
GKV-Präventionsleitfaden: Mit Achtsamkeit Stress abbauen
"Alles, was ist, dauert drei Sekunden: Eine Sekunde für vorher, eine für nachher, eine für mittendrin", singt der Musiker Peterlicht. Um diese Regel aus der Hirnforschung geht es auch bei der Achtsamkeit. Das Ziel: im Hier und Jetzt zu leben. Wie das geht? Ganz einfach. Yoga kennt heute jeder. Pilates auch. Aber Achtsamkeit? Da zucken viele immer noch mit den Schultern. Dabei ist es eine Technik, die ebenso gut beim Entspannen und Stressabbauen helfen kann. Dafür braucht man nicht einmal eine Matte oder Turnsachen. Eine verbreitete Form des Achtsamkeitstrainings sind MBSR-Kurse. Der GKV-Spitzenverband hat in seinem Präventionsleitfaden inzwischen auch Maßnahmen zur Stärkung der Achtsamkeit aufgenommen
EU-Zulassung für Adalimumab zur Behandlung von Erwachsenen mit aktiver mittelschwerer bis schwerer Acne inversa
AbbVie gibt bekannt, dass Adalimumab (HUMIRA®) die Zulassung zur Behandlung von Erwachsenen mit aktiver mittelschwerer bis schwerer Acne inversa erhalten hat, die unzureichend auf eine konventionelle systemische Therapie angesprochen haben. Adalimumab ist somit das erste und einzige in der Europäischen Union (EU) zugelassene Medikament zur Behandlung der AI.
Aktivierte TRP-Kanäle leiten Schmerzprozesse ein, Kaliumkanal TRESK schwächt sie ab
Schmerzen sind eines der fünf klassischen Merkmale von Entzündungen. Verantwortlich für diese Art von Schmerz sind spezielle Entzündungssubstanzen, die Nervenzellen im betroffenen Gewebe sensibilisieren. In der Folge leitet die Nervenzelle ein elektrisches Signal verstärkt zum Gehirn weiter und löst dort die Schmerzempfindung aus. Tatsächlich ist das Geschehen jedoch deutlich komplexer als bisher bekannt. Wissenschaftlern der Universität Würzburg ist jetzt der Nachweis gelungen, dass diese Entzündungssubstanzen nicht nur Schmerzen verursachen. Professor Erhard Wischmeyer, Privatdozent Dr. Frank Döring und die Diplom-Biologin Sina Kollert vom Physiologischen Institut der Uni konnten zeigen, dass die Substanzen gleichzeitig eine zweite Art von Kanälen in den Nervenzellwänden aktivieren und damit der Schmerzentstehung entgegen wirken. In der Fachzeitschrift Scientific Reports stellen sie ihre Arbeit vor.
Kosten-Nutzen-Analyse: SPG-Stimulationstherapie ist medikamentöser Behandlung bei Clusterkopfschmerz langfristig überlegen
In einer kürzlich im Journal of Headache Pain veröffentlichten Studie (1) wurde die SPG-Stimulationstherapie mit den gängigen medikamentösen Therapien in Bezug auf Kosten und Nutzen verglichen. Dabei zeigte sich, dass die erstattungsfähige Methode der Standardtherapie mit Medikamenten bei der Behandlung von Clusterkopfschmerz langfristig überlegen ist - aus ökonomischer Sicht und in Bezug auf die Lebensqualität der Betroffenen.
LymeCare-App: Online Symptomtagebuch und mehr
Die iOS-App LymeCare der SymCollect GmbH verbindet ein Symptomtagebuch für Borreliose-Patienten mit einer Betreuungsplattform für den behandelnden Arzt und einer Alarmfunktion, wenn sich der Zustand des Patienten stark verschlechtert. Um die Nutzung des Tagebuchs nicht länger auf Besitzer von Apple-Geräten einzuschränken, hat SymCollect nun auch eine Browserversion von LymeCare ins Internet gestellt.
Mehrzahl der Raucher ist lungenkrank
Deutlich mehr Raucher als bisher angenommen - rund 80 anstatt der mit gängigen Diagnosetests ermittelten ca. 50% - entwickeln eine sogenannte chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die mit fortschreitenden Lungenschäden einhergeht. Das ist das Ergebnis einer Studie der führenden US-amerikanischen Lungenfachklinik National Jewish Health mit mehr als 8.800 Rauchern, an der auch ein Radiologe des Universitätsklinikums Heidelberg beteiligt war.
Tiotropium/Olodaterol jetzt auch in Deutschland zugelassen
Die deutsche Zulassungsbehörde (BfArM) hat Spiolto® (Tiotropium/Olodaterol) Respimat® als langwirksame Dauertherapie zur einmal täglichen Inhalation für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) in Deutschland zugelassen. Spiolto® Respimat® führt bei Patienten, die eine COPD-Dauertherapie benötigen, von Anfang an zu signifikanten Verbesserungen der Lungenfunktion, der Lebensqualität und der Atemnot sowie zum reduzierten Verbrauch an Notfallmedikation gegenüber Spiriva® alleine. Alle Patienten, die einer Dauertherapie bedürfen, können unabhängig vom Schweregrad ihrer Erkrankung von einer signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion profitieren.