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03. März 2021
aktualisiert: 12. März 2021

Morbus Crohn

© Crystal light - stock.adobe.com

Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung des Darms, die meist in Schüben verläuft. Zusammen mit der Colitis ulcerosa wird M. Crohn den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED, zugerechnet. Im Unterschied zu Colitis ulcerosa, deren Name bereits auf den Kolon (Dickdarm) als Ort der Entzündung hindeutet, können bei Morbus Crohn alle Abschnitte des Magen-Darm-Trakts entzündet sein. M. Crohn tritt häufig zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr erstmals auf.

Symptomatik

Hauptsymptome sind Durchfall (flüssiger bis wässriger Stuhl, gelegentlich mit Blut- oder Schleimbeimengung), Bauchschmerzen (meist im rechten Unterbauch), Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Auch Fieber und Anämie durch Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel gehören zu den möglichen Symptomen.

M. Crohn kann eine Reihe weiterer Symptome und Erkrankungen nach sich ziehen, darunter Gelenkschmerzen, Osteoporose, Entzündungen der Augen, Nierensteine bis hin zu einer Beteiligung der Leber (sog. primär sklerosierende Cholangitis, Autoimmunhepatitis).
 
Die Entzündung kommt vor allem in den Darmabschnitten Ileum (Krummdarm) und Colon (Dickdarm) vor.

Jeder vierte Patient erhält die Diagnose bereits als Kind

Jeder vierte Patient erhält die Diagnose bereits als Kind
© magicmine / Fotolia.com

„In Deutschland sind etwa 400.000 Menschen von den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betroffen“, sagt der CED-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, PD Dr. Bernd Bokemeyer. „Die Diagnose wird bei etwa einem Viertel der Patienten schon vor dem 18. Lebensjahr gestellt. Ein Viertel dieser erkrankten Jugendlichen hat seine Diagnose sogar schon vor dem zehnten Lebensjahr erhalten.“  Lesen Sie mehr!

Entstehung des M. Crohn

Die Pathogenese ist noch nicht abschließend geklärt, diskutiert wird ein autoimmunologischer Krankheitsmechanismus. Möglicherweise liegt eine gestörte Barrierefunktion der Darmschleimhaut zugrunde. Das Mikrobiom des Darms wird ebenfalls verantwortlich gemacht, vor allem, weil der Konsum vieler Süßigkeiten oder Nikotin sowie die häufige Einnahme von Antibiotika in Kundheit und Jugend das Erkrankungsrisiko erhöhen. Auch psychosomatische Faktoren werden diskutiert. Die Krankheit erzeugt einen hohen Leidensdruck, sodass Depressionen entstehen können.

Therapie

Bei einem akuten Schub kommen entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz (kurzfristig: Kortikosteroide, Aminosalicylatem Sulfasalazin, Mesalazin u.a.) oder Wirkstoffe, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva). In schweren Fällen können sog. Biologika eingesetzt werden.

Entzündungen verringern durch gute Ernährung und wenig Stress

Auch der Patient kann dazu beitragen, weitere Schübe möglichst hinauszuzögern, durch gesunde Ernährung ohne Fertigprodukte und zu viel Zucker. Auch Stressreduktion ist bei den CED ein wesentlicher Faktor, um das Krankheitsbild zu lindern.
 

Red. journalmed.de

Literatur:

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-004l_S3_Morbus_Crohn_Diagnostik_Therapie_2014-09-abgelaufen.pdf

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