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Was versteht man unter „metabolisch gesunder Adipositas“?
Adipositas nimmt weltweit zu. Wissenschaftler und Mediziner sprechen von metabolisch gesunder Adipositas, wenn der Body-Mass-Index (BMI) über 30 ist, aber kein erhöhtes Risiko für Diabetes oder kardiovaskuläre Erkrankungen vorliegt. Daher könnte es wichtig sein, schwer übergewichtige Personen mit geringem Risiko früh von solchen mit erhöhtem Risiko zu unterscheiden. Der Arzt kann somit Risikopatienten möglicherweise rechtzeitig behandeln, wie die Wissenschaftler Prof. Dr. Matthias Schulze und Prof. Dr. Norbert Stefan vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in der aktuellen Ausgabe von "The Lancet Diabetes & Endocrinology" feststellen.
ESC 2013: Salzreduktion schützt vor Herzschwäche
Wer viel Kochsalz konsumiert, hat ein erhöhtes Risiko, eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) zu entwickeln. Das zeigt die Auswertung von Daten aus einer großen Bevölkerungsstudie, die von einer Kölner Forschergruppe auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam präsentiert wurden. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Reduktion der Natrium-Aufnahme von einem hohen auf ein moderates Niveau das Risiko, im späteren Leben eine Herzinsuffizienz zu entwickeln, vermindern könnte“, fasste Studienautor PD Dr. Roman Pfister vom Herzzentrum der Universitätsklinik Köln zusammen.
GRIN2A-Mutation verantwortlich für häufige Epilepsie im Kindesalter
Einem Verbund aus zwei Forschungsnetzwerken, EuroEPINOMICS und IonNeurONet, ist es gelungen, das erste Krankheitsgen für idiopathische fokale Epilepsien zu identifizieren. Es handelt sich dabei um das Gen GRIN2A. Veränderungen des Gens führen zu Störungen der Funktion eines wichtigen Ionenkanals im Gehirn, der die elektrische Erregbarkeit von Nervenzellen beeinflusst. Dies kann vermehrte elektrische Entladungen im Gehirn und damit das Auftreten epileptischer Anfälle erklären. Die Studie erschien im internationalen Fachjournal Nature Genetics.
Gewichtszunahme nach Rauchstopp: Stämme Proteobacteria und Bacteroidetes nehmen im Darm überhand
Die meisten Raucherinnen und Raucher nehmen einige Kilos zu, wenn sie mit Rauchen aufhören. Der Grund liegt nicht in der erhöhten Kalorienaufnahme, sondern in der veränderten Zusammensetzung der Darmflora nach dem Rauchstopp. Diesen Schluss legt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Untersuchung nahe.
Nicht von Kasse abwimmeln lassen - Aufnahme schriftlich beantragen
Eine gesetzliche Krankenkasse darf sich nicht weigern, ein neues Mitglied aufzunehmen. Wollen gesetzlich Versicherter die Kasse wechseln, beantragen sie die Aufnahme in die neue Kasse am besten schriftlich. "Lassen Sie sich auf keine Diskussion ein", rät Stefan Palmowski von der Beratungsstelle Dortmund der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UDP). Das gelte insbesondere, wenn die neue Kasse bei einem ersten telefonischen Kontakt vor Aufnahme Gesundheitsfragen stelle oder die Aufnahme verzögern wolle.
Krankenkassen benachteiligen Alte und Kranke
Alte und kranke Menschen werden in der gesetzlichen Krankenversicherung immer wieder diskriminiert. Das geht aus dem jüngsten Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes hervor, den die Aufsichtsbehörde im Internet veröffentlicht hat. Danach benachteiligen die Kassen Versicherte mit hohem Kostenrisiko oft schon bei der Anwerbung. Daneben habe es aber auch Versuche gegeben, Ältere oder Kranke aus der Kasse herauszudrängen, heißt es in dem Bericht, aus dem zuerst die "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch) zitiert hatte.
Rheumatoide Arthritis: Biologika in der Zweitlinientherapie haben Nutzen/ Langzeitdaten und belastbare Direktvergleiche fehlen
Neun biotechnologisch hergestellte Arzneimittel für die Behandlung von Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis, bei denen eine medikamentöse Vorbehandlung versagt hat, wurden vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht. Demnach gibt es für jeden der Wirkstoffe einen Beleg, einen Hinweis oder zumindest einen Anhaltspunkt für einen Nutzen in Bezug auf mindestens ein Zielkriterium. Zu diesem Ergebnis kommt der am 26. August 2013 veröffentlichte Abschlussbericht des IQWiG.
Forschung: Lymphknoten mit Ortsgedächtnis
Im menschlichen Immunsystem haben die regulatorischen T-Zellen (kurz „Tregs“) eine wichtige Aufgabe: Sie steuern die übrigen Immunzellen und vermitteln ihnen gewissermaßen eine „tolerante Haltung“ gegenüber körpereigenen Zellen und ungefährlichen Fremdkörpern. Wie Tregs überhaupt zu Tregs werden, war bislang nicht genau bekannt. Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig ist es nun in Zusammenarbeit mit Kollegen von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gelungen, dies besser zu verstehen: Die Herkunft ist entscheidend - in einigen Lymphknoten entstehen mehr Tregs als in anderen.
Pathologen: „Innovationsfeindlichkeit der gesetzlichen Krankenversicherung?“
Es ist eine Grundsatzfrage, die den Bewertungsausschuss von Krankenkassen und Ärzten künftig beschäftigen wird. Wie ist mit der neuen molekularen Medizin umzugehen? Ein interner Streit über die Abrechnungsfähigkeit der Genexpressionsanalyse führt zu einer "Präzisierung" im EBM und de facto zu Leistungsausschlüssen für gesetzlich versicherte Brustkrebspatientinnen. Ab 01.10.2013 wird im EBM die bislang noch erlaubte Abrechnung von Genexpressionstests nicht mehr möglich sein.
Arsen - möglicher Beifang im Heringsfilet
Durch Vulkanausbrüche, die Verbrennung von fossilen Brennstoffen, aber auch durch das Grundwasser gelangt Arsen in die Umwelt und damit auch in die Nahrungskette. Doch wie groß ist die Gefährdung durch Arsen in Lebensmitteln wirklich? Werden die arsenhaltigen Verbindungen im menschlichen Körper aufgenommen und womöglich in giftigere Formen umgewandelt? Bisher wissen wir darüber sehr wenig. Um diesen Fragen nachzugehen, haben Chemiker der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig Heringsfilet auf den Arsengehalt und auf verschiedene Arsenverbindungen untersucht.
Umfrage: Jedem 2. KHK-Patienten fehlt das Nitro-Spray beim Angina pectoris-Anfall
54% der Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) haben kein Akut-Nitrat bei sich, um im Notfall ihren Angina pectoris-Anfall schnell und zuverlässig zu kupieren. Und bei jedem fünften KHK-Patienten war das Nitro-Spray bereits abgelaufen. Diese Versorgungslücke zeigte jetzt eine Umfrage der Firma Pohl-Boskamp bei 147 Patienten mit koronarer Herzkrankheit, an der sich acht Arztpraxen beteiligt hatten.
Nasse Wände, kranke Kinder: Zusammenhang zwischen feuchten Wohnbedingungen und Asthma bestätigt
Kinder, die unter feuchten Wohnbedingungen aufwachsen, haben ein vielfach erhöhtes Risiko, an Asthma, allergischem und nichtallergischem Schnupfen (Rhinitis) und atopischem Ekzem (Neurodermitis) zu erkranken.Das gilt sogar für Mädchen und Jungen, die - nach Angabe der Eltern - nur ihr erstes Lebensjahr in einer nassen Wohnung verbracht haben sowie für nichtallergische Kinder.
Patienten-Ratgeber „Aktiv leben mit ANCA-assoziierter Vaskulitis“
Ab sofort gibt es eine neue Informationsbroschüre für Patienten mit den ANCA-assoziierten Vaskulitis-Formen Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) und mikroskopische Polyangiitis (MPA). Die Symptome dieser seltenen Autoimmunerkrankungen sind facettenreich, meist unspezifisch und häufig mit starken Schmerzen verbunden. Viele Betroffene haben daher einen langen Leidensweg, bis die Krankheit erkannt wird. Eine umfassende Diagnostik und eine frühzeitige sowie konsequente Therapie und Betreuung durch spezialisierte Experten sind deshalb enorm wichtig. Der Ratgeber unterstützt Betroffene dabei, ihre Erkrankung besser zu verstehen und bietet eine wertvolle Hilfestellung für das Arzt-Patientengespräch.
Patienten-Ratgeber „Aktiv leben mit ANCA-assoziierter Vaskulitis“
Ab sofort gibt es eine neue Informationsbroschüre für Patienten mit den ANCA-assoziierten Vaskulitis-Formen Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) und mikroskopische Polyangiitis (MPA). Die Symptome dieser seltenen Autoimmunerkrankungen sind facettenreich, meist unspezifisch und häufig mit starken Schmerzen verbunden. Viele Betroffene haben daher einen langen Leidensweg, bis die Krankheit erkannt wird. Eine umfassende Diagnostik und eine frühzeitige sowie konsequente Therapie und Betreuung durch spezialisierte Experten sind deshalb enorm wichtig. Der Ratgeber unterstützt Betroffene dabei, ihre Erkrankung besser zu verstehen und bietet eine wertvolle Hilfestellung für das Arzt-Patientengespräch.
„Patientenatlas Schmerz“ - Aufklärung von Patienten als Basis für den Therapieerfolg
Ziel moderner Schmerztherapien ist es, die Qualität der Versorgung zum Nutzen der Patienten ständig zu verbessern. Ein wichtiger Eckpfeiler dabei ist vor allem die umfassende Aufklärung des Patienten über seine individuelle Schmerzerkrankung. Erst das Wissen darum macht letztlich eine gemeinsame systematische Planung der Behandlung möglich und bahnt damit den Therapieerfolg. Erstmals ist jetzt mit dem „Patientenatlas Schmerz“ eine umfassendes Kompendium erarbeitet worden, welches genau diesen Anforderungen gerecht wird: die Unterstützung der gemeinsamen Analyse der Schmerzsituation im Arzt-Patienten-Gespräch und die Erleichterung des Verständnisses der Patienten für ihre chronischen Beschwerden.
Wales führt Widerspruchsregelung bei Organspende ein
In Wales werden künftig alle gesunden Erwachsenen automatisch potenzielle Organspender sein - es sei denn, sie schließen das für sich ausdrücklich aus. Das Regionalparlament in Cardiff fasste am späten Dienstagabend einen entsprechenden Beschluss. Das neue Gesetz soll 2015 in Kraft treten. Bisher müssen Waliser - wie in Deutschland - per Organspendeausweis ausdrücklich ihren Willen zur Spende bekunden, ehe nach ihrem Hirntod ein Organ entnommen werden kann.
Wenn die Krankenkasse Nein sagt - Patientenberater schlagen Alarm
Die Krankenkassen kümmern sich vorbildlich um ihre Patienten - zumindest in ihren Hochglanzbroschüren. Tausendfach stoßen ihre Mitarbeiter aber Kranke vor den Kopf und verweigern Leistungen.
Lokale Hyperthermie: Konzept und Anwendung bei Herpes-simplex-Infektionen und Insektenstichen
Die lokale Applikation von konzentrierter Wärme ist ein neuartiger, nicht-medikamentöser Therapieansatz bei Herpes-simplex-Infektionen und Insektenstichen. Mit dem Mikrochip-gesteuerten System Herpotherm® wurden in aktuellen Studien wie auch im Praxisalltag eine rasche Symptomreduktion und eine Verkürzung des Krankheitsverlaufs bei Herpes labialis und Herpes genitalis erreicht. Das einfach anzuwendende Gerät generiert konzentrierte Wärme in einem Temperaturbereich von 50 bis 53°C. Auch bei Insektenstichen hat sich das System (bite away®) bei der Symptomlinderung und der Prävention allergisch-toxischer Verläufe bewährt. Im Rahmen der 47. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) erläutert Dr. Gerrit Schlippe, Münster, das Wirkprinzip der lokalen Hyperthermie-Behandlung mit dem Herpotherm®/bite away® und präsentierte aktuelle Studiendaten zu der noch relativ neuen Behandlungsmethode.
Riesige Studie soll bei Kampf gegen Volkskrankheiten helfen
Mit der bislang wohl größten Gesundheitsstudie Deutschlands soll es besser gelingen, Volkskrankheiten von Millionen Bundesbürgern einzudämmen. Von 2014 an sollen bundesweit mehr als 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren in regelmäßigen Abständen untersucht und befragt werden.
„Deutscher Anästhesiecongress 2013“: Human-Albumin neben Kristalloiden als einziges Kolloid zum Volumenersatz bei schwerer Sepsis oder septischem Schock empfohlen
Seit über 60 Jahren wird Human-Albumin im klinischen Alltag in verschiedenen intensivmedizinischen Bereichen eingesetzt - von der Volumensubstitution bei hypovolämischem Schock oder Sepsis bis hin zur Behandlung eines Aszites bei Patienten mit Leberzirrhose. Der nach wie vor hohe therapeutische Stellenwert des natürlichen Proteins zeigt sich insbesondere bei der Wiederherstellung des Plasmavolumens bei schwerer Sepsis, wo Human-Albumin deutliche Vorteile gegenüber künstlichen Kolloiden aufweist. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse aktueller Studien und dem Update der Surviving Sepsis Campaign Guidelines diskutierten führende Experten auf einem von CSL Behring veranstalteten Symposium im Rahmen des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin den Stellenwert von Humanalbumin bei Sepsis oder septischem Schock.