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„Unvorbereitetes Forteilen bringt unglückliche Wiederkehr…“ Davor warnte einst bereits Johann Wolfgang von Goethe seine Zeitgenoss:innen. Der Dichterfürst musste es wissen, denn er war für die damaligen Verhältnisse viel unterwegs. Per holperiger Kutsche, versteht sich. Heute ist ebenfalls jeder gut beraten, der sich – auch in gesundheitlicher Hinsicht – auf eine bevorstehende Reise entsprechend vorbereitet. Denn trotz deutlich besserer medizinischer Versorgung als zu Goethes Lebzeiten ist es von großem Vorteil, für den Fall der Fälle erst einmal Selbstversorger sein zu können. Hier eine Übersicht, was dazu ins Gepäck sollte.

Was bei chronischen Erkrankungen zu beachten ist

Wer dauerhaft bestimmte Medikamente einnehmen muss, sollte diese in der für die gesamte Urlaubsdauer ausreichende Menge bei Flugreisen stets im Handgepäck dabei haben. Denn bekanntlich kann sich aufgegebenes Gepäck verspäten oder noch schlimmer, komplett verloren gehen. Zudem empfiehlt es sich für chronisch Erkrankte, sich von den behandelnden Ärzt:innen vor Reiseantritt über mögliche Risiken aufklären zu lassen. Ein ärztliches Attest der Diagnosen in der Sprache des Urlaubslandes kann darüber hinaus vor Ort wertvolle Dienste leisten.

Gut ausgestattet zur medikamentösen Selbsthilfe

Mit diesem Sortiment an Präparaten können Sie sich erst einmal selbst helfen. Zumindest so lange, bis Sie – abhängig von Ihren Beschwerden – in ärztliche Behandlung kommen. Selbstverständlich erhalten Sie sämtliche Medikamente rezeptfrei in der Apotheke:

Schmerzmittel

Ibuprofen, Paracetamol & Co. sind ideal bei Schmerzen jeder Art sowie bei grippalen Infekten, entzündlichen Schwellungen oder Verstauchungen.

Hilfe bei Verdauungsbeschwerden

Ungewohnte Kost, anderes Klima – das kann auf die Verdauungsorgane schlagen. Gegen den überaus häufigen Reisedurchfall sind Präparate mit Loperamid ein Muss. Auch an das Gegenteil, nämlich Verstopfung, sollte gedacht werden. Abführende Mittel wie etwa Bisacodyl bringen hier Erleichterung. Werden Blähungen zum Problem, empfehlen sich sogenannte Entschäumer wie unter anderem Dimeticon. Gegen Bauchkrämpfe und Völlegefühl sind krampflösende Arzneimittel mit Butylscopolamin angezeigt. Wer zu Reiseübelkeit neigt, ist zudem gut beraten, Mittel mit Dimenhydrinat einzupacken.

Linderung von Schlafstörungen

Pflanzliche Schlafmittel wie Präparate mit Baldrian-, Hopfen- oder Lavendel-Extrakt helfen wirksam bei auf Reisen häufigen Problemen mit dem Ein- oder Durchschlafen.

Mittel gegen grippale Infekte

Auch sie gehören in die Reiseapotheke, um Husten oder Halsschmerzen effektiv Paroli bieten zu können. Für Beschwerden im Hals empfehlen sich Lutschtabletten mit Extrakten aus Salbei, Kamille, Isländisch Moos oder Primelwurzel. Zusätzlich können Präparate mit dem Wirkstoff Ambroxol eingesetzt werden, da er Schmerzen rasch abmildert. Zum Stillen von Reizhusten eignen sich pflanzliche Arzneimittel mit Extrakten aus Eibischwurzel, Isländisch Moos oder Spitzwegerich. Soll festsitzender Schleim bei Husten gelöst werden, sind Präparate mit Eukalyptus-  oder Thymianöl eine gute Wahl.

Zur Abwehr von Insekten

Kleine oder größere Insekten können zur lästigen Plage werden – nicht nur in den Tropen oder Subtropen. Insektenschutz ist deshalb ein weiteres must-have für die Reise. Am besten geeignet sind Mittel wie Repellents mit DEET (in der Apotheke danach fragen), da sie eine sehr gute Wirksamkeit besitzen.

Wenn sich die Augen beschweren

Klimaanlagen, Zugluft, Trockenheit oder Staub können rasch zu Reizungen und Entzündungen der Augen führen. Entzündungshemmende und schmerzlindernde Augentropfen gehören deshalb ebenso mit auf die Reise. Träger von Kontaktlinsen sind gut beraten, sich zudem künstliche Tränen einzupacken. Apropos eingeschränkte Sehfähigkeit: Wer davon betroffen ist, sollte eine Ersatzbrille mitnehmen.

Sonnenschutz

Ohne ihn sollte es nie auf Reisen gehen. Denn unabhängig von Jahreszeit und Ziel ist es wichtig, sich gegen zu viel UV-Strahlung zu wappnen. Um das individuell am besten geeignete Sonnenschutzpräparat zu finden, empfiehlt sich der Gang in die Apotheke. Das gilt insbesondere für Menschen mit empfindlicher oder vorgeschädigter Haut, Akne-Patient:innen und Allergiker:innen. Denn sie benötigen speziell auf ihre Probleme abgestimmte Präparate. Auch Wasserratten, Segler und Surfer sollten spezielle Sonnenschutzmittel nutzen, die für Aktivitäten im und auf dem Wasser geeignet sind.

Ist es trotz aller Vorsicht dennoch zu einem Sonnenbrand gekommen, helfen kühlende Gele oder Salben mit Antihistaminika wie Dimetinden oder Bamipin. Auch glukokortikoidhalte Zubereitungen mit Hydrokortison sind gut zur Linderung der Folgen von zu viel Sonne geeignet.

Blick in den Impfpass

Er ist vor allem dann obligat, wenn es zu Reisezielen außerhalb der EU gehen soll. Wer das plant, sollte sich in der Arztpraxis oder Apotheke zu möglicherweise erforderlichen Impfungen beraten lassen.

Verbandsmaterial nicht vergessen

Dieses gehört ebenso mit in die Reiseapotheke, um kleine Wunden selbst versorgen zu können. Die empfohlene Standardausrüstung umfasst Wundpflaster in verschiedenen Größenzuschnitten, breite elastische Mullbinden, einen Wundschnellverband, Schere und Pinzette, Desinfektionsmittel sowie Einmalhandschuhe. Kühlkompressen können gute Dienste bei Sportverletzungen wie Zerrungen oder Prellungen leisten. Weiterhin empfehlenswert sind Fieberthermometer, Zeckenzange und eine kleine Taschenlampe.

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