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Medizin | Beiträge ab Seite 94

Medizin
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Zulassung von Mavacamten zur Behandlung der symptomatischen hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie

Die Europäische Kommission hat die Zulassung von Mavacamten (2,5 mg-, 5 mg-, 10 mg- und 15 mg-Kapseln) zur Behandlung der symptomatischen (New York Heart Association Klassifizierung, NYHA, Klasse II–III) hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM) bei erwachsenen Patient:innen erteilt. Damit ist Mavacamten der erste allosterische, reversible und selektive kardiale Myosin-Inhibitor, der ursächlich auf die zugrundeliegenden Pathomechanismen der HOCM zielt und in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zugelassen ist. Die Zulassung von Mavacamten basiert auf positiven Wirksamkeits- und Sicherheitsergebnissen aus den beiden Phase-III-Studien EXPLORER-HCM und VALOR-HCM.
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Medizin
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DGS-Umfrage: Zwischenergebnis zeigt hohe Bereitschaft bei Ärzt:innen zu Suizidassistenz

Von 444 Ärzt:innen befürworten rund 82% den ärztlich assistierten Suizid – ca. 18% lehnen die Unterstützung beim Sterben gänzlich ab. So lautet das Zwischenergebnis einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) zum ärztlich assistierten Suizid. Seit September 2022 ist die Umfrage online. Noch bis September 2023 können Ärzti:nnen teilnehmen. Besonders für Palliativpatient:innen, deren Versorgung nicht erfolgreich war, sowie für chronisch Erkrankte ist die Bereitschaft zum ärztlich assistierten Suizid hoch.
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Influenza
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Influenza-Impfung: Menschen ab 60 profitieren von Hochdosis-Impfstoff

Ältere Menschen haben durch eine Influenza-Infektion ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen. Speziell für Menschen ab 60 Jahren wurde der 1. und einzige 4-fach hochdosierte tetravalente Influenza-Impfstoff entwickelt, der nunmehr seit 2 Jahren zugelassen ist. Die Evidenz aus klinischen Studien und die Erfahrungen mit dem von der STIKO empfohlenen Hochdosis-Impfstoff im klinischen Alltag sind gut. Dennoch ist die Influenza-Impfrate in Deutschland nach wie vor zu niedrig.
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Medizin
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Kreuz-/Rückenschmerzen: Praxisalltag vs. Nationale VersorgungsLeitlinie

Die Zahl der Patient:innen, die unter akuten Kreuz-/Rückenschmerzen leiden, befindet sich seit Jahren auf einem hohen Niveau (1). Der Nationalen VersorgungsLeitlinie „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“ zufolge sollen diese in erster Linie mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt werden (2). Die Praxis zeigt allerdings auch, dass auf diese Weise einem Großteil der Betroffenen nicht adäquat geholfen werden kann, so PD Dr. med. Michael A. Überall, Nürnberg. Aktuelle Studienergebnisse, die auf einem Symposium im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtags präsentiert wurden, weisen nun für das Muskelrelaxans Pridinol im Vergleich zu NSAR eine hochsignifikant überlegene Wirksamkeit bei signifikant besserer Verträglichkeit nach (3, 4).
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Medizin
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Hirnstamm-Screening bei Schlaganfall-Patient:innen: Mit Ultraschall frühzeitig Post-Stroke-Depressionen erkennen

Depressionen gehören zu den häufigsten Komplikationen eines Schlaganfalls. Bisher konnte man nicht sicher voraussagen, welche Patient:innen eine sogenannte Post-Stroke-Depression entwickeln werden. Jetzt gibt es jedoch Hinweise darauf, dass es dafür einen Risikofaktor geben könnte, den man per Ultraschall ermitteln kann. Aktuelle sonografische Untersuchungen der ersten hierzu geführten prospektiven Studie „PROMoSD“ zeigen bei einigen Schlaganfallpatient:innen Veränderungen am Hirnstamm, die mit einer deutlichen Erhöhung des Post-Stroke-Depressionsrisiko einhergehen. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) begrüßt diese vielversprechenden Erkenntnisse. Im Rahmen eines Hirnstamm-Screenings könnten Risikopatient:innen in Zukunft frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das schonende Verfahren ist leicht durchzuführen, flächendeckend verfügbar und kostengünstig.
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Medizin
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Wie Ernährung die Rheumatherapie unterstützen kann

Gibt es eine Ernährungsweise, die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen entgegenwirkt? Und gibt es umgekehrt Nahrungsmittel, die Rheuma-Erkrankte besser nicht zu sich nehmen sollten? Empfehlungen zu diesen Fragen füllen viele Buch- und Internetseiten. Wissenschaftliche Belege dafür, dass die Rheumaaktivität sich über die Ernährung beeinflussen ließe, sind dagegen rar. Der Nutzen von Ernährungsinterventionen ist daher auch in Fachkreisen umstritten. Expert:innen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh) haben sich nun des Themas angenommen, Studien ausgewertet und daraus wissenschaftlich fundierte Empfehlungen abgeleitet. Die überzeugendsten Belege gibt es demnach für den Nutzen einer mediterranen Ernährung.
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Medizin
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Neuropathien bei Diabetes: Welche Rolle spielt der Vitamin-B1-Status?

Etwa jeder dritte Diabetes-Patient entwickelt eine Neuropathie. Diese kann ausgeprägte Schmerzen und Missempfindungen sowie schmerzlose Ulzera an den Füßen nach sich ziehen. Experten betonten beim Diabetes Kongress die Bedeutung eines multimodalen Therapieansatzes, der die komplexe Pathogenese der Erkrankung berücksichtigt. Dabei scheint die Vitamin-B1-Versorgung eine wichtige Rolle zu spielen.
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Medizin
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Versorgungskrise Antibiotika: In Deutschland ein Problem, in Entwicklungsländern eine Katastrophe

Hustensaft, Fieberzäpfchen, Antibiotika – besonders bei Präparaten, die speziell für Kinder zugelassen sind, ist es in den vergangenen Monaten zu Lieferengpässen gekommen. Erstmals und in deutlich abgeschwächter Form erlebt Deutschland damit, was in ärmeren Ländern medizinischer Alltag ist. In weiten Teilen Afrikas etwa ist der Mangel an wirksamen Antibiotika katastrophal, jedes 10. Mittel, so schätzt die WHO, ist dort verunreinigt, zu gering konzentriert oder gefälscht. Die Arzneimittelkrise sollte daher als Weckruf verstanden werden, die medizinische Versorgung nicht nur national, sondern auch über Länder- und Kontinent-Grenzen hinweg zu verbessern, forderten Experten im Rahmen des 16. Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT). Gerade Antibiotika, ihre Verfügbarkeit und ihr umsichtiger Einsatz seien entscheidend für die Eindämmung von Infektionen und multiresistenten Erregern, die weltweit ein Problem darstellten.
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Medizin
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Status Quo der Elimination von Hepatitis C in Deutschland

In Deutschland gibt es mehr Patient:innen, die neu mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) diagnostiziert werden als jene, die behandelt werden. Das zeigt nun erstmals der HCV-Tracker, ein übersichtliches Dashboard, das quartalsaktuell den Stand der angestrebten HCV-Elimination darstellt – auch auf Bundeslandebene. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) (1) und die Bundesregierung (2) haben das Ziel ausgerufen, bis 2030 HCV zu eliminieren. Das Thema HCV-Elimination war auch Thema einer Fortbildungsveranstaltung im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).
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Medizin
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Neue Bluthochdruck-Leitlinie der ESH – was Hausärzt:innen wissen sollten

Auf dem Kongress der European Society of Hypertension (ESH) wurden die „2023 ESH Guidelines for the Management of Arterial Hypertension“ vorgestellt (1). Die neue Bluthochdruckleitlinie definiert neue Risikofaktoren und Komorbiditäten, die für das mögliche Vorliegen einer Hypertonie sensibilisieren sollen. Jetzt wurde auch die Unterteilung der Hypertonie in 3 Klassen anhand des Grads hypertonieassoziierter Organschädigungen stärker hervorgehoben. Im Hinblick auf die Zielwerteinstellung definiert die Leitlinie einen Maximalwert, lässt ansonsten den Ärzt:innen Handlungsspielräume, die Therapie je nach individuellem Risiko zu intensivieren. Bei Menschen über 40 Jahre sowie jüngeren, die Risikofaktoren aufweisen, sollte einmal pro Jahr eine Blutdruckmessung durchgeführt werden.
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Medizin
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Einzelne Hepatitis-E-Mutation macht Sofosbuvir-Therapie unwirksam

Gegen Hepatitis E gibt es bislang keine spezifischen Medikamente. Ärzt:innen steht lediglich das Breitband-antivirale Medikament Ribavirin zur Verfügung, welches häufig starke Nebenwirkungen hervorruft. Wirkstoffe gegen andere Hepatitis-Viren helfen nur bedingt. Warum Hepatitis E der Behandlung mit dem Hepatitis-C-Medikament Sofosbuvir entgehen kann, hat ein Team der Nachwuchsgruppe „Computational Virology“ um Dr. Daniel Todt in der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Forschenden aus Berlin, Hamburg und Hannover herausgefunden: Eine einzelne Mutation des Virus führt dazu, dass die Behandlung weniger effektiv ist.
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Medizin
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Neue Applikationsform und Langzeitsicherheitsdaten der Anti-TSLP- Asthmatherapie

Der First-in-Class Anti-TSLP-Antikörper Tezepelumab wird bei schwerem, unkontrolliertem Asthma ab 12 Jahren eingesetzt. Neben der Fertigspritze steht Tezepelumab ab sofort auch als Fertigpen zur Verfügung. Die Selbstapplikation kann sowohl für die Patient:innen als auch für das Pflegepersonal mehr Flexibilität und Komfort in der Therapie bedeuten (1, 2). Außerdem liefert die Placebo-kontrollierte Verlängerungsstudie DESTINATION Langzeitdaten zur Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung (3).
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Medizin
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Zulassungsempfehlung für Empagliflozin zur Behandlung der chronischen Niereninsuffizienz

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Empfehlung zur Zulassungserweiterung für Empagliflozin zur Behandlung von Erwachsenen mit chronischer Niereninsuffizienz (CKD) ausgesprochen (1). Derzeit ist Empagliflozin für die Behandlung von Erwachsenen mit nicht ausreichend behandeltem Typ-2-Diabetes und als Monotherapie, wenn Metformin nicht vertragen wird, sowie bei symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz bei Erwachsenen indiziert (5). Im Falle einer Zulassung käme in der EU die Indikation chronische Niereninsuffizienz bei Erwachsenen hinzu, sodass Empagliflozin in den Indikationen Typ-2-Diabetes, chronische Herzinsuffizienz oder chronische Niereninsuffizienz sowie einer Kombination dieser Erkrankungen eingesetzt werden kann.
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Medizin
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Chronischer Stress hemmt die Knochenheilung

Eine Studie der Ulmer Universitätsmedizin hat aufgedeckt, über welche molekularen Mechanismen psychische Traumen und andere massive Stresserfahrungen die Heilung von Knochenbrüchen verzögern. Das Forschungsteam, zu dem auch Wissenschaftler:innen aus Kanada und Japan gehörten, konnte nachweisen, dass bestimmte Immunzellen unter Stress ein Enzym produzieren, das wiederum die Ausschüttung von Stresshormonen befördert. Diese Stresshormone wirken lokal am Knochen und hemmen dort die Umwandlung von Knorpel- in Knochenzellen. Sie verzögern damit die Knochenbildung und Frakturheilung (1).
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Medizin
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Aspirin erhöht das Anämierisiko bei Älteren deutlich

Eine niedrige Dosis Aspirin erhöht bei ansonsten gesunden älteren Erwachsenen das Risiko einer Anämie deutlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Forschenden der Monash University in Australien. Darüber hinaus kommt es zu einer Abnahme des Ferritins im Blut. Die in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten Ergebnisse legen daher nahe, dass bei älteren Patient:innen, die Aspirin einnehmen, die Hämoglobinwerte überwacht werden sollten.
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Medizin
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Neue Phase-III-Studie mit Finerenon bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-1-Diabetes

Die Phase-III-Studie FINE-ONE wird die Wirksamkeit und Sicherheit von Finerenon im Vergleich zu Placebo bei der Verzögerung des Fortschreitens einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) bei Erwachsenen mit CKD und Typ-1-Diabetes untersuchen. Das Hauptziel der Studie ist der Nachweis der Überlegenheit von Finerenon gegenüber Placebo bei der Verringerung des Albumin-Kreatinin-Verhältnisses (UACR) im Urin über einen Zeitraum von 6 Monaten.
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