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19. Juli 2018 Helicobacter ist immer noch verbreitet

Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte erinnert daran, dass auch 35 Jahre nach der Erstbeschreibung durch Barry Marshall und Robin Warren immer noch mehr als ein Viertel der Bevölkerung mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori infiziert ist. Die beiden Forscher waren 2005 für ihre Entdeckung aus dem Jahr 1983 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden.
Aktuelle Studiendaten aus dem Jahr 2017 haben gezeigt, dass rund 29 Prozent von mehr als 500 Blutspendern in Sachsen-Anhalt entweder bereits mit einer angemessenen Therapie behandelt worden waren oder Antikörper gegen die Bakterien im Blut aufwiesen. Dies bestätigt die bisherigen Daten, nach denen etwa bis zu 48 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen infiziert sind. Die Infektion erfolgt meist im frühen Kindesalter durch Übertragung innerhalb der Familie.

„In den meisten Fällen bleibt die Infektion mit dem Magenkeim ohne Folgen“, erklärt Verbandssprecherin Dr. Dagmar Mainz, „Nichtsdestotrotz wissen wir, dass Helicobacter eine chronisch aktive Magenschleimhautentzündung bedingen kann. Infolge können Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie ein Lymphom oder auch Krebs im Magen auftreten. Etwa 20 Prozent der infizierten Menschen erkranken an einer dieser Krankheiten. Eine Eradikationstherapie kann nicht nur akute Beschwerden lindern, sondern verhindert auch die erneute Bildung von Geschwüren. Das Risiko für die Entstehung von Magenkrebs wird gesenkt.“

Die 2017 überarbeitete ärztliche Leitlinie listet Beschwerden und Risiken bei denen ein Test auf eine mögliche Helicobacter-Infektion veranlasst werden soll. „Die Therapie kann im Grunde vom Hausarzt durchgeführt werden“, sagt Dr. Mainz. „Dies setzt allerdings eine genaue Kenntnis der ärztlichen Leitlinie und eine sorgfältige Berücksichtigung der dort beschriebenen Kriterien für die geeignete Therapieform voraus. Der Magen-Darm-Arzt kennt sich mit den Therapiealternativen bestens aus und unterstützt bei komplizierten Fällen, bei denen beispielsweise eine Therapieform versagt oder wenn Antibiotika-Resistenzen vorliegen.“

Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V.


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